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HVV schafft Bargeld in Bussen ab – so soll das Bezahlen künftig laufen

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Von: Jan Knötzsch

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In Bussen des HVV sollen Tickets bald ohne Bargeld bezahlt werden. 24hamburg.de verrät, wie es funktioniert, was die Vorteile sind – und was Corona damit zu tun hat.

Hamburg – Alles neu, so sagt schon eine Redewendung, macht der Mai. In Hamburg aber stimmt das diesmal nicht so ganz. Erstens, weil es der Oktober ist, der im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) für eine gewaltige Neuerung sorgt. Und zweitens, weil auch die Coronavirus-Pandemie fraglos ihren Teil zu dem beiträgt, was der HVV – beidem derzeit 3G für alle Pflicht in Bussen und Bahnen ist – ab Oktober 2022 plant. Um was es genau geht? Nun, ganz einfach: Der HVV – bei Fahrten mit Bussen und Bahnen sollte man bei selbigem derzeit diese Nachweise wegen der 3G-Regel dabei haben – schafft ab Oktober 2022 das Bargeld ab. Zumindest in den HVV-Bussen.

Warum? Und wie läuft das Bezahlen dann, wenn man beim HVV mit dem Bus fahren will? 24hamburg.de liefert Begründungen und Antworten.

Unternehmen, Verkehrs- und Tarifverbund:Hamburger Verkehrsverbund (HVV)
Gründung:29. November 1965
CEO:Dietrich Hartmann (seit 2011)
Hauptsitz:Hamburg

HVV schafft Bargeld in Bussen ab: Neues Modell ab Oktober 2022 – ab Ende 2023 fällt der Bargeldkauf komplett weg

Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne), der der Hansestadt Hamburg prophezeit hat, dass Hamburg jahrzehntelang zur Dauerbaustelle wird, und die HVV-Verantwortlichen haben diesen Plan am Mittwoch, 9. Februar, in Hamburg offiziell verkündet und vorgestellt. Zudem haben der Grünen-Politiker und die „Macher“ des HVV, in dessen Fahrzeugen eine FFP2-Maskenpflicht gilt, erklärt, dass es ab Oktober 2022 dann auch eine neue HVV-Prepaidkarte geben soll. Für eine gewisse Zeit kann in den Bussen des HVV noch mit Bargeld oder der neuen Karte bezahlt werden. Ab Ende des Jahres 2023 dann fällt der Bargeldkauf von Tickets in Bussen des HVV endgültig flach.

Im Hintergrund ein Bus des HVV in Hamburg. In zwei kleinen weißen Kreisen abgebildet: Ein Portemonnaie mit Bargeld und ein Kind mit HVV-Prepaidkarte.
Ab Oktober 2022 sollen HVV-Fahrkarten in Bussen nicht mehr mit Bargeld, sondern mit einer neuen Prepaidkarte bezahlt werden. (24hamburg.de-Montage) © Hamburger Verkehsverbund/imago

Hamburg begibt sich also auf die Spuren anderer europäischer Großstädte wie London, Lissabon, Stockholm oder Wien, wo es derartige Prepaidkarten-Modelle wie jenes, das der HVV einführen will, bereits gibt. Apropos Wien: Die Stadt in Österreich war zuletzt kurzfristig auch auf einem anderen Sektor zu einem möglichen Hamburg-Vorbild geworden – durch ein spezielles Verfahren bei PCR-Tests in der Coronavirus-Pandemie. Die Corona-Pandemie ist im Übrigen auch einer der Wegbegleiter, der dafür sorgt, dass im HVV, wo es ab Juni 2022 zu monatelangen Sperrungen auf der U1-Strecke kommen wird, in Bussen bald nicht mehr mit Bargeld bezahlt werden kann.

HVV schafft Bargeldzahlung in Bussen ab: 2021 wurden 14 Millionen Mal Tickets bar bezahlt – die große Hoffnung auf Zeitersparnis

Wie der HVV und Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks anlässlich der Information darüber, dass im HVV bald das Zahlen mit Bargeld in Bussen hinfällig ist, mitteilen, sieht der HVV nur Vorteile beim Verzicht auf die bisherige Bezahlmethode. In der Corona-Pandemie sei das Bezahlen mit der Karte im HVV bereits mehr und mehr zum Regelfall geworden. Es sei zum einen hygienischer, als die Zahlung mit Bargeld. Zum anderen senke sich dadurch auch das Risiko von Überfällen auf die Fahrerinnen und Fahrer der HVV-Busse. Und: Das bargeldlose Zahlen spart Zeit, die sonst für das Abkassieren benötigt würde.

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„Wir werden besser planbare Zeitpläne und mehr Gewährleistung bei den Anschlüssen haben, wenn nicht mehr 100 Personen im Bus darauf warten, dass eine Person vorne im Portemonnaie ihr Geld findet oder auch nicht“, sagte Anjes Tjarks laut des Norddeutschen Rundfunks (NDR) am Mittwoch, 9. Februar 2022, anlässlich der Vorstellung, dass der HVV das Zahlungssystem in seinen Bussen umstellen werde. Die Busgesellschaft VHH beziffert den Zeitgewinn durch das Zahlen ohne Bargeld in HVV-Bussen auf 0,5 bis 1 Prozent. Noch im Jahr 2021 wurden 14 Millionen Mal Bustickets mit Bargeld bezahlt, dem gegenüber stehen laut HVV 15 Millionen digitale Käufe.

Bargeldloses Bezahlen in HVV-Bussen: Hier soll es die Prepaidkarten geben – das kostet das ganze Projekt

Die Kosten zur Umstellung auf die Prepaidkarte in Bussen des HVV sollen laut NDR elf Millionen Euro kosten. Der HVV geht davon aus, dass die Investitionen nach zwei Jahren wieder drin sind – unter anderem auch, weil der Bund das Projekt mit acht Millionen Euro unterstützt. Aber wie funktioniert das Ganze? Nun, viel einfacher geht es nun wirklich nicht mehr, als in den Bussen des HVV ohne Bargeld zu bezahlen: Die Prepaidkarten können an 1.700 Vertriebsstellen (unter anderem Rewe, Penny, Kioske, Tankstellenshops, neue Fahrkartenautomaten) mit Bargeld aufgefüllt werden. Beim Einsteigen hält man sie dann in Bussen des HVV. an ein Lesegerät. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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