Kampf gegen Corona-Zahlen

Inzidenzwert Hamburg: Zahlen sinken – Impf-Turbo eingeschaltet

  • Jens Kiffmeier
    vonJens Kiffmeier
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Ist die Kehrtwende geschafft? In Hamburg sinkt der Inzidenzwert weiter. Mit 24.000 neuen Impfterminen soll der Fortschritt im Kampf gegen Corona zementiert werden.

Hamburg – Die Kurve zeigt weiter nach unten: In der Hansestadt Hamburg ist der Inzidenzwert erneut gesunken. Zwar wurden am Montag wieder 270 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren aber 27 weniger als am Sonntag und 39 weniger als am Montag vor einer Woche. Das teilte die Gesundheitsbehörde am Mittag mit. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, sank dadurch von 138,7 auf 136,6. Vor einer Woche hatte der Wert 142,7 betragen.

Hamburg:270 neue Corona-Fälle (Stand Montag, 19. April 2021)
Niedersachsen:599 neue Corona-Fälle (Stand Montag, 19. April 2021)
Schleswig-Holstein:138 neue Corona-Fälle (Stand Montag, 19. April 2021)
Mecklenburg-Vorpommern:190 neue Corona-Fälle (Stand Sonntag, 18. April 2021)

Im Vergleich der größten deutschen Städte schneidet Hamburg damit am besten ab. Während vielerorts in Deutschland die Corona-Zahlen rasant steigen, hat die Hansestadt das Infektionsgeschehen stark abgebremst. Der Hamburger Senat um den Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sieht sich vor diesem Hintergrund in seinem strengen Lockdown-Kurs bestätigt. Dass die Zahlen rückläufig seien, verdanke man auch der Wirkung der umstrittenen nächtlichen Ausgangssperre, ließ er über Senatssprecher Marcel Schweitzer verbreiten.

Inzidenzwert Hamburg: Corona-Zahlen im Sinkflug – Behörde vergibt 24.000 neue Termine für Impfung

Dennoch warnte Tschentscher vor allzu großer Euphorie. Nach wie vor sei die „Pandemielage dramatisch“, sagte der Rathauschef in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung. Tschentscher führte dabei die drohende Überlastung im Gesundheitswesen an. Denn Mediziner warnen seit Tagen vor knapp werdenden Intensivbetten.

Wettlauf gegen das Coronavirus: Mit strengen Lockdown-Regeln und schnellen Impfungen will Hamburg den Inzidenzwert weiter nach unten drücken. (24hamburg.de-Montage)

In den Hamburger Kliniken und Krankenhäusern wurden am Montag nach Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) insgesamt 281 Corona-Patienten behandelt. Davon lagen 109 auf den Intensivstationen, 66 von ihnen mussten invasiv beatmet werden.

Für die Mediziner und die Politiker ist es ein Wettlauf mit dem Virus. Die rasante Ausbreitung soll so lange mit strengen Corona-Regeln verlangsamt werden, bis die Impfquote signifikant erhöht worden ist. Dabei nimmt die Kampagne in Hamburg immer mehr an Fahrt auf. Am Montag waren nach Behördenangaben jetzt immerhin schon 327.299 Menschen geimpft, 107.258 von ihnen bereits mit der erforderlichen zweiten Dosis.

Inzidenzwert in Hamburg: Nach Astrazeneca-Skandal wird die Impf-Reihenfolge umorganisiert

In dieser Woche soll das Impfangebot zudem noch einmal deutlich ausgeweitet werden. So bietet die Gesundheitsbehörde allen Impfwilligen ab 60 Jahren am Mittwoch, Donnerstag und Freitag eine Impfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca an. Insgesamt sollen an den drei Tagen 24.000 Termine im zentralen Impfzentrum in den Hamburger Messehallen vergeben werden – und zwar unabhängig von der derzeitigen Priorisierung.

Termine können telefonisch unter der Nummer 116117 oder online unter www.impfterminservice.de gebucht werden. Impfungen ohne Terminvereinbarung sind ausgeschlossen. Die Überprüfung der Impfberechtigung erfolgt vor Ort im Impfzentrum. „Wer über 60 Jahre alt ist, sollte die Chance nutzen“, teilte Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) mit.

Bei den Terminen handelt es sich um ein vorerst einmaliges Zusatzangebot. Nach dem Thrombose-Skandal ist der Astrazeneca-Impfstoff in Deutschland jetzt nur noch nur für Menschen ab 60 Jahre zugelassen, weswegen die Behörden die Verteilung neu organisieren müssen. Leonhard warb eindringlich bei Älteren darum, dass Angebot anzunehmen. „Der Impfstoff von Astrazeneca ist hochwirksam und wird von der Ständigen Impfkommission empfohlen“, sagte sie.

Offiziell sind in der Impf-Reihenfolge in Hamburg derzeit die Personen der Priorisierungsgruppe zwei zur Impfung aufgerufen. Neben Menschen über 70 gehören dazu auch Ärzte oder Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, wie der Überblick von 24hamburg.de zeigt. Nach den 24.000 Astrazeneca-Impfungen soll ab Samstag mit dieser Gruppe weitergemacht werden. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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