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HVV will 49-Euro-Ticket als 9-Euro-Ticket-Nachfolger – und zwei weitere Varianten

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Von: Jan Knötzsch

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Das „Go“ vom Bund für einen Nachfolger des 9-Euro-Tickets lässt weiter auf sich warten. Welche Lösung der HVV sich wünscht, ist hingegen klar.

Hamburg – Noch gibt es ihn weiterhin nicht: den Nachfolger für das 9-Euro-Ticket. Seit 31. August 2022 ist besagtes Neun-Euro-Ticket passé, die Fahrten für neun Euro quer durch die Republik – mal abgesehen davon, dass Züge wie ICE und IC nicht genutzt werden konnten – haben sich erledigt. Auch für alle Hamburger, die inzwischen auch für ihre Tickets bei Fahrten mit Bussen und Bahnen des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV) wieder normale Preise zahlen müssen. Die möglichen Preise eines Nachfolgers für das Neun-Euro-Ticket werden seit Wochen diskutiert. Im Gespräch: eine Preisspanne zwischen 29 und 69 Euro.

Die SPD fporderte etwa schon vor Wochen ein 49-Euro-Ticket, der HVV ließ daraufhin verlauten, dass der Verband diesen Preis für realistisch umsetzbar halte. Doch auch günstigere und teurere Alternativen wurden in Hamburg bereits diskutiert. In Berlin ist man da schon weiter: In der Hauptstadt startete kürzlich das 29-Euro-Ticket. Aber: Der HVV bekennt nun in Person von Anna-Theresa Korbutt Farbe. Die HVV-Geschäftsführerin verrät, was sie als 9-Euro-Ticket-Nachfolger für den HVV bevorzugt.

Verkehrs- und Tarifverbund:Hamburger Verkehrsverbund (HVV)
Gründung:29. November 1965
Hauptsitz:Hamburg
CEO:Dietrich Hartmann (seit 2011)

HVV hat bereits diverse günstige Alternativen gestartet – aber der „echte“ 9-Euro-Ticket-Nachfolger fehlt noch

Dass das 9-Euro-Ticket nach seinem Ende zu Ausklang des August 2022 nicht direkt einen Nachfolger erhalten würde, hatte sich bereits abgezeichnet, als es das Neun-Euro-Ticket noch gab. Dabei bedeutete das 9-Euro-Ticket für den HVV einen Erfolg und brachte dem Verkehrsverbund in der Hansestadt Hamburg eine Reihe neuer Kunden. Nur logisch also, dass der HVV auch über das Ende des Aktionszeitraums alles dafür tat, die neugewonnen HVV-Kunden auch weiterhin davon zu überzeugen, die Hamburger Busse und Bahnen zu nutzen – auch wenn es aktuell in den Herbstferien im HVV diverse Sperrungen gibt, die es für alle, die in Hamburg den HVV nutzen, etwas erschwert, möglichst schnell von A nach B zu reisen und ans Ziel zu kommen.

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Eine U-Bahn des HVV fährt durch Hamburg. Daneben ein HVV-Ticketautomat und eine Hand mit verschiedenen Tickets.
Ein Ticket für 29, 49 oder 69 Euro? Der HVV bezieht Stellung, was der Wunsch in Hamburg für den Neun-Euro-Ticket-Nachfolger ist. (24hamburg.de-Montage) © Manfred Segerer/Hanno Bode/Wolfgang Maria Weber/imago

Weil aber die HVV-Nutzer so gut auf das Neun-Euro-Ticket ansprangen und das Aktionsticket, mit dem über die Grenzen der Hansestadt hinaus auch die Punks die Nordseeinsel Sylt eroberten, hatten die Verantwortlichen des HVV bereits während des Bestehens des 9-Euro-Tickets über einen eigenen 9-Euro-Ticket-Nachfolger im HVV nachgedacht. Den gibt es zwar bis dato noch immer nicht, dafür aber diverse neu eingeführte HVV-Angebote, die die Kunden mit günstigen Preisen locken. So wie zum Beispiel die 5er-Tageskarte für das HVV-Gebiet und weitere zahlreiche Möglichkeiten für HVV-Neu- und Bestandskunden, die im Anschluss an das 9-Euro-Ticket aufgesetzt wurden.

Nachfolger für Neun-Euro-Ticket beim HVV: Neben 49-Euro-Ticket werden diese beiden Lösungen favorisiert

Um einen „echten“ Nachfolger für das Neun-Euro-Ticket wird aktuell in der Politik noch immer stark gerungen. „Ich bin der Überzeugung, dass es Mitte Oktober eine Entscheidung geben wird“, konstatiert HVV-Geschäftsführerin Anna-Theresa Korbutt gegenüber der Hamburger Morgenpost, dass zeitnah feststeht, wann der 9-Euro-Ticket-Nachfolger kommt und auch, was er kosten wird. Was das angeht, hat die HVV-Chefin ihre ganz eigene Vorstellung: „Ein 49-Euro-Ticket als Abo-Modell und dazu noch eine ermäßigte Variante zum Beispiel für Auszubildende und Studierende. Dazu hätten wir gerne noch eine etwas teurere Monatskarte für alle, die nicht ins Abo wollen“, verrät sie gegenüber der Mopo, was sie sich für den HVV wünscht, bei dem es bald dennoch eine Preiserhöhung geben könnte.

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Diese drei Nachfolge-Optionen für das Neun-Euro-Ticket im HVV wären laut Korbutt eine riesige Vereinfachung und für die mehr als 700.000 Zeitkarten-Kunden des HVV zudem eine große finanzielle Entlastung. Die HVV-Abo-Kunden auf die drei vom HVV favorisierten Nachfolger für das 9-Euro-Ticket umzustellen, sieht Anna-Theresa Korbutt als eine große Herausforderung für den Verkehrsverbund an, der in Hamburg in Bussen und Bahnen die Menschen kutschiert. „Wir haben aber schon beim 9-Euro-Ticket gezeigt, dass wir das können“, so die HVV-Geschäftsführerin laut Mopo.

Was fehlt, ist die Entscheidung des Bundes über einen Nachfolger für das 9-Euro-Ticket. Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte zuletzt mehrfach verlauten lassen, dass man „im Januar 2023“ einen Nachfolger für das Neun-Euro-Ticket auf den Markt gebracht haben sollte. Ob das Ticket im Januar 2023 erhältlich sein wird, ob es doch nochmal verschoben wird oder aber das Vorhaben doch noch gänzlich platzt, hängt mehr denn je von der Klärung der Finanzierungsfrage ab. An der wird gearbeitet. Und in Hamburg und beim HVV verfolgt man dies ganz genau …

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