Corona-Pandemie

Inzidenzwert in Hamburg sinkt weiter – Lockdown an Schulen gelockert

  • Jens Kiffmeier
    vonJens Kiffmeier
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Der Positivtrend hält an: Der Inzidenzwert in Hamburg sinkt weiter. Deshalb plant der Senat erste Lockerungen. So sollen 21.000 Schüler zurück in die Klassen.

Hamburg – Mit großen Schritten steuern die Hamburgerinnen und Hamburger auf Erleichterungen im Lockdown zu: Der Inzidenzwert ist nämlich in der Hansestadt erneut gesunken. Zwar wurden am Donnerstag 401 Neuinfektionen gemeldet, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Das waren 82 Fälle mehr als am Vortag, aber 15 weniger als am Donnerstag vor einer Woche. Die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, sank dadurch von 110,0 auf 109,3.

Hamburg:401 neue Corona-Fälle (Donnerstag, 29. April 2021)
Niedersachsen:1843 neue Corona-Fälle (Donnerstag, 29. April 2021)
Schleswig-Holstein:288 neue Corona-Fälle (Donnerstag, 29. April 2021)
Mecklenburg-Vorpommern:373 neue Corona-Fälle (Mittwoch, 28. April 2021)

Vor diesem Hintergrund bereitet der Hamburger Senat erste Öffnungsschritte im Knallhart-Lockdown vor. Profitieren sollen zunächst einmal 21.000 Schüler aus den fünften und sechsten Klassen an Hamburgs Schulen. Nach dem Ende der Mai-Ferien am 17. Mai 2021 sollen sie per Wechselunterricht zurück in die Klassen kehren. Das teilte Schulsenator Ties Rabe (SPD) mit.

Inzidenzwert Hamburg: Corona-Zahlen sinken – Senat plant Lockerung für Schulen im Lockdown

Grundsätzlich soll die Präsenzpflicht weiterhin aufgehoben bleiben. Das heißt, Eltern können weiterhin entscheiden, ob ihre Kinder zu Hause per Digitalunterricht oder vor Ort beschult werden sollen. Seit langem mahnen Kinderärzte und Experten aber an, dass der soziale Kontakt für Kinder und Jugendliche über die Schule wichtig ist und die lange Lockdown-Zeit schwere Folgen für die Schüler haben kann.

Der Inzidenzwert in Hamburg sinkt: Deshalb kehren jetzt wieder viele Schüler zurück in den Wechselunterricht. (24hamburg.de-Montage)

In einem ersten Schritt hatte Hamburg deshalb bereits Mitte März die Grundschüler und die Schüler der Abschlussklassen zurückgerufen. Nun wolle man die positive Entwicklung bei dem Infektionsgeschehen vorrangig für eine weitere, aber vorsichtige Öffnung der Schulen nutzen, so Rabe.

Inwieweit der Senat darüber hinaus Lockerungen im Lockdown zulassen wird, ist weiter unklar. Auf der Grundlage der Corona-Notbremse können Erleichterungen bei den strengen Corona-Regeln vorgenommen werden, wenn der Inzidenzwert fünf Tage lang stabil unter dem Schwellenwert von 100 liegt. Das betrifft dann auch die Aufhebung der nächtlichen Ausgangssperre. Das räumte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Dienstagabend in der ZDF-Sendung von Markus Lanz ein.

Inzidenz: Bei stabilen Corona-Zahlen stellt Tschentscher Lockerung bei Ausgangssperre in Aussicht

„Wenn wir stabil unter 100 kommen, dann muss man diesen Eingriff wieder zurücknehmen und hoffen, dass alles andere weiter eingehalten wird“, sagte der Rathauschef. Dennoch warnte er vor allzu großer Euphorie. Trotz der sinkenden Zahlen sei die Lage weiterhin angespannt. Sorge bereitet Tschentscher vor allem die Lage auf den Intensivstationen, die vielleicht in den kommenden Wochen auch noch mal durch die Ausbreitung der indischen Coronavirus-Variante angeheizt werden könnte.

Den Angaben zufolge mussten in Hamburgs Kliniken noch 280 Covid-Patienten behandelt werden. 110 von ihnen benötigten eine intensivmedizinische Versorgung. Und auch die Todesfälle stiegen um neun auf 1483. Dass unter den Todesfällen vermehrt vor allem auch ärmere Bevölkerungsschichten zu finden sind, sorgte am Donnerstag zusätzlich für Diskussionen. So zeigen neue Auswertungen, dass vor allem ärmere Stadtteile im Osten stärker von Covid-Erkrankungen betroffen sind. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) warnte bereits vor einer zusätzlichen sozialen Spaltung durch das Coronavirus. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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