Kampf gegen Pandemie

Inzidenzwert Hamburg: Zahlen sinken – Lockdown dennoch verlängert

  • Jens Kiffmeier
    vonJens Kiffmeier
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Entschlossenes Handeln gegen Corona-Zahlen: Das hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verlangt. Hamburg geht voran und verlängert Lockdown – trotz sinkender Inzidenz.

Hamburg – Der strenge Lockdown in Hamburg zeigt offenbar Wirkung. So sind die Corona-Zahlen wieder rückläufig. Zwar wurden am Freitag 420 Neuinfektionen nachgewiesen, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Das waren aber 38 Fälle weniger als am Donnerstag und 27 weniger als am Freitag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, sank damit erneut von 147,4 auf 146,0. Die Zahl der Corona-Toten erhöhte sich um vier Fälle auf 1427.

Hamburg:420 neue Corona-Fälle (Stand Freitag, 16. April 2021)
Schleswig-Holstein:362 neue Corona-Fälle (Stand Freitag, 16. April 2021)
Niedersachsen:1917 neue Corona-Fälle (Stand Freitag, 16. April 2021)
Mecklenburg-Vorpommern:334 neue Corona-Fälle (Stand Donnerstag, 15. April 2021)

Damit bleibt das Infektionsgeschehen in der Hansestadt Hamburg auf einem hohen Niveau. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Regionen und Städten verzeichnet Hamburg immerhin wieder eine rückläufige Entwicklung. Angesichts vielerorts stark steigender Inzidenzwerte mahnte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag im Kampf gegen die Pandemie zum schnellen Handeln.

Inzidenzwert in Hamburg: Zahlen sinken dank Ausgangssperre Merkel – dringt auf Bundes-Notbremse

„Das Virus verzeiht keine Halbherzigkeiten, sie machen alles nur noch schwerer“, warnte Merkel. Das Virus lasse nicht mit sich verhandeln. „Es versteht nur eine einzige Sprache, die Sprache der Entschlossenheit“, fügte die Regierungschefin hinzu und rief die Bundesländer zu einer sofortigen Umsetzung der Bundes-Notbremse auf.

Nicht immer fällt der Coronatest negativ aus: In Hamburg ist der Inzidenzwert vorerst wieder gesunken. (24hamburg.de-Montage)

Am Dienstag hatte das Bundeskabinett eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes auf den Weg gebracht und damit die Regeln im Umgang mit der Corona-Krise vereinheitlicht. So sollen verpflichtend nächtliche Ausgangssperren und Kontaktverbote in Städten und Landkreisen gelten, wenn die Inzidenz über 100 steigt. In Hamburg wurden die Regeln bereits umgesetzt, in anderen Bundesländern lehnt man bestimmte Lockdown-Verschärfungen aber noch ab.

Am Freitag verhandelte nun der Bundestag über Details zur geplanten Änderung im Infektionsschutzgesetz. Eine hitzige Debatte entzündete sich an den geplanten Ausgangsbeschränkungen ab 21 Uhr. Vor allem bei AfD, Linke und FDP stieß die Maßnahme auf Ablehnung. Unterdessen wurden bundesweit 25.831 neue Coronafälle gemeldet. Auch vor diesem Hintergrund sagte Merkel, dass jeder Tag, an dem die Notbremse früher angewandt werde, ein „gewonnener Tag“ wäre.

Inzidenzwert Hamburg: Senat verlängert Lockdown mit Ausgangssperre bis Mai

In Hamburg jedoch stößt der Merkel-Plan auf Zustimmung. Der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) fährt seit Wochen bereits einen strengen Corona-Kurs und dringt auf bundeseinheitliche Regeln. Trotz der jetzt wieder eingeleiteten Kehrtwende bei den Corona-Zahlen wird es aber in der Hansestadt vorerst keine Lockerungen geben. So soll die Verordnung mit den verschärften Kontaktverboten und der nächtlichen Ausgangssperre erneut verlängert werden. Angedachte Sonderrechte für Geimpfte wird es vorerst auch nicht geben.

Die derzeitige Lockdown-Verordnung läuft am Montag offiziell aus. Doch in einem Schreiben an die Eltern von Hamburger Kita-Kinder wurde bereits die Verlängerung des erweiterten Notbetriebs bis zum 9. Mai 2021 angekündigt. Die Notbetreuung ist Teil der Eindämmungsverordnung. Deswegen wird davon ausgegangen, dass auch die anderen Regeln bis Anfang des kommenden Monats weitergelten werden. Nach Senatsangaben befindet sich ein neues Regelwerk aber noch in der Behördenabstimmung. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Matthias Bein/dpa/picture alliance

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