Corona-Pandemie

Inzidenzwert Hamburg: Senat will weiter lockern

  • Jan Knötzsch
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Der Inzidenzwert in Hamburg sinkt stetig. Und der Hamburger Senat kündigt weitere Lockerungen an. Pünktlich zur Öffnung der Gastronomie.

Hamburg – Die sinkenden Inzidenzzahlen und die damit stabile Corona-Lage machen es möglich: Der Hamburger Senat hat für die Hansestadt weitere Lockerungen angekündigt. Sie sollen ab Freitag, 11. Juni 2021, als „nächster Öffnungsschritt in Kraft treten“, teilt der Senat mit. Welche konkreten Lockerungen die Hamburgerinnen und Hamburger erwarten können, hat der Senat nicht bekanntgegeben. Über die Details wolle man am Dienstag, 8. Juni 2021, informieren.

Allerdings beinhaltet die Mitteilung der Behörden eine Auflistung der Bereiche, in denen es Lockerungen gibt. Die Bereiche sind nachfolgend aufgeführt:

  • Kontaktbeschränkungen
  • Erweiterung der Kapazitätsgrenze bei den Angeboten in Beherbergungseinrichtungen sowie bei Hafen- und Stadtrundfahrten unter den bestehenden Auflagen bis zu 100 Prozent
  • allgemeine Regelungen für Veranstaltungen und Versammlungen
  • in Kultureinrichtungen hinsichtlich der Anordnung der festen Sitzplätze im „Schachbrettmuster“
  • Individual- und Gruppensport sowie größere Sport – und Kulturveranstaltungen unter freiem Himmel und in Hallen
  • Chor- und Blasmusikproben auch in Innenräumen
  • Saunen, Dampfbäder und Wellnessangebote
  • Prostitutionsangebote


Passend zur Öffnung der Innengastronomie hat sich das Corona-Infektionsgeschehen in der Hansestadt Hamburg weiter stabilisiert. Am Freitag ging der Inzidenzwert im Wochenvergleich weiter zurück. So kamen zwar 39 Neuinfektionen hinzu, wie die Gesundheitsbehörde am Mittag mitteilte. Doch das waren 39 Fälle weniger als am Vortag und 46 weniger als am Freitag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, sank dadurch von 23,7 auf 21,3.

Hamburg:39 neue Corona-Fälle (4. Juni 2021)
Niedersachsen:235 neue Corona-Fälle (4. Juni 2021)
Schleswig-Holstein:29 neue Corona-Fälle (4. Juni 2021)
Mecklenburg-Vorpommern:18 neue Corona-Fälle (3. Juni 2021)

Vor diesem Hintergrund schauen Virologen immer optimistischer auf die kommenden Sommerwochen und die anstehende Reisezeit. Zwar kann niemand ein Ende der Pandemie voraussagen*, aber Professor Jonas Schmidt-Chanasit prophezeite eine Entspannung der Lage. „Ich blicke positiv auf den Sommer, die Kurve könnte sich auf niedrigem Niveau stabilisieren“, sagt der Virologe der Hamburger Morgenpost. Ähnlich hatte sich bereits am Vortag SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach geäußert.

Inzidenzwert Hamburg: Corona-Zahlen sinken – Virologe macht Mut für Sommerurlaub

Zwar laufen die Impf-Fortschritte in Hamburg derzeit nur schleppend. Dennoch machte Schmidt-Chanasit den Hamburgerinnen und Hamburgern wenige Tage vor dem Wegfall der Impf-Priorisierung* Mut. Täglich würden immer mehr Menschen geimpft. Und je mehr geimpft werden würden, desto geringer würde allmählich die Bedeutung der Inzidenz, stellte er klar. Denn die Gefahr einer Überlastung des Gesundheitssystems, die noch vor einigen Wochen gedroht hatte, nehme spürbar ab.

Niedriger Inzidenzwert in Hamburg: Virologe Jonas Schmidt-Chanasit prophezeit einen guten Sommer. (24hamburg.de-Montage)

Zuletzt hatten allerdings Berichte über neue Virusvarianten für Aufsehen gesorgt. So gilt die zunächst in Indien festgestellte Delta-Variante als hochaggressiv und hochansteckend. Die Wirkung der zugelassenen Impfstoffe wird noch untersucht. Dennoch warnte Schmidt-Chanasit vor Panikmache. Selbst wenn es einer der problematischen Virusvarianten gelingen würde, den Organismus zu infizieren, so würden zumindest Geimpfte mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auf der Intensivstation landen, sagte er der „Mopo“. Die Varianten seien ernstzunehmen. „Aber es besteht kein Anlass, zu dramatisieren.“

Inzidenz sinkt: Senat öffnet Innengastronomie in Hamburg – aber es gelten strenge Corona-Regeln

Angesichts dieser Entwicklung setzte der Hamburger Senat am Freitag seinen eingeschlagenen Lockerungskurs fort. Nachdem zunächst die Ausgangssperre gefallen war und dem Einzelhandel die Öffnung erlaubt worden war, dürfen nun die Wirte nach der Außengastronomie auch die Innengastronomie öffnen – obwohl sie derzeit mit Personalproblemen wegen der Pandemie zu kämpfen haben. Für den Besuch eines Restaurants, eines Cafés oder einer Bar gelten aber strenge Corona-Regeln.

So gilt für Gäste und Personal eine Testpflicht. Außerdem dürfen nur fünf Personen an einem Tisch sitzen. Ab 23.00 Uhr gilt für den Innenraum eine Sperrstunde. Befindet sich die Gastronomie im Schanzenviertel oder bestimmten Bereichen von St. Pauli, darf am Wochenende auch draußen nach 20.00 Uhr kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden. Der Senat um Hamburgs Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) reagierte damit auch auf viele Verstöße von Party-Verrückten, die die Polizei am vergangenen Wochenende ahnden musste. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Transparenzhinweis: Dieser Text wurdeam Freitag, 4. Juni 2021, um 17:02 Uhr aktualisiert.

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