Neue Preise im Überblick

HVV: Tickets werden schon wieder teurer – Hamburger empört: „Wer kann sich das noch leisten?“

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Hamburger Verkehrsbund (HVV) ändert zum Jahreswechsel seine Ticketpreise. Bei den meisten Hamburgern sind über die Preiserhöhung alles andere als begeistert.

  • HVV *: Ticketpreise steigen ab Januar 2021.
  • In der Freien und Hansestadt Hamburg* kritisieren Fahrgäste die Erhöhungen.
  • Vorteile gibt es allerdings für Kinder und Schüler.

Hamburg – Ab dem kommenden Jahr 2021 müssen die Hamburger ein kleines bisschen tiefer ins Portemonnaie greifen, wenn sie mit dem öffentlichen Nahverkehr durch die Hansestadt fahren wollen. Der Hamburger Verkehrsbund (HVV) kündigte jetzt eine Erhöhung der Ticketpreise an.

UnternehmenHamburger Verkehrsverbund
Kundenservice040 19449
RechtsformGmbH
CEODietrich Hartmann (2011–)
ZentraleHamburg
Gründung29. November 1965
EinzugsbereichMetropolregion Hamburg

HVV: Tickets für Bus und U-Bahn in Hamburg bald viel teurer – Preise erhöhen sich wegen Coronavirus-Krise

Die Coronavirus*-Pandemie hat auch dem HVV schwer zu schaffen gemacht: Während des Lockdowns nutzten deutlich weniger Hamburger die öffentlichen Verkehrsmittel. Und auch jetzt verzeichnet der HVV immer noch deutlich weniger Fahrgäste als im Vorjahr. Viele Menschen arbeiten weiterhin im Homeoffice und greifen daher nicht mehr auf U-Bahn oder Bus zurück.

Nach NDR-Informationen fehlen dem HVV Hunderte Millionen Euro. Daher sollen sich die Ticketpreise im Jahr 2020 durchschnittlich um 1,4 Prozent erhöhen, was der Höhe der Inflationsrate des Jahres 2019 entspricht. Dies teilte der HVV am Dienstag, 29. September 2020, mit.

Zum Jahreswechsel will der HVV seine Ticketpreise erhöhen (24hamburg-Montage)

HVV: Die wichtigsten Preisänderungen im Überblick – so viel müssen Hamburger 2021 für Tickets zahlen

Demnach erhöht sich zum Beispiel der Preis für ein Kurzstreckenticket von 1,70 Euro auf 1,80 Euro. Im Nahbereich müssen Hamburger bald 2,40 Euro statt 2,30 Euro zahlen. Um zehn Cent verteuern sich zum Jahreswechsel dann auch die 9 Uhr-Tageskarten: 6,70 Euro werden diese künftig kosten. Die Preiserhöhung schlägt sich ebenfalls in den Vollzeitkarten nieder: So soll eine Abo-Karte für eine Verkehrszone im Jahr 2021 satte 44,10 Euro, statt wie vorher 43,50 kosten.

Gute Nachrichten gibt es allerdings für alle, die ihre HVV-Tickets online, beispielsweise per App auf dem Smartphone, kaufen. Die Online-Preise sollen im kommenden Jahr um sieben Prozent sinken. Ein Kurzstreckenticket wird dann zum Beispiel 1,67 Euro kosten, ein Ticket für den Nahbereich 2,23 Euro.

Auch Schüler und Kinder werden von den Preisänderungen des HVV profitieren. Zum neuen Schuljahr 2021 soll es ein Schülerticket für 30 Euro pro Monat geben, außerdem gelten die Kinder-Tageskarten dann schon morgens und nicht mehr erst ab 9 Uhr. Hamburgs Schulsenator Ties Rabe zeigt sich mit dieser Änderung zufrieden: „Ich begrüße sehr, dass es eine vergünstigte Bonus-Karte für Schülerinnen und Schüler, eine Ausweitung der Gültigkeit auf den Großbereich und darüber hinaus eine Ganztageskarte für Kinder geben wird. Das entlastet Hamburgs Familien und ermöglicht Schülerinnen und Schülern mehr Mobilität in der Stadt.“

HVV: Erhöhung der Ticketpreise stößt auf Kritik bei der Linksfraktion und bei Hamburgern

Kritik gibt es allerdings seitens der Opposition. Nach Ansicht der verkehrspolitischen Sprecherin Heike Sudmann aus der Hamburger Linksfraktion setze der HVV mit seinen steigenden Ticketpreisen das „falsche Signal“. „Kunden werden nicht alleine durch Angebotserweiterungen gewonnen oder gehalten, sondern auch mit sinkenden Preisen“, erklärt sie gegenüber der Mopo. Wer dem HVV, vor allem während der Coronavirus-Krise, mit einem Abo treu bleibe, der müsse in Zukunft mehr bezahlen. Das sei „völlig widersinnig“.

Auch bei den Fahrgästen selbst stoßen die erhöhten Ticketpreise des Hamburger Verkehrsbunds auf Kritik. Auf Twitter machen User dem Unternehmen und der Verkehrspolitik in Hamburg Vorwürfe. „Mitten in der Pandemie, in der die Menschen vom ÖPNV aufs Auto umsteigen, in der Menschen Jobs und Einkommen verlieren, werden die Fahrpreise erhöht. Hervorragende Idee“, regt sich ein Kunde auf.

HVV: Gratis Bus und U-Bahn in Hamburgen – an vier Tagen im November 2020 ist dies möglich

Viele Twitter-User beschweren sich darüber, dass die HVV-Tickets bald nicht mehr bezahlbar wären: „Schon wieder Preiserhöhungen beim HVV. Einfach zu teuer. Mein Abo habe ich gekündigt. Lohnt sich nicht mehr“, heißt es. Eine andere Person fragt empört: „Wer kann sich das noch leisten?“ Trotz der Erhöhung scheint das Geld nicht für die Angestellten zu reichen. Ein HVV-Streik soll das deutlich machen.

24hamburg.de/hamburg berichtete kürzlich über ein besonderes HVV-Angebot, das Kunden hingegen besonders freuen dürfte: An bestimmten Tagen im November 2020 soll die Nutzung von Bus und U-Bahn in Hamburg komplett kostenfrei sein.* Wer es mit der Coronavirus-Maskenpflicht in Hamburgs öffentlichen Verkehrsmitteln allerdings nicht so genau nimmt, dem droht ab sofort eine satte Geldstrafe.* Die Deutsche Bahn führt ab Oktober 2021 eine neue Sensation ein, die vier S-Bahnen in Hamburg betreffen wird.* * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Rubriklistenbild: © Angelika Warmuth/Georg Wendt/dpa/picture alliance

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