Corona-Pandemie

Inzidenzwert Hamburg: Viele junge Erwachsene mit Corona infiziert

  • Jens Kiffmeier
    vonJens Kiffmeier
    schließen

Der Inzidenzwert in Hamburg sinkt. Der Senat lockert deswegen die Corona-Regeln zur Freude des Einzelhandels. Aber die Gefahr bleibt hoch, speziell für Jüngere.

Hamburg – Die dritte Pandemiewelle scheint gebrochen: Das Infektionsgeschehen in Hamburg bleibt weiterhin niedrig. So kamen am Donnerstag 145 neue Corona-Fälle in der Hansestadt hinzu, wie die Gesundheitsbehörde am Mittag mitteilte. Das waren 45 weniger als am Mittwoch und zehn weniger als vor einer Woche. Der Inzidenzwert sank damit von 44,2 auf 42,7. Vor einer Woche hatte die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen noch bei 70,3 gelegen.

Hamburg145 neue Corona-Fälle (Donnerstag, 20. Mai 2021)
Niedersachsen932 neue Corona-Fälle (Donnerstag, 20. Mai 2021)
Schleswig-Holstein173 neue Corona-Fälle (Donnerstag, 20. Mai 2021)
Mecklenburg-Vorpommern114 neue Corona-Fälle (Donnerstag, 20. Mai 2021)

Im bundesweiten Vergleich liefert die Hansestadt Hamburg damit den zweitbesten Wert. Am Samstag, 22. Mai 2021, werden deshalb weitere Ausnahmen vom strengen Lockdown erlaubt. Bereits am Dienstag hatte der Senat um den Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) angekündigt, die zweite Stufe im Öffnungsplan umzusetzen. Unter anderem dürfen Restaurantbesitzer die Außengastronomie und Geschäftsleute ihre Läden noch vor Pfingsten wieder öffnen.

Inzidenzwert Hamburg: Corona-Zahlen sinken – Einzelhändler freuen sich über Öffnungen

Anders als die Gastronomen blicken die Einzelhändler bereits mit Vorfreude auf das kommende Wochenende. Zwar würden sicherlich die Umsätze nicht „gleich durch die Decke gehen“, sagte die Geschäftsführerin beim Einzelhandelsverband Nord, Brigitte Nolte, der Nachrichtenagentur dpa. Aber nach einem fünfmonatigen Stillstand würden nun viele Geschäftsleute Licht am Ende des Tunnels sehen, fügte sie hinzu. Grundsätzlich könne man mit den Auflagen der Kontaktbeschränkung und Nachverfolgung leben. Wichtig sei nur, dass die Testpflicht nicht doch noch eingeführt werden würde. Denn das schrecke die Kunden ab.

Der Inzidenzwert in Hamburg sinkt: Doch immer noch stecken sich viele junge Erwachsene mit Covid-19 an. (24hamburg.de-Montage)

Inwieweit eine Testpflicht für den Besuch eines Geschäfts doch noch Pflicht wird, hängt von der weiteren Entwicklung der Corona-Zahlen ab. So hatte Tschentscher zuletzt eindringlich gemahnt, dass die Hamburgerinnen und Hamburger trotz der nun genehmigten Lockerungen weiterhin vorsichtig sein müssten. Sollten die Zahlen wieder in die Höhe schießen, behalte sich der Senat eine Verschärfung der Regeln vor, warnte Tschentscher.

Dass die Ansteckungsgefahr noch nicht gebannt ist, verraten auch die Zahlen der Intensivpatienten. Immer noch wurden am Mittwoch, 19. Mai 2021, in Hamburg 145 Menschen in den Krankenhäusern wegen einer Covid-Infektion behandelt. Sechs Menschen starben an oder mit dem Virus.

Inzidenz in Hamburg: Ansteckungsgefahr weiterhin hoch – Junge Erwachsene zunehmend betroffen

Mit zunehmendem Impffortschritt in den höheren Altersgruppen sind nun prozentual auch die Jüngeren betroffen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde wurden in der vergangenen Woche insgesamt 914 Corona-Fälle erfasst. Von denen 199 Infektionen auf die Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen und 173 auf die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen entfielen. Damit geht der größte Anteil (40 Prozent) der Erkrankungen auf Personen im frühen Erwachsenenalter zurück. Der Anstieg in dieser Alterskohorte betrug im Vergleich zur Vorwoche vier Prozent.

Zum Schutz der Bevölkerung, die in der Pandemie übrigens zu einem erhöhten Alkoholkonsum neigt, setzt die Behörde jetzt auf schnelle Fortschritte in der Impfkampagne. Stand Donnerstag, 20. Mai 2021, waren in Hamburg insgesamt 681.087 Menschen geimpft, 204.235 von ihnen haben bereits eine Zweitimpfung erhalten. Bei der Verteilung der Impftermine geht die Stadt weiterhin streng nach der vom RKI empfohlenen Impf-Reihenfolge vor. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marius Becker/dpa/picture alliance & Daniel Bockwohld/dpa/picture alliance

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare