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„Ich schlitz dich auf, du Schwein!“: Urteil gegen AfD-Unterstützer gefällt

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Von: Kevin Goonewardena

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An einem AfD-Werbestand auf einem Hamburger Wochenmarkt kommt es zu einer Rangelei. Das Amtsgericht Hamburg-Altona verurteilt einen AfD-Anhänger.

Hamburg – Die AfD mag nicht jeder. Da kommt es schon mal zu Ärger. Und zu handfesten Auseinandersetzungen. Und auch ein Messer ist schonmal mit im Spiel – so wie auf einem Hamburger Wochenmarkt. Wegen genau dieses Vorfalls hat das Amtsgericht Hamburg-Altona in einem Prozess um eine körperliche Auseinandersetzung an einem Werbestand der AfD (Alternative für Deutschland) einen einen 62-Jährigen zu einer Geldstrafe verurteilt

Der Angeklagte muss wegen Bedrohung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung 90 Tagessätze zu je 10 Euro abdrücken. Dies hat ein Gerichtssprecher mitgeteilt. Drei weitere Angeklagten im Alter von 53, 73 und 81 Jahren wurden vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung freigesprochen.

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Name:Alternative für Deutschland
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„Ich schlitz dich auf, du Schwein“: AfD-Sympathisant hält Gegner Messer an den Hals

Gegenstand des Prozesses war ein Vorfall, der bereits vier Jahre zurück liegt und sich am 1. September 2018 auf einem Wochenmarkt in Hamburg-Groß Flottbek zugetragen hat. Ein Mann, der heute 44 Jahre alt ist, hatte damals Broschüren jener Partei, die die zentralen rechten Akteure Höcke und Kalbitz, beheimatete, von einem Tisch gewischt. Das gab der Mann, der als Zeuge bei dem Prozess anwesend war, auch zu. Dabei stürzte er auch den Tisch um. Das Ergebnis: Eine Rangelei, bei der ein heute 62-Jähriger nach Überzeugung des Gerichts dem AfD-Gegner ein Messer an den Hals hielt – inklusive der Drohung: „Ich schlitz dich auf, du Schwein!“

Die Justizia steht vor einem AfD-Schriftzug.
Die Justiz hat gesprochen: Im Prozess gegen einen AfD-Unterstützer, der einen Mann mit einem Messer bedroht hat, ist das Urteil gefällt worden. © Steinach/imago

Der heute 44-Jährige wehrte das Messer ab, verletzte sich dabei allerdings an der Hand. Die Richterin in dem Prozess, der am Freitag, 6. Mai 2022, endete, konstatierte, dass es hochgefährlich, jemandem ein Messer an den Hals zu halten. Zudem sagte die Richterin – deren Berufskollege Jens Maier, der vom VS in Sachsen als Rechtextremist eingestuft wurde, vorerst nicht wieder als Richter tätig werden darf – laut des Sprechers, dass die Reaktion des Mannes völlig unverhältnismäßig ausgefallen sei.

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Rangelei an AfD-Stand: Wahrscheinliche Sachbeschädigung – Schläge und Tritte nicht nachgewiesen

Im Rahmen der Auseinandersetzung hatten dann die beiden 73 und 81 Jahre alten Angeklagten den Messer-Mann am Boden fixiert. Danach wurde er von der Polizei Hamburg festgenommen. Aus Sicht der Richterin war das Verhalten der beiden gerechtfertigt, weil der heute 44-Jährige Mann mit dem Umwerfen des Tisches sehr wahrscheinlich eine Sachbeschädigung begangen habe. Dem 53 Jahre alten Angeklagten konnte nicht nachgewiesen werden, dass er auf den am Boden liegenden Mann eingetreten und -geschlagen habe. (mit dpa)

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