Kampf gegen Pandemie

Inzidenzwert Hamburg: Zahlen sinken! Senat preist Ausgangssperre

  • Jens Kiffmeier
    vonJens Kiffmeier
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Halleluja – die Ausgangssperre in Hamburg wirkt. Davon ist der Senat fest überzeugt. Am sechsten Tag in Folge sinkt der Inzidenzwert. Doch es gibt Anlass zur Sorge.

Hamburg – Im Streit um die geplante Änderung des Infektionsgesetzes drängt Hamburg auf eine schnelle Umsetzung. Insbesondere das Verhängen einer nächtlichen Ausgangssperre sei eine wirksame Waffe im Kampf gegen die Pandemie, sagte Senatssprecher Marcel Schweitzer am Dienstag. Das zeigte die Entwicklung der Inzidenzwert in der Stadt besonders deutlich. Unklar blieb allerdings, wie Hamburgs Senat mit der Corona-Regel in Zukunft verfahren will.

Hamburg:227 neue Corona-Fälle (Stand Dienstag, 20. April 2021)
Niedersachsen:650 neue Corona-Fälle (Stand Dienstag, 20. April 2021)
Schleswig-Holstein:202 neue Corona-Fälle (Stand Dienstag, 20. April 2021)
Mecklenburg-Vorpommern:114 neue Corona-Fälle (Stand Montag, 19. April 2021)

Bereits den sechsten Tag in Folge sind die Corona-Zahlen in der Hansestadt Hamburg wieder rückläufig – entgegen dem Bundestrend. Zwar wurden am Dienstag wieder 227 Neuinfektionen gemeldet, wie die Gesundheitsbehörde am Mittag mitteilte. Aber das waren 43 Fälle weniger als noch am Montag und 42 weniger als am Dienstag vor einer Woche. Damit sank die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, von 136,6 auf nunmehr 134,4.

Inzidenzwert Hamburg: Corona-Zahlen sinken sechsten Tag in Folge – Ausgangssperre sei dank?

Rund um Ostern waren die Corona-Zahlen in Hamburg sprunghaft angestiegen, weshalb der Hamburger Senat um den Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) einen Knallhart-Lockdown mit nächtlichen Ausgangssperren verhängt hatte. Damals lag der Inzidenzwert bei über 160. Insofern gehen die Zahlen aus Sicht des Senates nun wieder in die „richtige Richtung“, wie Schweitzer sagte.

Der Inzidenzwert in Hamburg sinken: Aus Sicht von Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) wirkt die Ausgangssperre. (24hamburg.de-Montage)

Den Angaben zufolge führt Tschentscher die Entwicklung vor allen Dingen auf die Ausgangsbeschränkungen zurück. Diese hätte das Infektionsgeschehen abbremsen sollen. „Und diese Bremswirkung kann man nun auch sehen“, sagte Schweitzer und berief sich dabei auch auf eine Auswertung des Robert-Koch-Instituts. Demnach liegt die Hansestadt im Vergleich aller Bundesländer bei den Infektionszahlen auf Platz vier – trotz einer hohen Bevölkerungsdichte eines Stadtstaates.

Auch vor diesem Hintergrund bedankte sich Innensenator Andy Grote (SPD) bei allen Hamburgerinnen und Hamburgern für ihren eisernen Durchhaltewillen. Derzeit verzeichne die Hamburger Polizei kaum Verstöße – auch wenn bald mit steigenden Temperaturen im Frühling mit mehr Regelbrechern zu rechnen ist. Doch derzeit gilt: „Wir haben nach 21:00 Uhr ein sehr stark zurückgehendes Leben in der Stadt.“

Inzidenz in Hamburg: Senat berät Veränderung der Corona-Regeln

In Hamburg gilt seit Karfreitag ein nächtliches Ausgangsverbot zwischen 21:00 Uhr und 05:00 Uhr. Das Bundeskabinett plant derzeit aber mit einer Novelle des Infektionsschutzgesetzes eine Vereinheitlichung der Corona-Regeln in den Bundesländern. In der sogenannten Bundes-Notbremse ist eine Ausgangsbeschränkung zwischen 22:00 Uhr und 05:00 Uhr vorgesehen für Städte und Landkreise, in denen die Inzidenz über 100 liegt.

Eine Verabschiedung des neuen Infektionsschutzgesetzes ist für kommenden Freitag geplant. In der Woche darauf, werde der Senat entscheiden, ob in Hamburg bestimmte Regelungen übernommen und angepasst werden, sagte Schweitzer. Zuletzt hatte die rot-grüne Landesregierung die Regeln für den Corona-Lockdown bis zum 2. Mai 2021 verlängert.

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) rief eindringlich alle Bundesländer auf, sich an Hamburg ein Beispiel zu nehmen und die strengen Maßnahmen umgehend umzusetzen. Diese würden einen enormen Erfolg im Kampf gegen die Corona-Pandemie versprechen. Zugleich stellte der Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten ein baldiges Ende des Lockdowns in Aussicht. Er hoffe doch sehr stark, so der ehemalige Erste Bürgermeister Hamburgs, dass im „Sommer dann auch wieder Urlaubsreisen“ möglich seien. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa/picture alliance

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