Lockdown-Lockerungen

Inzidenzwert Hamburg: Das Ende der Ausgangssperre

  • Jens Kiffmeier
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Der Inzidenzwert in Hamburg bleibt brav unter der 100er-Marke. Damit kann die Ausgangssperre fallen und Lockerungen kommen. Zuerst öffnen Schulen und Kitas.

Update vom 7. Mai 2021 um 17:15 Uhr: Hamburg – Ausgangssperre weg und Lockerungen für Kitas und Schulen: Dank sinkender Inzidenzwerte erlaubt der Hamburger Senat erste Erleichterungen im Knallhart-Lockdown. So soll die nächtliche Ausgangsbeschränkung am kommenden Mittwoch, 12. Mai 2021, in der Hansestadt Hamburg wieder wegfallen. Voraussetzung sei aber, dass die Inzidenz bis dahin stabil unter dem Wert von 100 liege, teilte der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) im Anschluss an eine Sondersitzung mit. Vollständig Geimpfte werden zudem mit Getesteten auf Grundlage der neuen Bundesverordnung gleichgestellt.

Hamburg:292 neue Corona-Fälle (Freitag, 07. Mai 2021)
Niedersachsen1475 neue Corona-Fälle (Freitag, 07. Mai 2021)
Schleswig-Holstein:231 neue Corona-Fälle (Freitag, 07. Mai 2021)
Mecklenburg-Vorpommern:247 neue Corona-Fälle (Donnerstag, 08. Mai 2021)

Die Beendigung der seit fünf Wochen andauernden Ausgangssperre ist der erste Teil eines dreistufigen Öffnungskonzeptes. Ab dem 17. Mai 2021 sollen auch die Kitas von der Notbetreuung in den eingeschränkten Regelbetrieb wechseln sowie alle Schüler im Wechselunterricht zurück an die Schulen kehren dürfen. Weitere Öffnungsschritte sollen dann jeweils erst in einem Abstand von zehn bis 14 Tagen erfolgen, so etwa die Erlaubnis für das Click-and-Meet-Prinzip im Einzelhandel. Eine Öffnung der Außengastronomie wird es frühestens im dritten Schritt Anfang Juni geben.

Inzidenzwert Hamburg: Corona-Zahlen sinken – Tschentscher will Ausgangssperre aufheben

Insgesamt fährt der Senat damit weiterhin einen eher vorsichtigen Kurs, der ihm bei der Hamburger FDP-Bundestagsabgeordneten Katja Suding viel Kritik einbrachte. Tschentscher warb im Anschluss an die Sitzung um Verständnis. Die dritte Corona-Welle sei durch das umsichtige Verhalten der Bürgerinnen und Bürger gebrochen, sagte er. Jedoch müsse man nun aufpassen, dass man nicht sofort einen Rückfall erleide, weil man alles sofort und gleichzeitig wieder öffne. Mit der Aufhebung der Ausgangssperre nehme man eine hochwirksame Maßnahme zurück, das könne man nur mit wenigen zusätzlichen Schritten kombinieren.

Am Freitag lag der Inzidenzwert in Hamburg bereits den dritten Tag in Folge unter 100. Die Gesundheitsbehörde gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen 92,3 an, nach 89,5 am Vortag. Vor einer Woche war der Wert mit 102,8 beziffert worden.

Inzidenzwert Hamburg unter 100: Senat sieht Lockerungen bei Ausgangssperre und Schulen vor

Erstmeldung von Montag, 03. Mai 2021: Hamburg – Ausgangssperre weg, Click&Meet in den Geschäften könnte kommen: Auf die Hamburgerinnen und Hamburger warten baldige Lockerungen im strengen Corona-Lockdown. Denn am Montag ist der Inzidenzwert erstmals seit Wochen wieder unter die Schwelle von 100 gesunken. So registrierte die Gesundheitsbehörde in der Hansestadt Hamburg 190 Neuinfektionen. Das waren allerdings 13 weniger als am Vortag und 42 weniger als am Montag vor einer Woche. Die Inzidenz sank dadurch von 100,8 auf 98,6. Eine Woche zuvor hatte sie noch bei 115,2 gelegen.

Hamburg190 neue Corona-Fälle (Montag, 03. Mai 2021)
Niedersachsen374 neue Corona-Fälle (Montag, 03. Mai 2021)
Schleswig-Holstein98 neue Corona-Fälle (Montag, 03. Mai 2021)
Mecklenburg-Vorpommern89 neue Corona-Fälle (Sonntag, 02. Mai 2021)

Auf der Grundlage dieses Infektionsgeschehens könnte der Hamburger Senat bald die strengen Corona-Regeln lockern. So sieht die Corona-Notbremse bestimmte Öffnungsschritte vor. Als Vorgabe gilt: Liegt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen an fünf aufeinanderfolgenden Tagen stabil unter der 100er-Grenze liegt, dann können Ausgangsbeschränkungen ebenso zurückgenommen werden wie Einschränkungen im Einzelhandel.

Inzidenzwert Hamburg: Corona-Zahlen sinken unter 100 – Ende der Ausgangssperre und Lockerungen könnten kommen

Hamburg hatte wegen eines sprunghaften Anstiegs der Corona-Zahlen Mitte März die Corona-Notbremse gezogen. Damals war eine nächtliche Ausgangssperre von 21:00 bis 05:00 Uhr verhängt worden. Außerdem darf sich ein Haushalt seitdem nur noch mit einer Person eines anderen Haushaltes treffen statt mit fünf Personen. Geschäfte dürfen nur noch Click-and-Collect statt Click-and-Meet anbieten. Und auch für Sportvereine gelten wieder strengere Regeln.

Angesichts des Inzidenzwertes in Hamburg könnte er die harten Corona-Regeln für den Einzelhandel lockern: der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). (24hamburg.de-Montage)

Inwieweit der Senat aber die Beschränkungen im Einzelfall zurückdreht, bleibt abzuwarten. Zwar räumte der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) Ende der vergangenen Woche ein, dass man bei einem stabilen Infektionsgeschehen die Ausgangssperre wieder zurücknehmen werde. Aber laut einem Sprecher der Gesundheitsbehörde gibt es dafür keinen Automatismus.

Der Senat, so hieß es, werde am Dienstag über die Entwicklungen beraten. Dann wird auch noch einmal eine Lockerung des Lockdowns für Geimpfte beraten werden. Auch in Niedersachsen* laufen die Beratungen für Schulen, Tourismus und Gastronomie auf Hochtouren.

Inzidenz in Hamburg: Ausgangssperre soll gekippt werden und Geimpfte könnten Sonderrechte bekommen

Sorge bereitet dem Senat nach wie vor die Lage in den Krankenhäusern. Trotz des sinkenden Inzidenzwertes mussten noch 270 Covid-Patienten in den Kliniken behandelt werden. 115 von ihnen lagen dabei auf der Intensivstation. Dass sich unter den Intensivpatienten auch immer wieder Schwangere befinden, darauf machte am Montag der Direktor für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Stefan Kluge, aufmerksam. Seinen Angaben registrierte das UKE im ersten Quartal dieses Jahres bereits sieben Fälle.

Vor diesem Hintergrund forderte Kluge, Schwangere bevorzugt zu impfen. Jedoch gibt es hierzu bislang noch wenig Studien, weswegen Hamburg zunächst weiter streng nach der festgelegten Impf-Priorisierung vorgeht. Aber in diesem Zusammenhang gibt es deutliche Bewegung. So rief die Gesundheitsbehörde nun 21.000 Supermarktmitarbeiter auf, einen Impftermin zu vereinbaren. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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