Glatte 90

Inzidenzwert Hamburg bleibt unter 100: Virologen wollen härtere Corona-Regeln

  • Vivienne Goizet
    VonVivienne Goizet
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Der Inzidenzwert in Hamburg hält sich unter dem Wert 100. Es sind 88 Intensivbetten frei. Virologen fordern trotzdem strengere Corona-Regeln in Deutschland.

Hamburg – Der Inzidenzwert für Hamburg hält sich auch am Samstag, 4. September 2021, unter der 100er Marke und liegt glatt bei 90 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Derzeit macht es in der Hansestadt den Eindruck, als würde sich die vierte Welle auf diesem Niveau einpendeln. In ganz Deutschland liegt der Inzidenzwert bei 80,9.

Am Samstag kamen nach Angaben des Hamburger Gesundheitsamtes 248 neue Fälle hinzu, damit liegt die Elbmetropole bei 86.637 bestätigten Fällen, von denen 81.000 als geheilt gelten. Es kamen 6077 Schutzimpfungen hinzu und treiben den Impf-Zähler für Hamburg damit auf 1.278.252 Menschen, die einmal geimpft sind und 1.194.293 vollständig Geimpfte. Mit Impfen im Stadion und einer Impfaktion in der Elbphilharmonie versucht Hamburg mehr Menschen zum Impfen zu animieren.

Inzidenzwert Hamburg: 90,0 (Stand: 4. September 2021)
Inzidenzwert Niedersachsen: 59,5 (Stand: 4. September 2021)
Inzidenzwert Bremen: 105,1 (Stand: 4. September 2021)
Inzidenzwert Schleswig-Holstein: 49,8 (Stand: 4. September 2021)
Inzidenzwert Mecklenburg-Vorpommern: 33,4 (Stand: 3. September 2021)

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Hospitalisierten liegt in Deutschland bei 1,83. Es gibt allerdings keinen bundesweiten Schwellenwert, ab wann die Lage als kritisch angesehen wird. In Hamburg sind derzeit noch rund 17 Prozent der Intensivbetten frei. Das sind 88 Betten. Der Anteil der Corona-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten liegt bei 9,4 Prozent.

Inzidenzwert Hamburg weiter unter 100: Härtere Corona-Regeln im Winter?

In Hamburg scheint die Corona-Inzidenz von über 80 schon fast eine Normalität zu sein. Er hält sich dort seit Tagen vehement. Trotzdem fanden große Veranstaltungen wie der Hamburger Dom oder der Ironman 2021 statt. Selbst ein Corona-Ausbruch bei einer Abi-Party im nahegelegenen Elmshorn scheint niemanden zu beunruhigen. Knapp 100 km von Hamburg entfernt beginnt die Kieler Woche, wenn auch in abgespeckter Variante.

Der Inzidenzwert in Hamburg schwankt seit Wochen zwischen 79 und 92. Virologen und Gesundheitspolitiker wie Melanie Brinkmann, Karl Lauterbach (SPD) und Christian Drosten fordern strenger Maßnahmen. (24hamburg.de-Montage)

Doch von strengeren Corona-Regeln weit und breit keine Spur. Hamburg Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) versicherte den Bürgerinnen und Bürgern der norddeutschen Großstadt sogar, dass es einen nächsten Lockdown, wenn dann nur für Ungeimpfte geben wird. Zuletzt verabschiedete der Hamburger Senat das 2G-Optionsmodell, das Restaurant strengere Einlassbeschränkungen und Gästen mehr Freiheiten ermöglicht, wenn gewünscht.

Renommierte Virologen wie Karl Lauterbach (SPD), Christian Drosten und Melanie Brinkmann rufen allerdings nach strengeren Regeln und verschärften Corona-Maßnahmen.

Müssen die Corona-Regeln im Herbst verschärft werden?

Neben den medial allgegenwärtigen Gesundheitsexperten und Politiker mischt diesmal ein neuer Kandidat mit. Janosch Dahmen (Grüne) wird unter anderem vom Business Insider als Gesundheitspolitiker bezeichnet. Diesem gegenüber sagt er in einem Interview: „Bis heute ist 3G eine politische Fiktion, die kaum effektiv kontrolliert wird. So lässt sich die vierte Welle nicht bremsen.“ Er fordert neue Maßnahmen, die deutschlandweit gelten sollen.

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Im Gespräch mit dem Business Insider machte er seine Vorstellungen noch deutlicher: Es solle in der ganzen Bundesrepublik die 3G-Regel für alle Aktivitäten in Innenräumen geben, wenn der Inzidenzwert unter 50 läge. Sei er darüber, müsse Indoor 2G gelten. Auch Karl Lauterbach fordert strengere Corona-Regeln* und sagte gegenüber dem Business Insider: „Besonders bei Clubs, Restaurants und Kneipen, also dort, wo Superspreading-Ereignisse möglich sind, müssen wir strenger werden.“ Er halte aber einen weiteren Lockdown nicht für notwendig. * 24hamburg.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Sohn/dpa/POOL AP & Rolf Vennenbernd/dpa & Kay Nietfeld/dpa

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