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Überlastung im Hamburger Rettungsdienst – wenn die Hilfe später kommt

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Von: Elias Bartl

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Rettungsdienst Hamburg Einsatzfahrt
Rettungswagen der Feuerwehr Hamburg im Einsatz (Symbolfoto) © Achim Duwentäster / Imago

Wenn es brennt, oder ein Rettungswagen benötigt wird, muss es schnell gehen. In Hamburg ist dies nicht immer der Fall.

Hamburg – Wer im Notfall schnell Hilfe benötigt, wählt den Notruf 112 und kann sich darauf verlassen, dass schnelle Hilfe kommt. Dass dies in Hamburg nicht immer der Fall ist, deckt jetzt die Antwort auf eine Anfrage im Senat auf. Häufig kann die Feuerwehr die vorgegebene Hilfsfrist nicht einhalten. Laut eigener Hilfsfrist der Hamburger Feuerwehr soll ein Rettungswagen innerhalb von acht Minuten am Notfallort eintreffen. Seit einigen Monaten können diese acht Minuten in mehreren Bezirken aber nicht eingehalten werden. Häufig kommt der Rettungswagen dann später. Stark betroffen davon sind die Bezirke Bergedorf, Wandsbek und Harburg.

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Überlastung im Hamburger Rettungsdienst: Anfrage der CDU legt Notstand offen

Die Antwort des Senats auf die Kleine Anfrage der CDU legt nun dar, was die Gründe hierfür sind. Neben den stetig steigenden Einsatzzahlen im Rettungsdienst müssen die Rettungswagen der Feuerwehr und der Hilfsorganisationen immer häufiger auch Krankentransporte der privaten Dienstleister übernehmen.

Einsätze der Hamburger Feuerwehr20212020
Gesamt282.516257.280
Rettungsdienst250.716226.335
Techniche Hilfeleistung21.28719.973
Brandschutz10.51310.952
Alarmierungen pro 24 Stunden774705

Zusätzlich tragen auch hohe Krankenzahlen bei den Beamten und Beschäftigten im Rettungsdienst dazu bei, dass immer häufiger Rettungswagen nicht besetzt werden können. In den letzten Wochen mussten immer wieder Löschfahrzeuge außer Dienst genommen werden. Die Feuerwehrleute mussten dann Rettungswagen besetzen, um die Notfallversorgung in der Hansestadt sicherzustellen.

Sanitäter an der Belastungsgrenze: Immer mehr Notfälle belasten die Retter

Auch im Netz und in den sozialen Netzwerken beklagen immer mehr Feuerwehrleute den unhaltbaren Zustand im Rettungsdienst. Unter dem Hashtag #nurnoch1rtw hat die Hamburger Feuerwehrgewerkschaft aufgerufen, die längsten Fahrtstecken eines Einsatzes mit dem Rettungswagen zu posten. Der Rekord für eine Krankenbeförderung liegt derzeit bei über 300 Kilometern für eine Strecke nach Norddeich in der Stadt Norden.

Die Stadt Hamburg reagiert auf den Notstand und baut weitere Rettungswachen. In den kommenden drei Jahren sollen Rettungswachen in Allermöhe, in Neugraben-Fischbek und Meiendorf gebaut werden. Zusätzlich sollen fünf neue Rettungswagen in Dienst gestellt werden und die schon bestehenden Wachen mit insgesamt vier weiteren Rettungswagen besetzt werden.

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