Kampf gegen Corona-Pandemie

Inzidenzwert Hamburg: Zahlen sinken – bald Impfung für alle?

  • Jens Kiffmeier
    vonJens Kiffmeier
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Corona-Notbremse gezogen: Der Lockdown bleibt in Hamburg unverändert bestehen. Der Inzidenzwert sinkt. Als Nächstes will der Senat das Impf-Tempo erhöhen.

Hamburg – Der strenge Lockdown wirkt weiterhin: Bereits den achten Tag in Folge ist der Inzidenzwert in der Hansestadt Hamburg gesunken. Zwar wurden am Donnerstag, 22. April 2021, wieder 416 Neuinfektionen registriert. Das waren 16 mehr als am Mittwoch, aber 42 weniger als am Donnerstag vor einer Woche, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Dadurch sank die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, von 130,3 auf 128,1. Die Zahl der Corona-Toten erhöhte sich um vier Fälle auf nun 1442.

Hamburg:416 neue Corona-Fälle (Stand Donnerstag, 22. April 2021)
Niedersachsen:2099 neue Corona-Fälle (Stand Donnerstag, 22. April 2021)
Schleswig-Holstein:343 neue Corona-Fälle (Stand Donnerstag, 22. April 2021)
Mecklenburg-Vorpommern:452 neue Corona-Fälle (Stand Mittwoch, 22. April 2021)

Mit Blick auf die sinkenden Infektionszahlen zeigte sich Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) vorsichtig optimistisch.  „Es wird täglich besser. Und das ist etwas Gutes und sollte uns Hoffnung geben“, sagte sie in einer denkwürdigen Sitzung in der Hamburger Bürgerschaft, in der die Lockdown-Maßnahmen aus der Corona-Notbremse beraten wurden und die nach einem Eklat mit der AfD-Fraktion über den Sinn der Ausgangssperren zwischenzeitlich unterbrochen werden musste.

Inzidenzwert Hamburg: Zahlen sinken – Senat hält an strengen Regeln der Corona-Notbremse fest

Doch aus Sicht des Hamburger Senates wirken die strengen Corona-Regeln. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte in den vergangenen Tagen keine Zweifel daran aufkommen lassen, dass der Lockdown aufgeweicht werden könnte. Im Gegenteil. Nachdem am Donnerstag die Bundes-Notbremse* verabschiedet worden ist und nun bundeseinheitliche Regeln im Vorgehen gegen die Pandemie festgeschrieben sind, will Hamburg seine Verordnung bis zum 10. Mai 2021 verlängern.

Die Inzidenz sinkt, die Zahl der Impfungen steigt: Hamburg kommt voran im Kampf gegen die Corona-Pandemie. (24hamburg.de-Montage)

Bei der nächtlichen Ausgangssperre, die in Hamburg bereits ab 21:00 Uhr statt ab 22:00 Uhr gilt, hält der Senat sogar an der schärferen Variante fest. Daran werde nicht gerüttelt, sagte Tschentscher. Die Vorgabe des neuen Infektionsschutzgesetzes sei lediglich eine Mindestvorgabe, so der Rathauschef.

Parallel zur Verlängerung des Lockdowns soll die Impf-Kampagne in der Stadt weiter vorangetrieben werden. Bis einschließlich Mittwoch sind in Hamburg 511.373 Personen gegen das Coronavirus geimpft worden. 108.054 von ihnen haben bereits eine Zweitimpfung erhalten. Ab Freitag werden insgesamt 56.000 neue Termine unter der Telefonnummer 116 117 vergeben. Aufgerufen sind wieder die Angehörigen der Priorisierungsgruppen 1 und 2, darunter alle Menschen über 70 Jahren, Grundschullehrer, Erzieher und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen.

Inzidenz in Hamburg: Parallel zum Lockdown soll Tempo bei Impfungen beschleunigt werden

An der offiziellen Impf-Reihenfolge will der Hamburger Senat aber vorerst festhalten. Forderungen der Hamburger CDU nach einer Aufhebung der Priorisierung im Mai oder Juni erteilte Leonhard eine Absage. Auch beim Einsatz des Impfstoffes von Astrazenca werde man wie geplant weitermachen. Derzeit gebe es keinen Grund für eine Änderung, sagte ein Behördensprecher der Nachrichtenagentur dpa.

Für eine komplette Freigabe an alle Impfwillige, wie es etwa in Bayern oder Mecklenburg-Vorpommern geplant sei, verfüge man über zu wenig Impfstoff. „Es ist nach wie vor nicht so, dass die Menge ausreicht, um den Bedarf zu decken“, sagte der Behördensprecher. „Deshalb halten wir an der Priorisierung fest.“

Inwieweit die Impfstoff-Beschaffung in den kommenden Wochen noch erhöht werden und dadurch die Impf-Reihenfolge grundsätzlich ab dem Sommer gelockert werden kann, wird am kommenden Montag aber noch einmal Gegenstand von Beratungen sein. Denn dann kommt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit seinen Länderkollegen zu einem Impf-Gipfel zusammen. Bereits am Donnerstag deutete Spahn an, dass es bei der Impf-Rangfolge vielleicht doch noch zu Änderungen kommen könnte. * 24hamburg.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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