Charité findet mögliche Ursache

Coronavirus: Warum erkranken ältere Menschen trotz Impfung?

  • Natalie-Margaux Rahimi
    VonNatalie-Margaux Rahimi
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Der Inzidenzwert in Hamburg sinkt weiter! Sorge bereitet allerdings, dass sich öfter ältere Menschen trotz Impfung infizieren. Forscher finden mögliche Ursache.

Hamburg – Die guten Nachrichten zuerst! Der Inzidenzwert in der Hansestadt Hamburg sinkt weiter. Am Sonntag, 13. Juni 2021, meldet die Hamburger Gesundheitsbehörde nur sieben Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind 42 weniger als am Vortag und 14 weniger als am Sonntag vor einer Woche. Die Inzidenz in der Elbmetropole liegt nun bei 15,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Hamburg, 13. Juni 2021:7 Fälle, Inzidenz: 15,1
Niedersachsen, 13. Juni 2021:87 Fälle, Inzidenz: 9,9
Schleswig-Holstein, 12. Juni 2021:33 Fälle, Inzidenz: 9,2
Mecklenburg-Vorpommern, 12. Juni 2021:10 Fälle, Inzidenz: 4,9

Seit Beginn der Pandemie haben sich nun bereits 76.885 Hamburger mit dem Coronavirus infiziert. Davon gelten laut Schätzungen des RKI 74.100 wieder als genesen. Insgesamt wurden in der Hansestadt Hamburg (Stand 12. Juni) bisher 1.258.750 Impfdosen verteilt. 453.001 Hamburger und Hamburgerinnen sind mittlerweile vollständig geimpft.

Inzidenzwert sinkt – Impfquoten steigen! Aber warum erkranken ältere Menschen trotz Impfung?

Dass die Impfungen gegen Corona nicht zu hundert Prozent vor einer Ansteckung, insbesondere mit einer Corona-Mutation, schützen, ist bekannt. Trotzdem ist es verwunderlich, dass ausgerechnet ältere Menschen oft trotz Impfung erkranken. Wissenschaftler der Charité in Berlin könnten nun eine mögliche Erklärung dafür gefunden haben. Das teilte die Charité am Mittwoch, 9. Juni 2021, mit.

Ältere Menschen erkranken öfter trotz Impfung an Corona – warum? (24hamburg.de-Montage/Symbolbild)

Sie veröffentlichen im Fachblatt Emerging Infectious Diseases zwei Studien, aus denen laut Deutscher-Presse Agentur hervorgehe, dass das Immunsystem von älteren Menschen weniger effizient auf die Corona-Impfstoffe reagiert als das Immunsystem jüngerer Menschen. Das bedeutet die Immunantwort des Körpers fällt bei älteren Menschen geringer aus als bei Menschen jüngeren Alters. Und damit ist auch die Immunabwehr gegen das Coronavirus schwächer.

Ältere erkranken oft trotz Impfung an Corona: Immunreaktion laut Studie geringer und deutlich verzögert

In einer der Studien verglichen Forscher, die unterschiedlichen Immunreaktionen nach Impfung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer. In einer Blutanalyse wurden die gebildeten Antikörper bei über 70-Jährigen mit denen der Charité Beschäftigten (Durchschnittsalter 34) verglichen. Das Ergebnis erscheint recht eindeutig. So wiesen über 87 Prozent der Jüngeren drei Wochen nach der Erstimpfung Antikörper gegen Corona auf. Bei den Älteren waren es nur 31 Prozent.

Zudem stellten die Forscher fest, dass die Antikörper gegen Corona bei Älteren deutlich längere Zeit zum Reifen benötigen. „Unsere Studie zeigt also, dass bei älteren Menschen die Immunantwort nach der Corona-Impfung deutlich verzögert ist und nicht das Niveau von jungen Impflingen erreicht“, sagte Leif Erik Sander, Impfstoffforscher von der medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie, der Deutschen-Presse Agentur.

Deshalb sei es besonders wichtig, dass das Pflegepersonal in Alten- und Pflegeheimen möglichst vollständig gegen Corona geimpft wird und Testpflichten, sowie Hygiene- und Schutzmaßnahmen bestehen bleiben, heißt es seitens der Charité. Auch Auffrischungsimpfungen sollen dabei helfen den Impfschutz zu verstärken. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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