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Impfstoff Hamburg: Mangel an Biontech und Moderna, Termine stocken – Ärzte sauer!

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Von: Tomasz Gralla

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Der Impfstoff in Hamburg wird knapp, sehr knapp. Ärzte schlagen Alarm, weil sie gerade einmal die Hälfe aller geplanten Impfungen durchführen können.

Hamburg – Die Booster-Impfungen sollen so schnell wie möglich angegangen werden, um die Coronapandemie und die vierte Welle zu stoppen. Beunruhigend in diesem Zusammenhang ist auch die neu entdeckte Südafrika-Variante des Virus, Omikron genannt. Doch auch wenn an allen Stellen die Devise „impfen, impfen, impfen“ zu vernehmen ist, lässt ein entscheidender Faktor das Vorhaben auch in Hamburg ins Stocken geraten: Der Impfstoff ist nun doch wieder knapp.

Bundesland7-Tage-Inzidenz (Stand: 27.11.21 laut RKI)7-Tage-Fallzahl (Stand: 27.11.21 laut RKI)
Hamburg210,73903
Mecklenburg-Vorpommern382,76164
Niedersachsen209,816.788
Schleswig-Holstein150,24372

Impfstoff in Hamburg wird knapp – keine Besserung in SIcht

Jede Hausarztpraxis in Hamburg sollte 48 Dosen Biontech erhalten. So hieß es vonseiten des Bundesgesundheitsministeriums. Doch keine der Praxen in Hamburg hat nach Jana Husemann, Vorsitzende des Hausärzteverbandes Hamburg, die versprochene Menge Impfdosen erhalten. Und es kommt noch härter, denn Biontech ist nicht das einzige Vakzin, dass offenbar Mangelware ist. „Jetzt wurde angekündigt, dass auch der Moderna-Impfstoff knapp wird und die Praxen nicht die volle Bestellmenge erhalten werden“, sagt Husemann dem Hamburger Abendblatt.

Ein Problem, das sich in den nächsten Wochen wohl kaum lösen lässt. „Entgegen seiner Zusage hat das Bundesgesundheitsministerium die Impfstoff-Lieferung für die kommende Woche doch gekürzt. Die Auslieferung der zugesagten 48 Impfdosen BioNTech/Pfizer ist fast nirgendwo möglich“, heißt es in einem Rundschreiben des Vorstands der Krankenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVHH).

Zwei Sprechstundenhilfen mit Mund-Nasenschutz sind hinter einer Plexiglasscheibe in einer Praxis für Allgemeinmedizin in Hamburg-Volksdorf zu sehen.
Der Impfstoff in Hamburg ist unerwartet knapp, Ärzte sind ratlos. (Archivbild) © Christian Charisius/dpa

Biontech, Moderna? Impfchaos in Hamburg

In Hamburg wurden großzügig Impftermine vergeben. Auch am Wochenende kann man sich an ausgewählten Orten in Hamburg die Booster-Impfung geben lassen. Mehr als 20 neue Impfzentren haben in der Hansestadt geöffnet, um die Impfungen voranzutreiben. Und die Nachfrage ist groß, riesige Schlangen bilden sich teils vor den Impfstationen. Teilweise kommt es gar zu Handgreiflichkeiten, die die Präsenz der Polizei erfordern.

All das hört sich gut an. Wäre da nicht das Impfchaos, das niemand geringeres als Gesundheitsminister Jens Spahn selbst in die Wege geleitet hat. In einem Schreiben ließ er verlauten, dass Impf- und Hausärzte nur eine begrenzte Menge Biontech-Impfstoffe erhalten sollen und empfiehlt stattdessen auf das Vakzin von Moderna zurückzugreifen. Eine unerwartete Kursänderung, für die Jens Spahn viel Kritik von Hamburger Ärzten erntete.

Spahns Pläne brachten auch den Drei-Schritte-Plan von Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard ins Wanken, demnach niedergelassene Ärzte Anlaufstelle Nummer eins für Booster-willig Hamburger und Hamburgerinnen sein sollte. Und nun der riesige Dämpfer um den Impfstoffmangel in Hamburg.

Impfstoff in Hamburg Mangelware: „vollständigen Organisationsversagen“

 „Jetzt werden die hausärztlichen Praxen und alle anderen Beteiligten der Impfkampagne von Großhandel und Politik an den Rand des organisatorischen Kollapses getrieben“, beklagen der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, und die Vorsitzenden der Landesverbände in einem gemeinsamen Brandbrief. Nicht nur Hamburg leidet unter einem Impfstoffmangel, auch Niedersachsen und Bremen* und ganz Deutschland sind betroffen.

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Von einem „vollständigen Organisationsversagen“ ist die Rede. Zahlreiche Termine für Impfungen in Hamburg müssen von den Hausärzten notgedrungen abgesagt werden, weil einfach nicht genügend Vakzin vorhanden ist. Wieder müssen die Praxen von Woche zur Woche planen. Und die impfwilligen Menschen müssen sie wohl in Geduld üben, denn ihre Impfung oder Booster-Impfung könnte etwas länger dauern, als sie es gerne hätten.

Währenddessen steigt die 7-Tage-Inzidenz immer weiter. In Hamburg liegt sie laut RKI am Samstag, 27. November 2021, bei 210,7. Trotz des Rekordwerts liegt die Hansestadt im bundesweiten Inzidenz-Vergleich weit unten. Trauriger Spitzenreiter ist Sachsen mit einer 7-Tage-Inzidenz von 1201,1. Bundesweit beträgt die Inzidenz am Samstag 444,3. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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