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Landhaus Walter vor dem Aus: Wie das Traditionslokal noch gerettet werden kann

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Von: Robin Dittrich

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Die Corona-Pandemie sorgte in ganz Hamburg schon für eine Vielzahl an Schließungen beliebter Restaurant. Als nächstes könnte das Landhaus Walter dran sein.

Hamburg – Ein großer Biergarten außerhalb Bayerns – das wünschen sich viele Norddeutsche. Im Hamburger Stadtpark ist es seit über 100 Jahren Realität. Das Landhaus Walter bietet dort für bis zu 1500 Gäste Platz und können traditionelle Bayrische Kost genießen. Von Weißwurst über Leberkäs, bis hin zur Maß Bier – hier ist für jeden etwas dabei. Doch damit könnte es bald vorbei sein: das Landhaus ist geschlossen. Es werden dringend Investoren gesucht, um eine komplette Schließung zu verhindern.

Gaststätte:Landhaus Walter
Bau:Beginn 1912, Eröffnung 1918
Sitzplätze Biergarten:1500
Umsatzeinbußen:75 Prozent

Das Landhaus Walter will sich mit Schutzschirmverfahren aus der Krise befreien

Die Corona-Pandemie hat ganz Deutschland seit über zwei Jahren fest im Griff. Schon im ersten Corona-bedingten Lockdown mussten viele Restaurants und Gaststätten schließen. Auch die Hamburger Szene dünnt nach und nach immer weiter aus. So erregte Starkoch Tim Mälzer aufsehen, weil er seine Bullerei für mehrere Wochen schließt. Wie viele andere ist Mälzer unzufrieden mit der 2G Plus-Regel in Restaurants. Viele sprechen vom „Sterben auf Raten.“ Jetzt hat es also auch das traditionelle Landhaus Walter im Hamburger Stadtpark erwischt. Aufgegeben haben die Besitzer allerdings nicht.

Und das obwohl die 2G-Regel in Hamburg für Besucher und Restaurants gleichermaßen schwierig zu handhaben ist. Kunden und Gäste sind extrem unzufrieden mit den Beschränkungen, Restaurants und Bars können sich gegen die Maßnahmen der Regierung nicht wehren.

Das Eingangsschild des Landhaus Walter ist abgebildet. Symbolisch für die momentane Schließung ist ein Bild, auf dem „Geschlossen: COVID-19“ steht.
Das Landhaus Walter kämpft um Investoren – eine Insolvenz droht (24hamburg.de-Montage) © Lars Berg/Imago

Die Betreibergesellschaft, Landhaus Walter oHG, leitete ein Schutzschirmverfahren ein, durch das das Gasthaus wieder zu alter Stärke finden soll. Ein solches Verfahren wird eigens eingeleitet, um sich zu sanieren und so einer Insolvenz vorzubeugen. Dieser Schritt war nötig, da die Umsätze des Landhauses um 75 Prozent zurückgingen – eine Schließung schien unausweichlich. Schon ganz andere Hamburger Kult-Läden haben es nicht durch die Pandemie geschafft.

Landhaus Walter benötigt dringend Investoren, um einer Insolvenz vorzubeugen

Eine Insolvenz wäre der allerletzte Schritt, den die Betreiber des Landhauses Walter gehen würden. Sie wollen ihren Traditions-Betrieb mit aller Macht aufrecht erhalten. Zu Hilfe kommen ihnen Hamburger Rechtsanwälte, die mit an dem Insolvenzplan arbeiten. Diese suchen jetzt auch händeringend nach neuen Investoren für das Kult-Restaurant. „Wir sind offen auf Investorensuche und führen bereits vielversprechende Gespräche. Interessenten mit guten Konzepten sind eingeladen, Kontakt zu uns aufzunehmen“ sagte ein beauftragter Sanierungs-Experte gegenüber dem Abendblatt.

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Die Betreiber sind also zuversichtlich, der Insolvenz mit einer sogenannten „Insolvenz in Eigenregie“ vorbeugen zu können. Auch Uwe Mamminga ist guter Dinge. Das Hamburger Urgestein führt das Landhaus Walter seit über 25 Jahren und hat es zu einer der beliebtesten Locations für Feiern und Veranstaltungen gemacht. „Im Jahr 1996 war das Haus quasi eine Ruine“ sagte Mamminga. Damals musste er auf eigene Kosten sanieren – heute sucht er Investoren, um sein Landhaus zu erhalten: „Ich habe den festen Willen, unser Landhaus Walter weiter zu bewirtschaften und den Hamburgern ihren Erholungsort im Grünen zu erhalten.“ *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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