Hausarzt bevorzugt

Impfschwindler und Ungeduldige sorgen in Hamburg für totales Chaos

  • Yannick Hanke
    VonYannick Hanke
    schließen

Während immer noch zahlreiche Menschen in Hamburg auf ihre erste Corona-Impfung warten, lassen andere eiskalt ihren zweiten Termin sausen. Taktisches Kalkül?

Hamburg – Sie gehen weg wie Freibier auf dem Sommerdom – Termine im Impfzentrum Hamburg. Doch wie der NDR berichtet, verfallen derzeit täglich hunderte dieser begehrten Corona-Impftermine. Hierfür seien laut der Gesundheitsbehörde aber nicht sogenannte „Impfschwänzer“ verantwortlich, sondern vielmehr Menschen, die das System im großen Stil austricksen wollen.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Gegründet:500 n. Chr.
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Bürgermeister:Peter Tschentscher

Impfzentrum Hamburg: Zahlreiche Corona-Impftermine verstreichen – von Absagen keine Spur

Erst am Sonntag, 4. Juli 2021, seien rund 700 geplante Impfungen gegen das Coronavirus nicht durchgeführt worden. Darauf verweist Dirk Heinrich, Ärtztlicher Leiter des Impfzentrums in den Hamburger Messehallen. Oftmals würden Menschen schlicht nicht zu ihrem Zweittermin erscheinen.

Links kann der ausgemachte Impftermin im Hamburger Impfzentrum in den Messehallen wahrgenommen werden – doch zieht es viele Menschen wieder weg vom ausgemachten Termin.

Häufig wohl auch, da sie ihre zweite Impfdosis bereits von ihrem Hausarzt verabreicht bekommen haben. Die Hamburger Gesundheitsbehörde räumt selbst ein, dass es schwierig sein könne, Zweittermine abzusagen. Es ist die Rede von technischen Schwierigkeiten in Einzelfällen, die eine Absage schier unmöglich machen.

Gesunder Impfstoff-Haushalt: Impfzentrum in Hamburger Messehallen plant genau mit seinen Ressourcen

Ein noch größeres Problem würden jedoch die Menschen darstellen, die stumpf neue Ersttermine ausmachen, um letztendlich schneller an ihre Zweitimpfung zu gelangen. Wie die Gesundheitsbehörde verlauten lässt, würde diese Masche jedoch direkt beim Check-In auffliegen. Übrigens: SPD-Mediziner Karl Lauterbach fordert knallharte Strafen für solche „Impfschwänzer“*.

Verfällt ein Termin im Impfzentrum in den Hamburger Messehallen, muss der Impfstoff aber nicht automatisch weggeworfen werden. Das versichert der ärztliche Leiter. Dirk Heinrich verweist darauf, dass in seinem Impfzentrum nur so viel angebrochen werde, wie am Ende auch gebraucht wird. Und selbst für Reste gebe es immer noch eine Impf-Warteliste mit städtischen Angestellten.

Corona-Impfungen bundesweit wieder im Schneckentempo – im Vergleich der nördlichen Bundesländer schmiert Hamburg ab

Indes vermeldet der NDR, dass zuletzt bundesweit so wenig Corona-Impfungen durchgeführt wurden wie seit Anfang April 2021 nicht mehr. Und in Hamburg wird sich das Tempo vorerst nicht beschleunigen lassen, denn es kommt zum Stopp der Impftermin-Vergabe.

Generell sind in den nördlichen Bundesländern bisher 38 Prozent der Impfwilligen vollständig geimpft. Immerhin 58 Prozent haben mindestens ihre erste Impfung erhalten. Nur auf die norddeutschen Bundesländer bezogen, führt Bremen die Liste an. In der Stadt an der Weser beläuft sich der Anteil der mindestens einmal Geimpften auf 64,8 Prozent.

Es folgen Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und zu guter Letzt Hamburg. Der Stand aller Daten beläuft sich auf den 5. Juli 2021, entsprechende Werte stammen vom Robert Koch-Institut (RKI). * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Tobias Steinmaurer/imago images & NurPhoto/imago images & teamwork/imago images

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare