Corona-Pandemie

Inzidenzwert Hamburg: Trotz Lockerung – Gastronomen total genervt!

  • Jens Kiffmeier
    vonJens Kiffmeier
    schließen

Der Inzidenzwert in Hamburg bleibt niedrig. Bars, Restaurants und Hotels dürfen ihre Außengastronomie nun öffnen. Doch die Vorfreude hält sich stark in Grenzen.

Hamburg – Einen Tag nach der Ankündigung von weiteren Lockerungen im Lockdown ist das Infektionsgeschehen in der Hansestadt Hamburg wieder leicht angestiegen. So meldete die Gesundheitsbehörde am Mittwoch 190 Corona-Neuinfektionen. Das waren 132 Fälle mehr als am Vortag und zwölf mehr als am vergangenen Mittwoch. Der Inzidenzwert, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, blieb aber weiterhin unter der Schwelle von 50. Er stieg leicht von 43,5 auf 44,2.

Hamburg:190 neue Corona-Fälle (Mittwoch, 19. Mai 2021)
Niedersachsen:746 neue Corona-Fälle (Mittwoch, 19. Mai 2021)
Schleswig-Holstein:201 neue Corona-Fälle (Mittwoch, 19. Mai 2021)
Mecklenburg-Vorpommern:227 neue Corona-Fälle (Dienstag, 18. Mai 2021)

Zuvor war die Inzidenz mehrere Tage in Folge rasant gefallen. Der Hamburger Senat hatte deswegen am Dienstag weitere Lockerungen im Lockdown beschlossen. Nachdem bereits in einer ersten Stufe die nächtliche Ausgangssperre weggefallen war und Erleichterungen für Kitas und Schulen eingeführt worden waren, soll nun ab Samstag, 22. Mai 2021, die zweite Stufe in dem Öffnungsplan in Kraft gesetzt werden. Demnach soll der Einzelhandel ebenso wie die Außengastronomie wiedereröffnet werden dürfen. Auch die strengen Kontaktverbote werden ein kleines Stück gelockert.

Inzidenzwert in Hamburg: Corona-Zahlen stabil – Gastronomie will weitere Lockerungen

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) lobte die Disziplin der Hamburgerinnen und Hamburger beim Einhalten der strengen Corona-Regeln. Dadurch habe man einen „außerordentlich Erfolg beim Abbremsen der Infektionswelle erzielt“ und sich genügend Spielräume für Lockerungen erarbeitet, sagte er.

Erlaubt die Öffnung der Außengastronomie: Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). (24hamburg.de-Montage)

Bei Gastronomen stieß das Vorgehen des Senats allerdings auf ein geteiltes Echo. Während größere Hotel- und Restaurantbesitzer sich zufrieden zeigten, dass sie vor Pfingsten die Außenbereiche ihrer Häuser für Gäste öffnen dürfen, mischten sich auch kritische Stimmen in die Bewertung.

Allen voran der Hamburger Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) zeigte sich „sehr enttäuscht“ von den aktuellen Senatsbeschlüssen. So drängte Dehoga-Vizepräsident Nikolaus Kaiser von Rosenburg auf eine zusätzliche Öffnung der Innengastronomie. Während etwa die Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich auf fünf Personen aus zwei Haushalten erlaubt seien, müssten die gebeutelten Gastronomen weiterhin Sonderopfer erbringen und die Läden geschlossen halten. Er könne nicht erkennen, dass Treffen in Gastronomiebetrieben gefährlicher sein sollten als in privaten Wohnungen, kritisierte von Rosenburg.

Inzidenz in Hamburg: Kneipen, Bars, Restaurants – Innenbereich bleibt vorerst geschlossen

Ursprünglich hatte der Hamburger Senat eine Öffnung der Außengastronomie erst für Anfang Juni im dritten Lockerungsschritt vorgesehen. Vor dem Hintergrund der sich extrem gut entwickelnden Corona-Zahlen hatte Tschentscher diesen Schritt nun aber vorgezogen. Trotz Forderungen aus der Opposition will er die Innengastro aber noch geschlossen halten und das Infektionsgeschehen vierzehn Tage lang beobachten. Damit fährt der Rathauschef einen deutlich vorsichtigeren Kurs als andere Bundesländer.

Weil in Niedersachsen*, Bremen* und Schleswig-Holstein großzügigere Regelungen gelten als in Hamburg, sehen sich die Gastronomen in der Hansestadt im Wettbewerbsnachteil. Das sei für die Hamburger Wirte „katastrophal“, sagte von Rosenburg. Man behalte sich vor, gegen die Senatspläne zu klagen. * 24hamburg.de, kreiszeitung.de und nordbuzz.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Helmut Fohringer/dpa/picture alliance & Georg Wendt/dpa/picture alliance

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare