Nach den Sommerferien

Impfung für Schüler: Hamburg schließt sich Biontech-Plänen von Spahn an

  • Jens Kiffmeier
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Freiwillig, ohne Pflicht: In Hamburg sollen Schülerinnen und Schüler schon bald eine Corona-Impfung mit dem Biontech-Impfstoff bekommen.

Hamburg – In die Schulen in Hamburg soll nach den Sommerferien die Normalität zurückkehren: Deswegen drängt die Bundesregierung jetzt auf eine schnelle Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen. Allen Schülerinnen und Schülern ab zwölf Jahren solle zu Beginn des neuen Schuljahres ein Impfangebot gemacht werden, sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) der Funke Mediengruppe. Gespritzt werden soll ein Covid-19-Impfstoff von Biontech. Allerdings prüft die Ständige Impfkommission (Stiko) derzeit das Vakzin noch auf mögliche Risiken. Zuletzt hatte eine Herzmuskelentzündung als Nebenwirkung große Schlagzeilen gemacht.

Virus:Coronavirus, COVID-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:Weltweit
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019

Zuvor hatte bereits Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) das Thema auf die Tagesordnung gehievt. Vergangene Woche stellte er bereits in seiner Sommerplanung eine Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche* in den Raum. Er kündigte an, dass für diesen Fall ausreichend Impfstoffe von Biontech und Pfizer reserviert und zurückgestellt werden müssten. In der kommenden Woche wollen sich die Landesgesundheitsminister zusammen mit der Bundesregierung bei einem Impfgipfel zu diesem Thema beraten.

Corona-Impfung für Schülerinnen und Schüler in Hamburg: Impfkommission prüft Nebenwirkungen des Biontech-Impfstoffs

Bereits im Vorfeld macht die Bundesbildungsministerin jetzt Druck. Sie forderte die Bundesländer auf, konkrete Impf-Fahrpläne vorzulegen. Ziel müsse es sein, so Karliczek, dass nach den Sommerferien „überall der Schulbetrieb wieder relativ normal beginnen kann“, sagte sie. Eine möglichst hohe Impfquote erleichtere die Sicherheit an den Lehreinrichtungen.

Zuvor muss das Vakzin von Biontech aber noch offiziell für den Einsatz genehmigt werden. Während die USA bereits damit begonnen haben, Kinder ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus zu impfen, überprüft die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) die Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe für Minderjährige noch. Sie sei sicher, dass die EMA im Genehmigungsverfahren „ganz genau hinschaut“, betonte Karliczek.

Corona-Impfung geplant: In Hamburg sollen Kinder und Jugendliche bald mit Biontech gegen Covid geschützt werden. (24hamburg.de-Montage)

Obwohl Experten die zugelassenen Impfstoffe von Astrazeneca, Moderna, Johnson und Johnson sowie Biontech grundsätzlich als sicher einstufen, werden immer wieder aufgetretene Nebenwirkungen sowie Vor- und Nachteile diskutiert. Zuletzt waren möglicherweise vereinzelt Herzmuskelentzündungen im Zusammenhang mit dem Biontech-Vakzin aufgetreten. Für Aufregung sorgte zuletzt ein Impf-Fall in Heidelberg*, bei der ein 18-Jähriger kurz nach seiner zweiten Impfung erkrankt war. Doch Fachleute warnen weiterhin vor Panikmache und betonen den überwiegenden Nutzen der Impfstoffe.

Covid-Impfstoff für Schüler: Freiwillig und ohne Impfpflicht – in Hamburg impfen Kinderärzte

Bevor Kinder und Jugendliche tatsächlich geimpft werden dürfen, wird die Stiko nach der EU-Zulassung und eingehender Prüfung ebenfalls eine offizielle Empfehlung für den Einsatz der Vakzine aussprechen. Entscheiden müssen aber am Ende die Eltern. Eine Impf-Pflicht wird es jedenfalls nicht geben, auch nicht in der Hansestadt Hamburg.

Dort laufen die Vorbereitungen schon auf Hochtouren. Nach NDR-Informationen hat die Gesundheitsbehörde von Senatorin Melanie Leonhard (SPD) an die Bundesregierung bereits ein Konzept geschickt. Demnach sollen die Kinder und Jugendlichen in Hamburg im zentralen Impfzentrum in den Messehallen geimpft werden. Damit rund 111.000 Schülerinnen und Schüler schnell geimpft werden können, soll das Zentrum jeweils zwei Wochen lang komplett für die entsprechende Erst- und Zweitimpfung reserviert werden.

Durchgeführt werden sollen die Impfungen dann von Kinderärzten. Das hatte die Hamburger Ärztekammer bereits vor Wochen gefordert. Die Kinder seien durch die monatelange Pandemie ohnehin schon einem enormen Stress und hohen Belastungen ausgesetzt. Um jetzt eine möglichst gute Impfquote zu erreichen, sei es wichtig, dass nicht zusätzlicher Druck auf die Familien ausgeübt werde, hieß es. * 24hamburg.de, merkur.de und heidelberg24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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