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HVV-Schock: ÖPNV-Preise in Hamburg sind die teuersten in ganz Deutschland

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Von: Tomasz Gralla

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Die Ticketpreise des HVV in Hamburg sind so hoch, wie von kaum einem anderen ÖPNV-Anbieter in Deutschland. Das zeigt eine neue Studie des ADAC.

Hamburg – Die HVV-Preise haben es in sich. Das wissen Kunden, die nicht das Glück haben, von ihrem Arbeitgeber eine Monatskarte bezahlt zu bekommen. Doch wie teuer die Tickets für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Hamburg im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten ist, könnte selbst den hartgesottensten U-Bahn-Fanatiker sprachlos machen.

Unternehmen:HVV (Hamburger Verkehrsverbund)
Gründung:29. November 1965
Hauptsitz:Hamburg
CEO:Dietrich Hartmann, Anna-Theresa Korbutt
Einzugsgebiet:8.616 Quadratkilometer

Der HVV arbeitet an seinem Erscheinungsbild. So präsentierte der Hamburger Verkehrsverbund erst kürzlich sein neues Logo. Und auch die HVV-App wurde rundum erneuert, was allerdings zu schlechten Bewertungen der Nutzer führte. Die Einführung eines neuen Services, der die Nutzung der HVV-Verkehrsmittel vor dem Bezahlen ermöglicht, soll die Kundenzufriedenheit steigern. Gleichzeitig werden die Preise angehoben und die HVV-Tickets teurer. Klar, Innovation und Neuerungen kosten Geld. Aber muss das so viel sein?

HVV: Ticketpreise in Hamburg – die Monatskarte des HVV ist die teuerste

Der ADAC hat zum zweiten Mal nach 2019 die ÖPNV-Ticketpreise in den größten deutschen Städten untersucht und kam aus Sicht der Hamburger zu einem ernüchternden Ergebnis. Demnach ist eine Monatskarte des HVV die teuerste aller ÖPNV-Angebote in ganz Deutschland: 112,80 Euro müssen Hamburgerinnen und Hamburger jeden Monat beim HVV blechen. Der deutschlandweite Durchschnittspreis für eine ÖPNV-Monatskarte beträgt dabei lediglich 80,60 Euro.

Eine U-Bahn des HVV der Linie drei in Hamburg. Die ÖPNV-Preise in Hamburg so hoch wie in kaum einer anderen deutschen Stadt.
Die Preise für HVV-Tickets sind in deutschlandweitem Vergleich Spitzenreiter. © Daniel Bockwoldt/dpa

105,50 Euro kostet eine ÖPNV-Monatskarte in Bonn und Köln. Damit stehen die Städte hinter dem HVV und Hamburg auf Platz zwei der teuersten Angebote Deutschlands. Die günstigste Monatskarte gibt es etwas überraschend in München, wo Kunden gerade einmal 57,00 Euro zahlen müssen.

ÖPNV: Ticketpreise des HVV in Hamburg können auch günstig sein

Kann man über den ersten Schock des oben genannten Preises für die Monatskarte in Hamburg hinwegblicken, eröffnen die ADAC-Studie noch weitere interessante Erkenntnisse zu den Preisen des HVV und ihrem deutschlandweiten Vergleich.

So kostet eine Wochenkarte des HVV in Hamburg mit 29,70 Euro etwas mehr als der Deutschlanddurchschnitt von 27,15 Euro. Auch eine Tageskarte ist mit 8,10 Euro etwas teurer als der Durchschnitt von 7,30 Euro. Günstiger kommen Hamburger beim HVV lediglich bei den Einzelkarten weg: Erwachsene zahlen 2,40 Euro (Durchschnitt: 2,88 Euro), Kinder nur 1,30 Euro (1,59 Euro).

HVV rechtfertigt sich für die hohen Ticketpreisen in Hamburg

Die Untersuchung des ADAC wird auch kritisiert, nicht zuletzt vom HVV selbst. So sei die Aussage sowohl über den hohen Preis für die Monatskarte als auch über den günstigen Preis fürs Einzelticket „falsch“. Grund: Der ADAC hat für den Vergleich die Fahrkarte für den Großbereich AB ausgewählt.

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„Diese berechtigt zu Fahrten, die teils weit über das Hamburger Stadtgebiet hinausreichen, beispielsweise von Pinneberg bis Reinbek oder von Ahrensburg bis Neu Wulmstorf“, so ein HVV-Sprecher gegenüber dem Hamburger Abendblatt. In München wiederum sei ein Angebot gewählt worden, das über einen deutlich geringeren Geltungsbereich verfüge. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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