2G-Optionsmodell

Tschentscher ändert Corona-Regeln – jetzt wird es eng für Ungeimpfte

  • Jens Kiffmeier
    VonJens Kiffmeier
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Die vierte Corona-Welle steht in den Startlöchern: Hamburg stemmt sich gegen das Virus – doch die Inzidenz steigt. Ungeimpfte müssen Nachteile hinnehmen.

Hamburg – Mehr Freiheit für Geimpfte und Genesene, aber weiter Einschränkungen für Ungeimpfte: Angesichts eines steigenden Infektionsrisikos werden in der Hansestadt Hamburg die Corona-Regeln überarbeitet. Dabei strebt der Senat um Hamburgs Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) ein sogenanntes 2G-Optionsmodell an, wie Senatssprecher Marcel Schweitzer am Dienstag mitteilte. Demnach könnten private Betreiber, Restaurantbesitzer oder Kultureinrichtungen Veranstaltungen nur für Geimpfte und Genesene planen, wodurch behördliche Auflagen im Gegenzug entfallen würden.

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Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Inzidenzwert Hamburg: Senat überarbeitet Corona-Regeln und plant Lockerung nach 2G-Modell

Der Senat reagiert damit auf das sich verändernde Infektionsgeschehen in der Stadt. In den vergangenen Tagen war der Inzidenzwert wieder angestiegen. Am Dienstag meldete die Gesundheitsbehörde 207 bestätigte Neuansteckungen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag damit bei 86,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Am Montag hatte der Wert 87,4 betragen, vor einer Woche nur 69,1. Auf den Intensivstationen wurden zuletzt 21 Menschen wegen einer Covid-Erkrankung behandelt.

Steuert Hamburg durch die Corona-Krise: Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD).

Trotz der steigenden Zahlen bezeichnete der Senatssprecher die Lage als noch „stabil“. Immerhin habe sich der Anstieg in den vergangenen Tagen ein wenig verlangsamt, sagte Schweitzer. Auch vor diesem Hintergrund soll eine Rückkehr zu einer Art Normalität für Geimpfte und Genesene eingeleitet werden. So sollen die Veranstalter künftig entscheiden können, ob sie mit weniger Auflagen ihre Angebote unter Ausschluss von Ungeimpften durchführen wollen. Diese Möglichkeit hatte Tschentscher bereits nach dem vergangenen Bund-Länder-Gipfel angedeutet.

Inzidenz in Hamburg: Corona-Zahlen steigen – Müssen Ungeimpfte mit Lockdown rechnen?

Einige Bundesländer haben bereits ihre Corona-Verordnungen angepasst. In Nordrhein-Westfalen liebäugelt etwa der Fußball-Bundesligist 1. FC Köln mit einer Öffnung seines Stadions nur noch auf Grundlage der 2G-Regel. Da dies in Hamburg im Rahmen der aktuell noch geltenden Corona-Regeln noch nicht möglich ist, will der Senat die Gesetzeslage nun anpassen. Laut Schweitzer befindet sich die neue Verordnung zwischen den Behörden in der Abstimmung und soll nach Möglichkeit in der kommenden Woche finalisiert werden. In Bremen hält man indes an der 3G-Regel (Geimpfte, Genesene und Getestete) fest.

Laut dem Senatssprecher müssen Ungeimpfte damit weiterhin Einschränkungen bei Veranstaltungen oder privaten Treffen hinnehmen. Eine Teilnahme mit einem negativen Antigen-Schnelltest an Veranstaltungen sei bei 2G-Veranstaltungen nicht möglich. Dabei sei das Ansteckungsrisiko derzeit zu hoch. „Lassen Sie sich also impfen“, warb der Sprecher bei allen Ungeimpften um Verständnis. „Eine Corona-Impfung schützt am besten gegen Krankheit oder sogar Tod“, sagte er. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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Rubriklistenbild: © Marcus Brandt/dpa/picture alliance

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