Kaum Termine, wenig Impfstoff

Impfpriorisierung aufgehoben: Was gilt jetzt in Hamburg?

  • Yannick Hanke
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Die Impfpriorisierung in Hamburg fällt. Nur im Impfzentrum in den Messehallen bleibt sie bestehen. Das müssen Sie jetzt über die Corona-Impfung wissen.

Hamburg – Am Montag, 7. Juni 2021, kippt die Impfpriorisierung. Beim Impfen gegen das Coronavirus müssen bislang gültige Reihenfolgen nach Alter, Beruf und Vorerkrankungen nicht mehr eingehalten werden. Mit Ausnahme des Impfzentrums in den Messehallen gilt dies auch für die Hansestadt Hamburg. 24hamburg.de liefert den großen Überblick.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Gegründet:500 n. Chr.
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Bürgermeister:Peter Tschentscher

Corona-Impfungen in Hamburg: Hausärzte ersticken in Anfragen – doch Impfstoff fehlt

Neben Hausärzten in Hamburg dürfen nun auch Betriebsärzte in der Hansestadt mit dem Impfen beginnen. Das Problem für alle Mediziner in Hamburg bleibt jedoch dasselbe: Es mangelt an ausreichend Impfstoff. Nichtsdestotrotz ist der Impf-Andrang ungebrochen groß.

Die Impfpriorisierung in Hamburg ist aufgehoben. Wie läuft es nun konkret ab mit den Corona-Impfungen in der Hansestadt? (24hamburg.de)

Die Hausarztpraxen sind von telefonischen Anfragen akut überlastet, Anfragen per Mail werden empfohlen. Nach wie vor kann aber auch das Angebot vom Impfzentrum in den Messehallen, dessen Vertrag verlängert wurde, wahrgenommen werden. Hier gilt weiterhin die Priorisierung.

Fünf Krankenhäuser in Hamburg bieten Corona-Impfungen an – Option für Menschen über 60 Jahre

Wer also Vorerkrankungen aufweist, beispielsweise Asthma oder eine Herzschwäche, hat im Impfzentrum eine Berechtigung. Die Erkrankungen müssen jedoch mit einem ärztlichen Bescheid nachgewiesen werden. Wer über 60 Jahre alt ist, kann sich zudem in einem von fünf Krankenhäusern in Hamburg, die eine Corona-Impfung anbieten, spritzen lassen.

Die Kliniken, in denen geimpft wird, sind das Agaplesion Diakonieklinikum (Eimsbüttel), das Albertinen Krankenhaus (Schnelsen), das Bethesda Krankenhaus (Bergedorf), das Asklepios Klinikum Nord (Langenhorn) sowie das Asklepios Klinikum (Harburg). Termine sind telefonisch unter der Nummer 116 117 zu vereinbaren oder unter www.116117.de buchbar.

Terminmangel in Hamburger Arztpraxen und im Impfzentrum in den Messehallen

Auf dieser Homepage werden auch Termine für die Praxen in Hamburg eingestellt. Der Knackpunkt: Derzeit sind keine Termine verfügbar (Stand: 7. Juni 2021, 09:00 Uhr). Vereinzelt verfügen Praxen über Internetseiten mit Terminbuchungsfunktion. Andere Praxen bieten wiederum eine Registrierung für Wartelisten an.

Eine Alternative stellt die nicht-staatliche Website www.sofort-impfen.de dar. Hier wird versucht, Impfwillige an Ärzte mit genügend Kapazitäten weiterzuleiten. Auch im Hamburger Impfzentrum sind aktuell keine Termine verfügbar. Darauf verweist die Stadt Hamburg auf ihrem Online-Auftritt.

Hamburger Impfzentrum: Aktueller Stopp der Terminvergabe – zu viele Erst- und Zweitimpfungen

Erst am Montag, 31. Mai 2021, sind 30.000 zusätzliche Termine für Corona-Erstimpfungen in den Messehallen vergeben worden. Kurzfristig ist es nicht möglich, weitere Termine zu buchen. Doch informiert die Sozialbehörde öffentlich, wenn durch neue Impfstofflieferungen wieder Termine verfügbar sind.

Aufgrund einer hohen Anzahl von Zweitimpfungsterminen in den Messehallen, welche bei gleichbleibender Liefermenge durchgeführt werden müssen, sei kurzfristig jedoch nicht mit weiteren Terminen im Impfzentrum zu rechnen. Und was ist mit den Betriebsärzten? Diese bekommen zunächst, so wird geschätzt, rund 100 Dosen in der ersten Woche.

Auch Betriebsärzte in Hamburg bieten Corona-Impfungen an – Unterschiede zwischen den Unternehmen

Am Montag, 7. Juni 2021, starten die Betriebsärzte mit ihren Impfungen. Größere Unternehmen haben eigene interne Priorisierungslisten. Dies gilt zum Beispiel für entsprechende Mitarbeiter in der Produktion. Demgegenüber stehen kleinere Unternehmen, die sich an die Handelskammer wenden können. Diese richtet ein eigenes Impfzentrum ein.

Das Impfzentrum in den Messehallen hingegen soll noch bis Ende August bestehen. Dann läuft der Vertrag aus. Ob die Messehallen danach noch für Corona-Impfungen benötigt werden, ist stark von dem Umfang abhängig, in dem Haus- und Betriebsärzte bis dahin geimpft haben. Diese sind wiederum davon abhängig, ob ihnen genügend Impfstoff zur Verfügung steht. Indes ist in Bayern die Freigabe aller Corona-Impfstoffe für Hausärzte* angekündigt worden.

Neue Impfstoff-Lieferungen für Ende Juni erwartet – nur Johnson & Johnson unbegrenzt verfügbar

Es wird nachgedacht, ob auch Kinderärzte impfen sollen. Ebenso ist es eine Überlegung, ein Pendant zum Impfzentrum in den Messehallen zu installieren. In Betracht kommen beispielsweise über Hamburg verteilte, dezentrale Großpraxen oder auch die fünf Krankenhäuser, die jetzt schon impfen. Das Asklepios Klinikum soll bereits Gesprächsbereitschaft gezeigt haben.

Da nahezu alles mit dem Impfstoff steht und fällt, stellt sich folgende Frage: Ab wann können Ärzte, Mediziner, Krankenhäuser und Kliniken mit neuem Impfstoff planen? Bereits Ende Juni sollen die Lieferungen für alle Empfänger größer werden. Derzeit ist es nur der Impfstoff von Johnson & Johnson, der in unbegrenzter Anzahl bestellt werden kann. Übrigens: Auch in Niedersachsen ändert sich durch das Kippen der Impfpriorisierung einiges*.

Geimpfte müssen weiterhin Corona-Schutzmaske tragen – digitaler Impfpass kommt

Doch auch im Falle einer Impfung gegen das Coronavirus müssen die Geimpften weiterhin eine medizinische Schutzmaske tragen*. Diese Personen können sich weiterhin mit dem Virus infizieren, eine Übertragung auf Dritte gilt als nicht ausgeschlossen. Unklarheit herrscht aber auch noch bei der Frage, wann die Impfung aufgefrischt werden muss.

Nach Einschätzung von Hamburger Ärzten ist nach rund einem Jahr eine Auffrischungsimpfung fällig. Andere Mediziner sprechen hingegen von etwa neun Monaten. Derweil etabliert sich ab dem 1. Juli 2021 ein digitaler Impfpass in sieben EU-Ländern.

Hierzu zählt auch Deutschland, Tests dauern an. In Hamburg wurde solch ein Pass bereits entwickelt. Die Zulassung durch das Robert Koch-Institut (RKI) steht aber noch aus. * 24hamburg.de, kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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