Corona-Pandemie

Inzidenzwert Hamburg: Zahlen sinken – doch Hamburg kämpft um Impfstoff

  • Jens Kiffmeier
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Der Inzidenzwert sinkt in Hamburg rapide. Corona-Gefahr aber noch immer vorhanden. Der Impfstoff wird weniger, Bund verspricht weitere Lieferungen.

Hamburg – Vorerst geht es weiter voran: Der Inzidenzwert in der Hansestadt Hamburg ist nach wie vor auf Talfahrt. Zwar kamen am Donnerstag, 27. Mai 2021, 79 Neuinfektionen hinzu, wie die Gesundheitsbehörde am Mittag mitteilte. Das waren drei Corona-Fälle mehr als am Mittwoch, aber 66 weniger als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz sankt dadurch von 31,3 auf 27,9. Vor einer Woche hatte die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen noch bei 42,6 gelegen.

Hamburg:79 neue Corona-Fälle (Donnerstag, 27. Mai 2021)
Niedersachsen:434 neue Corona-Fälle (Donnerstag, 27. Mai 2021)
Schleswig-Holstein:104 neue Corona-Fälle (Donnerstag, 27. Mai 2021)
Mecklenburg-Vorpommern:66 neue Corona-Fälle (Mittwoch, 26. Mai 2021)

Insgesamt haben sich nun 76.014 Hamburger nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. 1548 sind an oder mit dem Coronavirus gestorben. Auch vor diesem Hintergrund mahnte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) weiter zur Vorsicht. Es zeigten sich zwar gemessen an den Vorwochen gewaltige Fortschritte. Aber weiterhin sei der Impfstoff „knapp“, mahnte der Rathauschef im Anschluss an einen Impf-Gipfel.

Inzidenzwert Hamburg: Corona-Zahlen im Sinkflug – Impfstoff in Hamburg knapp

Die Länder hatten am Donnerstagnachmittag zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die Fortschritte in der Impfkampagne und insbesondere auch über Lieferengpässe beraten. Im Vorfeld hatte Hamburg beklagt, dass es gemessen an der Bevölkerungszahl viel zu wenig Impfstoff im Ländervergleich bekommen habe. Nach der Kritik habe der Bund aber zugesagt, die fehlenden Mengen „zeitnah“ auszugleichen, teilte Tschentscher am Abend mit. Dem hätten die übrigen Ministerpräsidenten zugestimmt.

Fährt trotz sinkender Inzidenzwerte einen vorsichtigen Kurs: Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). (24hamburg.de-Montage)

Konkrete Zahlen wurden nicht genannt. Nach Medienberichten sollen es aber bis zu 50.000 Impfdosen von Biontech, Moderna und Astrazeneca sein, die nicht an die Hansestadt geliefert worden sind. Dadurch droht die Impfkampagne im Impfzentrum und in den Hausarztpraxen ins Stocken zu geraten. Wegen der knappen Vakzine und der hohen Anzahl an anstehenden Zweitimpfungen könne man kaum noch Termine für Erstimpfungen vergeben, kritisierte Tschentscher. Bislang wurden knapp 40 Prozent der Hamburgerinnen und Hamburger mit einer ersten Impfdosis versorgt.

Inzidenz in der Hansestadt niedrig: Senat berät über weitere Lockerungen der Corona-Regeln

Daneben sollen bald auch Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 12 und 16 Jahren zum Impfen aufgerufen werden, sobald der Impfstoff von Biontech zugelassen sei und eine entsprechende Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) über die Vor- und Nachteile vorliegen würde. Doch das alles passe nicht zusammen, mahnte Tschentscher. Der Bund verspreche immer mehr Deutschen eine Impfung – ohne dafür eine ausreichende Impfstoffmenge zur Verfügung zu stellen. Es sei gefährlich, eine zu große Erwartungshaltung zu schüren, die am Ende in Frustration ende.

Über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie wird der Hamburger Senat am Freitag, 28. Mai 2021, in einer Sondersitzung beraten. Neben dem Thema Impfen soll dabei vor allem auch über die Lockerung des Lockdowns diskutiert werden. Nach dem Wegfall der Ausgangssperre und der Öffnung des Einzelhandels stehen nun in einem dritten Schritt Erleichterungen für die Bereiche Sport, Kultur und Schule auf dem Programm. Möglicherweise wird es auch Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen und für die Innengastronomie geben. Unklar ist derweil, wie es für die Club-Szene weitergeht. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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