Aber Ärger mit den Testzentren

Inzidenzwert in Hamburg sinkt auf niedrigsten Stand seit neun Monaten!

  • Natalie-Margaux Rahimi
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Der Inzidenzwert Hamburg ist so niedrig wie seit neun Monaten nicht mehr. Aber diese Sorgen bleiben im Kampf gegen das Coronavirus.

Hamburg – Grandiose Nachrichten von der Hamburger Gesundheitsbehörde. Für Samstag, 12. Juni 2021, meldet die Hansestadt Hamburg lediglich 49 Neuinfektionen – neun weniger als am Vortag. Damit sinkt die Inzidenz in der Elbmetropole weiter ab und fällt auf den niedrigsten Wert seit neun Monaten! Aktuell liegt der Wert bei 15,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Zuletzt hatte die Inzidenz am 9. September 2020 unter diesem Wert gelegen.

Hamburg, 12. Juni 2021:49 Neuinfektionen, Inzidenz: 15,8
Schleswig-Holstein, 11. Juni 2021:53 Neuinfektionen, Inzidenz: 9,5
Niedersachsen, 12. Juni 2021: 78 Neuinfektionen, Inzidenz: 10,4
Mecklenburg-Vorpommern, 11. Juni 2021:13 Neuinfektionen, Inzidenz: 5,3

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich Angaben des Gesundheitsamts zu Folge 76.878 Hamburger nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Davon gelten laut Schätzungen des RKI 74.000 wieder als genesen. Bis zum 12. Juni 2021 haben laut RKI bereits 834.237 Hamburger eine erste Impfdosis erhalten, das entspricht einer Impfquote von 45,2 Prozent. 453.001 Menschen wurden bereits doppelt gegen das Coronavirus geimpft.

Impf-Statistik: Ein Viertel der Norddeutschen durchgeimpft

Derweil verfügen mehr als ein Viertel aller Norddeutschen (25,7 Prozent) über den komplett Impfschutz. Nach der Datenlage des Robert Koch-Instituts wurden gestern Bürgerinnen und Bürgern 965.478 Impfdosen verabreicht. Dabei rangiert Bremen weiterhin unter den besten Performern im bundesweiten Impfranking. Die Hansestadt reiht sich mit einer Quote von 28,1 Prozent bei den Zweitgeimpften an der Gesamtbevölkerung nur hinter dem Saarland ein.

Auch Mecklenburg-Vorpommern (27,7 %) und Schleswig-Holstein (26,8 %) stehen ebenfalls gut dar. Derweil hinken Niedersachsen und Hamburg beim Anteil der Durchgeimpften weiter hinterher. Niedersachsen weist eine Quote von 24,9 Prozent auf und belegt damit Rang 12, während die hanseatische Hansestadt Hamburg mit 24,5 % und Platz 14 für wenig Furore sorgt.

Inzidenzwert in Hamburg sinkt auf tiefsten Stand seit September – doch drei Probleme bleiben

Da hilft es nur bedingt, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)die positive Entwicklung des Infektionsgeschehens in Deutschland jüngst ausdrücklich gelobt hatte. Allerdings mache ihr die Ausbreitung der sogenannten Delta-Variante des Virus in Großbritannien Sorge. Denn dort steigt die Zahl der Neuinfektionen wieder rasant an. Zurückzuführen ist das auf die hohe Infektiösität der Virusmutation. Demnach mache die Delta-Variante mittlerweile mehr als 90 Prozent aller Ansteckungen in England aus, berichtet auch die Wirtschaftswoche.

Der Inzidenzwert in Hamburg sinkt auf den tiefsten Stand seit September 2020. (24hamburg.de-Montage)

Das Problem: Auch Geimpfte können sich mit der Delta-Variante anstecken. Insbesondere Menschen, die erst eine Impfdosis erhalten haben, seien noch nicht ausreichend gegen die Mutation geschützt, sagen Experten. Deshalb befinden wir uns derzeit im Hinblick auf die Delta-Variante auch in einem „Wettlauf mit dem Impfen“, sagte Angela Merkel nach den Bund-Länder-Beratungen in Berlin. Zweites Problem: Besonders Hamburg kommt beim Impfen gegen Corona aber derzeit gar nicht voran – bei der bundesweiten Impfquote liegt die Hansestadt weit hinten. Ein weiteres Problem in Hamburg sind die Corona-Testzentren.

Inzidenzwert Hamburg sinkt: Aber Ärger mit den Testzentren – müssen viele schließen?

Derzeit gibt es laut Hamburger Abendblatt etwa 330 Testzentren in der Stadt. Die Menschen brauchen die Tests für den Friseurbesuch, ein Essen in der Innengastronomie oder für das Fitnessstudio. Doch einigen droht nun die Schließung. Denn weil die Kassenärztliche Vereinigung laut neuer Corona-Testverordnung die Abrechnungen der Corona-Testzentren übernehmen soll, wollen sie „keinen Euro mehr für Schnelltests auszahlen“, heißt es in dem Bericht des Abendblatts.

„Es gibt überhaupt keine rechtliche Grundlage dafür, dass wir mit der Überprüfung der Abrechnungen aus den Testzentren beauftragt werden. Wir haben auch weder die Zeit noch das Personal dafür“, sagte Walter Plassmann, Vorstandschef der KV Hamburg. Und damit nicht genug, er geht sogar noch einen Schritt weiter und stellt die Existenz der Testzentren infrage. „Die positiven Befunde der Bürgertests bewegen sich im Promillebereich und sind zudem zu knapp der Hälfte auch noch falsch positiv. Sie nützen also sehr wenig“, erklärte Plassmann im Abendblatt.

Eine Lösung für das Problem ist derzeit nicht in Sicht. Bleibt nur zu hoffen, dass Regierung und Kassenärztliche Vereinigung zeitnah zu einer Lösung kommen. Damit nicht am Ende die Bevölkerung auf Restaurant- oder Sportbesuche verzichten muss, weil zu wenig Testtermine in der Stadt verfügbar sind. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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