Kampf gegen Corona

Inzidenzwert Hamburg: Kippt jetzt die Ausgangssperre? Zahlen sinken!

  • Jens Kiffmeier
    vonJens Kiffmeier
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Die Tendenz ist eindeutig: Der Inzidenzwert nähert sich der Schwelle von 100. Dann könnte die Ausgangssperre wegfallen. Doch der Senat bleibt skeptisch.

Hamburg – Die Corona-Zahlen rauschen weiterhin abwärts: Anders als im Bundestrend ist der Inzidenzwert in der Hansestadt Hamburg im Sinkflug. Zwar wurden am Dienstag 210 Neuinfektionen gemeldet. Aber nach Angaben der Gesundheitsbehörde waren das 22 Fälle weniger als am Vortag und 17 weniger als am Dienstag vor einer Woche. Die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, sank von 115,2 auf 114,3.

Hamburg:210 neue Corona-Fälle (Dienstag, 27. April 2021)
Niedersachsen:995 neue Corona-Fälle (Dienstag, 27. April 2021)
Schleswig-Holstein:154 neue Corona-Fälle (Dienstag, 27. April 2021)
Mecklenburg-Vorpommern:83 neue Corona-Fälle (Montag, 26. April 2021)

Aus Sicht des Hamburger Senats nimmt das Infektionsgeschehen damit die richtige Richtung. „Die Lage ist stabil mit leicht fallender Tendenz“, sagte eine Senatssprecherin. Dennoch warnte sie vor voreiligen Schritten. Für zu große Euphorie gebe es noch keinen Anlass, sagte sie. Zwar schneide Hamburg im Ländervergleich einigermaßen gut ab. Dennoch sei die Lage auf den Intensivstationen weiterhin angespannt.

Inzidenzwert Hamburg: Corona-Zahlen sinken – Senat hält an Ausgangssperre fest

Den Angaben zufolge wurden in Hamburgs Krankenhäusern bis Montag 306 Covid-19-Patienten behandelt. Das waren elf Fälle mehr als noch Ende der vergangenen Woche. 114 Patienten mussten zudem intensivmedizinisch betreut werden. Und auch die Zahl der Corona-Toten stieg wieder um sechs Fälle auf nun 1467.

Inzidenzwert sinkt: In Hamburg fallen immer mehr Corona-Tests negativ aus - doch die Ausgangssperre bleibt. (24hamburg.de-Montage)

Vor diesem Hintergrund will der Senat seinen strengen Corona-Kurs mit nächtlichen Ausgangssperren und scharfen Kontaktbeschränkungen vorerst auch nicht lockern. Theoretisch sind Öffnungsschritte auf Grundlage des neuen Infektionsschutzgesetzes möglich, sobald die Inzidenz unter 100 sinkt. In Hamburg wird deshalb der Ruf nach einer klaren Ansage des Senats immer lauter.

Doch die Landesregierung um den Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) zeigt sich weiterhin zurückhaltend. Derzeit gebe es noch keine konkrete Planung, betonte am Dienstag Tschentschers Sprecherin. Der Senat werde möglicherweise eine Lockerung beraten, wenn der Wert weiter „stramm auf die 100 zugeht“, sagte sie. Doch noch sei es nicht so weit. Bevor die Ausgangssperre wegfallen könnte, müsste die Infektionslage fünf Tage in Folge stabil unter dem Grenzwert sein. Davon sei man in der Hansestadt, wo zudem eine hitzige Debatte um die Verschwendung von Corona-Impfstoff tobt, noch ein weites Stück entfernt.

Inzidenz in Hamburg: Niedrige Zahlen – Sonderrechte für Geimpfte sieht Tschentscher skeptisch

Ähnlich hatte sich Tschentscher bereits am Vortag geäußert. Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammen mit den Ländern über Sonderrechte für Geimpfte im Lockdown beraten hatte, wies Hamburgs Rathauschef das Ansinnen zunächst zurück. Er könne den Wunsch, dass Geimpfte oder Genesene Erleichterungen bei den Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen erhalten sollten, nachvollziehen, betonte Tschentscher. Allerdings müsse enorm vorsichtig abgewogen werden.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) geht von Geimpften und Genesenen ein eher geringes Ansteckungsrisiko aus. Ein geringes Risiko bedeute aber nicht „kein Risiko“, so Tschentscher. Deshalb sehe er die Debatte derzeit weiterhin sehr skeptisch. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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