Rund 80 Teenager beteiligt

Jugendliche attackieren Polizisten – und treten gegen seinen Kopf

  • Vivienne Goizet
    VonVivienne Goizet
    schließen

Ein Fahrradpolizist mischt sich in eine Rangelei Jugendlicher vor der Ida-Ehre-Schule ein und will schlichten. Die Teenager wenden sich plötzlich gegen ihn.

Hamburg – Am Donnerstagnachmittag radelt ein Polizist der Spezialeinheit „Cop4U“ an der Ida-Ehre-Schule in Hamburg-Eimsbüttel vorbei und bemerkt einen Streit. Er will die Situation schlichten. Doch dann wendet sich das Blatt und die Jugendlichen attackieren den Polizisten. Medienberichten zufolge solidarisieren sich rund 80 Schüler, prügeln auf den Beamten der Polizei Hamburg ein und treten gegen seinen Kopf. Der Fahrradhelm des Polizisten verhindert schlimmere Verletzungen.

Der Polizist der Wache 17 rief Verstärkung über sein Funkgerät. Ganze zwölf Streifenwagen begeben sich zum Tatort. Es werden drei Schüler im Alter von 12 und 13 Jahren in Gewahrsam genommen.

Staatliche Ebene:Land
Stellung:Polizei
Aufsichtsbehörde:Behörde für Inneres und Sport der Freien und Hansestadt Hamburg
Behördenleitung:Ralf Martin Meyer, Polizeipräsident
Bedienstete:10.358 (1. Februar 2018)
Aufgaben:Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, Strafverfolgung, Gefahrenabwehr, Verhütung und Unterbindung von rechtswidrigen Handlungen, Verkehrsüberwachung, Verbrechensprävention

Jugendliche attackieren Polizisten vor Ida-Ehre-Schule in Hamburg-Eimsbüttel

Die Pressestelle der Hamburger Polizei beschrieb in ihrem Bericht die Situation im Detail wie folgt: der Beamte bestreifte am 19. August gegen 16:00 Uhr mit dem Fahrrad die Schlankreye. Er würde auf zwei Schüler aufmerksam, die sich stritten. Um sie hatte sich eine Traube von Kindern und Jugendlichen gebildet. Er schritt ein und trennte die Streitenden voneinander.

Einer der Jungen hielt vehement eine Hand unter seiner Jacke verborgen. Er zeigte sie auch nach mehrfacher Aufforderung des Polizisten nicht. Der angesprochene 13-Jährige war dem Polizisten bereits bekannt und es war nicht auszuschließen, dass dieser bewaffnet sei. Daraufhin „fixierte der Beamte die Arme des Jungen aus Eigensicherungsgründen“ laut Polizeimeldung.

Der fixierte Teenager soll um sich geschlagen haben woraufhin der Polizist ihn am Boden fixierte. Dann solidarisierten sich laut Polizei die umherstehenden Kinder und Jugendlichen auf hochaggressive Weise mit dem Festgehaltenen. Sie bedrängten den auf dem Boden liegenden Polizisten.

Jugendliche attackieren an der Ida Ehre Schule in Hamburg-Eimsbüttel einen Polizisten. (24hamburg.de-Montage)

Die Gruppe fing daraufhin an den Polizisten zu schlagen und zu treten, auch mehrfach gegen den Kopf. Aufgrund seines Fahrradhelms blieben ihm größere Verletzungen erspart.

Als die angeforderte Verstärkung eintraf, trennte man den 13-Jährigen und den attackierten Beamten von der restlichen Jugendgruppe. Die Stimmung sei weiterhin aufgeheizt gewesen. Die Jugendlichen bespuckten, beleidigten und griffen die Einsatzkräfte weiter an. Die Gruppe löste sich erst auf als der 13-Jährige abtransportiet worden war.

Lehrkräfte waren laut Bild-Informationen nicht zugegen, da sich der Vorfall außerhalb des Schulgeländes ereignete

Lesen Sie alle Blaulicht-Nachrichten für Hamburg.

Jugendliche attackieren Polizisten: Die Hintergründe

Über den Vater eines der aggressiven Jugendlichen ist laut Informationen der Bildzeitung bekannt, dass er im Sommer 2020 den Chef eines Reiterhofs in Quickborn tötete – mit zwei Schüssen in den Hinterkopf. Daher stehe er derzeit vor Gericht. Wie die Bild berichtet, rühmt sich der Sohn in den sozialen Medien mit seiner Tat.

Cop4U sind Polizeibeamteninnen und Polizeibeamte, deren Aufgabe es ist Jugendkriminalität einzudämmen. Durch das Cop4U-Programm soll eigentlich das Vertrauen zwischen Polizei und Jugendlichen gefördert werden. Es sind derzeit 238 Cop4U im Einsatz. Jeder Hamburger Schule ist ein Cop4U zugeteilt.

Die beiden weiteren Jugendliche, die in Gewahrsam genommen worden waren, sind der Obhut ihrer Eltern übergeben worden. Gegen sie wurde eine Verfahren eingeleitet wegen gefährlicher Körperverletzung, versuchter Gefangenenbefreiung, Beleidigung und tätlichen Angriffs gegen Vollstreckungsbeamte. Das für Jugendkriminalität zuständige LKA ermittelt.

Auch Schulsenator Ties Rabe (SPD) äußerte sich bereits gegenüber der Mopo zu den Vorfällen:  „Gewalt wird weder in der noch vor der Schule akzeptiert! Wir werden mit aller Konsequenz und Härte vorgehen.“ Man sei im engen Austausch mit der Polizei und laut Behörde distanziere sich die Schulleitung bereits klar vom dem Verhalten der Schülerinnen und Schüler. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Loop Images/IMAGO & Hanno Bode/IMAGO & Christian Charisius/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare