Neue Gruppe aufgerufen

Corona-Impfung: „Wettlauf mit dem Virus“ – viele Termine in Hamburg

  • Jens Kiffmeier
    vonJens Kiffmeier
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Hamburg verteilt massenhaft neue Termine für Corona-Impfungen – unabhängig vom Alter. Jetzt sind die Kontakte von Schwangeren und vorerkrankte Menschen an der Reihe.

Hamburg – Im Kampf gegen die Eindämmung der Coronavirus-Pandemie ist Hamburg wieder ein kleines Stück vorangekommen. Nachdem bereits am Wochenende der Kreis der Impfberechtigten zweimal erweitert worden ist, legte der Hamburger Senat jetzt noch einmal nach. Am Montag schaltete die Gesundheitsbehörde noch einmal zehntausende Impf-Termine frei.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Erster Bürgermeister: Peter Tschentscher (SPD)

Den Angaben zufolge sind jetzt alle Angehörigen der sogenannten Priorisierungsgruppe 2 in der Hansestadt Hamburg zum Impfen aufgerufen – und zwar unabhängig vom Alter. Neben den über 70-Jährigen sind dies auch Kontaktpersonen von Schwangeren oder Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Trisomie 21, behandlungsbedürftigen Krebserkrankungen, Personen nach einer Organtransplantation oder aber unter Umständen auch Menschen mit schweren Depressionen.

Corona-Impfung: Wer jetzt in Hamburg laut Rangfolge alles einen Termin bekommt

Die Beschaffung des Impfstoffes durch den Bund hatte den Bundesländern in den ersten Monaten des Jahres 2021 erhebliche Probleme bereitet. Doch allmählich gewinnt die Kampagne, bei der sich jetzt auch die Hausärzte beteiligen, in der Hansestadt an Fahrt. Angesichts der aktuellen Infektionszahlen sei es enorm wichtig, dass man schnell mit dem Impfen vorankommen, räumte Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) ein.

Kleiner Piks, große Wirkung: Im Hamburger Impfzentrum wird jetzt im Kampf gegen Corona Tempo gemacht. (24hamburg.de-Montage)

„Wir sind in einem Wettlauf, Impfen gegen die Virus-Infektion“, sagte die SPD-Politikerin. Sie rief deshalb alle impfberechtigten Hamburgerinnen und Hamburger auf, jetzt zügig das ausgeweitete Angebot anzunehmen. Bereits am Wochenende war das Alter der Berechtigten der Gruppe zwei in zwei Schritten erst auf die über 73-Jährigen und dann auf die übrigen 70-Jährigen herabgesetzt worden. Nun können auch die oben genannten Personen aus dieser Priorisierungsgruppe zum Zuge kommen.

Alle Aufgerufenen können im zentralen Impfzentrum, das in den Hamburger Messehallen untergebracht ist, und in dem am Tag bis zu 7000 Personen versorgt werden können, einen Termin vereinbaren unter der Telefonnummer 116 117 oder online unter www.impfterminservive.de. Ohne Anmeldung gibt es keinen Einlass. Außerdem müssen die Impfwilligen ihre Zugehörigkeit zur Priorisierungsgruppe zwei nachweisen. Bei Menschen mit Vorerkrankungen werden entsprechende medizinische Nachweise kontrolliert.

Corona-Impfung: Senat schaltet 26.000 neue Termine im Hamburger Impfzentrum frei

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde wurden für diese Woche bereits 26.000 zusätzliche Termine im System freigeschaltet. In der kommenden Woche sollen weitere 35.000 folgen. Weitere Termine werde man sofort planen, sobald weitere Impfstoffdosen eintreffen würden, betonte Leonhard. „Je mehr Impfstoff da ist, umso schneller kann jeder einen Termin erhalten“, teilte die Senatorin mit.

Der Hamburger Senat um den Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) setzt große Hoffnung in die Impfkampagne. Nachdem in den vergangenen Wochen die Corona-Zahlen in der Stadt wieder sprunghaft angestiegen waren, war der Senat zu einem Knallhart-Lockdown zurückgekehrt und hatte unter anderem auch eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Im Vergleich zu anderen Bundesländern fährt Hamburg einen strikten Kurs. Tschentscher hatte sein Vorgehen damit begründet, dass man mit den strengen Corona-Regeln nur noch wenige Wochen überbrücken müsste, bis die Impfkampagne deutlich an Fahrt gewinnen würde.

Trotz aller Fortschritte ist es bis zur vollständigen Immunisierung der Hamburger aber noch ein weiter Weg. In der Hansestadt haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bis einschließlich Montag rund 289.598 Personen eine Erstimpfung erhalten, das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 15,7 Prozent. Rund 5,7 Prozent haben bereits eine Zweitdosis bekommen. Zwischenzeitlich hatte der Skandal um den Impfstoff von Astrazeneca die Kampagne ins Stocken gebracht. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Markus Scholz/dpa/picture alliance

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