Corona-Pandemie

Inzidenzwert in Hamburg sinkt: 30.000 neue Impf-Termine

  • Jens Kiffmeier
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Trotz Lockerungen: Der Inzidenzwert in Hamburg bleibt unten. Die Corona-Notbremse könnte auslaufen. Schleppend geht es allerdings beim Impfen voran.

Hamburg – Endlich Sommer: Seit zwei Tagen genießen die Hamburgerinnen und Hamburger bei sommerlichen Temperaturen die Corona-Lockerungen. Trotz der Erleichterungen bei den Regeln ist der Inzidenzwert in der Hansestadt Hamburg auch vorerst unten geblieben. So kamen am Montag nur 21 Neuinfektionen hinzu, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Das waren 21 weniger als am Sonntag und 47 weniger als am Montag vor einer Woche. Die Inzidenz sank dadurch von 24,0 auf 21,5. Vor einer Woche hatte der Wert noch 38,3 betragen.

Hamburg:21 neue Corona-Fälle (Montag, 31. Mai 2021)
Niedersachsen:116 neue Corona-Fälle (Montag, 31. Mai 2021)
Schleswig-Holstein:39 neue Corona-Fälle (Montag, 31. Mai 2021)
Mecklenburg-Vorpommern:13 neue Corona-Fälle (Sonntag, 30. Mai 2021)

Damit liegt Hamburg weiterhin in der bundesweiten Spitzengruppe. Dennoch gehen vielerorts die Corona-Zahlen stark zurück, weshalb die Bundesregierung nun die Aufhebung der Corona-Notbremse erwägt. „Wenn die sehr erfreuliche Entwicklung der Infektionszahlen der letzten Wochen anhält, was wir alle hoffen, dann ist aus heutiger Sicht die Tendenz, diese Notbremse mit dem 30. Juni auslaufen zu lassen“, teilte Regierungssprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin mit.

Inzidenzwert Hamburg: Corona-Zahlen sinken – Senat gibt 30.000 neue Impf-Termine frei

Eine ähnliche Bereitschaft ließ auch Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) erkennen. Jedoch betonte er zugleich, dass einzelne Maßnahmen, die bis dahin noch gelten würden, auch bis zum Ende der Frist weiterlaufen würden. Explizit nannte er dabei die Homeoffice-Pflicht.

Der Inzidenzwert in Hamburg sinkt. Damit sich der Trend fortsetzt, vergibt der Senat nun 30.0000 neue Impf-Termine. (24hamburg.de-Montage)

Wegen der hohen Infektionszahlen hatte die Große Koalition im April bundeseinheitliche Corona-Regeln festgelegt. Im Infektionsschutzgesetz wurde den Ländern und Landkreisen vorgeschrieben, ab welcher Inzidenz welche Maßnahme erlassen werden muss. Die Regelung ist jedoch nur bis zum 30. Juni 2021 befristet. Danach wären die Bundesländer wieder alleine zuständig. Sollten die Corona-Zahlen dann wieder steigen, müssten die Ministerpräsidenten selber über Gegenmaßnahmen entscheiden.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte zuletzt wegen des verbesserten Infektionsgeschehens umfangreiche Lockerungen in der Hansestadt erlaubt. Am Montag veröffentlichte der Senat die neue Eindämmungsverordnung, wonach künftig unter anderem wieder Hotels Touristen empfangen dürfen und die Kontaktbeschränkungen im Sport- und Freizeitbereich gelockert werden. Jedoch hatte Tschentscher auch stets davor gewarnt, die Lockerungen auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Pandemie sei noch nicht vorbei, betonte er stets.

Inzidenz: Corona-Notbremse könnte zum Juni 2021 auslaufen – Senat warnt vor Übermut

Für Ärger sorgte vor diesem Hintergrund, dass am Wochenende viele Hamburgerinnen und Hamburger das schöne Wetter für Treffen mit Freunden und Verwandten nutzten – und dabei nicht immer die nötigen Abstands- und Hygienevorschriften einhielten. Insbesondere im Schanzenviertel kam es verstärkt zu großen Menschenansammlungen und Zusammenstößen mit der Polizei. Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) verurteilte das Vorgehen scharf und drohte Konsequenzen an.

Wie hoch die Ansteckungsgefahr bleibt, verrät ein Blick auf die Zahlen: Bislang haben sich den Angaben zufolge nachweislich 76.230 Hamburger mit Sars-CoV-2 infiziert. Zuletzt mussten noch 102 Patienten in den Krankenhäusern behandelt werden. Um die Zahl weiter zu drücken, gab die Gesundheitsbehörde am Montag weitere 30.000 Impf-Termine frei.

Impfungen in Hamburg: Prioritätengruppe 3 aufgerufen – doch wer gehört dazu?

So rief Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) nun die komplette Prioritätsgruppe 3 für eine Corona-Schutzimpfung auf. Ab sofort könnten sich damit auch Frauen und Männer über 60 Jahren sowie Personen, die in der kritischen Infrastruktur oder in bestimmten Funktionen im Katastrophenschutz tätig sind, beim Impfzentrum unter der Telefonnummer 116 117 um einen Termin bemühen, teilte die SPD-Politikerin mit. Wer alles zu der Gruppe der Berechtigten gehört, erfahren sie hier.

Laut Leonhard sind dies allerdings vorerst die letzten freien Impf-Termine, die vergeben werden können. Danach stünden erst einmal wieder ausschließlich Zweitimpfungen an. Leider sei der Impfstoff weiterhin knapp, so die Senatorin. Es werde „noch etliche Wochen dauern, bis nach und nach allen Hamburgerinnen und Hamburgern eine Schutzimpfung angeboten“ werden könne. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Kumm/dpa/picture alliance

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