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Bis 2023: 50 Prozent weniger Züge zwischen Hamburg und Harburg

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Von: Kevin Goonewardena

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Bis mindestens Dezember 2023 verkehren bis zu 50 Prozent weniger Züge in den Hauptverkehrszeiten zwischen Hauptbahnhof und Harburg – warum?

Hamburg – Mit dem Fahrplanwechsel zum 11. Dezember 2022 sind nicht nur zahlreiche Änderungen im HVV und bei der Deutschen Bahn in Kraft getreten. Auch Fahrgäste der Eisenbahnunternehmen Metronom und Start Unterelbe müssen sich auf Veränderungen einstellen. Zu Wochenbeginn haben die beiden Gesellschaften ihren Fahrplan zwischen dem Fern- und Regionalbahnhof in Hamburg-Harburg und dem Hauptbahnhof massiv ausgedünnt. Bis zu 50 Prozent der Züge im Berufsverkehr entfallen ab sofort für den Zeitraum eines Jahres. Zuerst hatte das Fachportal Nahverkehr Hamburg berichtet. Die Unternehmen Metronom und Start Unterelbe verbinden mit ihren Zügen die Hansestadt mit Bremen und dem nördlichen Niedersachsen.

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:755 km²
Bevölkerung:rund 1,9 Millionen
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD, seit 2017)

Metronom und Start Unterelbe: Gestrichene Verbindungen auf den Linien RE3, RB31, RE4, RB41, R5

Konkret geht es bei den gestrichenen Verbindungen um Züge auf den Linien RE3 (Lüneburg, Uelzen, zeitweise bis nach Hannover), RB31 (Lüneburg), RE4 und RB41 (Bremen) vom Metronom, sowie die Linie RE5, nach Cuxhaven, die von der Gesellschaft Start Unterelbe, einer Tochter der Deutschen Bahn, betrieben wird.

Die Züge verkehrten bisher im Stundentakt, durch die zeitversetzten Abfahrten ab Harburg ergab sich jedoch auf dem Abschnitt zwischen dem wichtigen Bahnhof im Süderelberaum und dem Hamburger Hauptbahnhof ein dichter Takt von bis zu fünf Fahrten pro Stunde. Zu Hauptverkehrszeiten sogar von bis zu 12 Fahrten pro Stunde und Richtung, dank eingesetzter Verstärkerfahrten. Doch das ist jetzt vorbei.

Bahn Süderelberaum Hamburg: Leidgeprüfte Fahrgäste mussten schon einiges ertragen

Zugausfälle und Verspätungen sind auf den betreffenden Linien auch so schon an der Tagesordnung. Die leidgeprüften Pendlerinnen und Pendler aus dem Süderelberaum können davon ein Lied singen. Schon in der jüngeren Vergangenheit kam es wegen Baustellen immer wieder zu Zugausfällen oder dem Ausfall von Haltepunkten auf Strecken des Metronom.

Im Sommer hatte der Lkw-Brand an den Elbbrücken für chaotische Zustände insbesondere auf dem auch jetzt betroffenen Streckenabschnitt und am Bahnhof Harburg gesorgt. Die S-Bahn-Station Elbbrücken wird stadteinwärts voraussichtlich erst Ende des ersten Quartals 2023 wieder angefahren werden können. Und auch jetzt sind Bauarbeiten der Grund für die massive Zusammenstreichung des Takts für den Zeitraum eines Jahres.

Voller Bahnsteig am Hauptbahnhof in Hamburg.. Im Hintergrund ein Zug der Gesellschaft Metronom
Fahrgäste am Bahnsteig eines Metronom im Hamburger Hauptbahnhof: Vor allem wegen Bauarbeiten werden bis Ende 2023 deutlich weniger Züge zwischen dem größten Bahnhof Deutschlands und Harburg verkehren. © Nikito / IMAGO

Nach Fahrplanwechsel: 50 Prozent weniger Züge in den Stoßzeiten

Die Auswirkungen hat Nahverkehr Hamburg an einem konkreten Beispiel festgemacht. Fuhren laut Fahrplan in der vergangenen Woche morgens noch 20 Züge zwischen 6 Uhr und 8 Uhr auf dem Abschnitt Harburg und Hauptbahnhof, sind es mit dem Fahrplanwechsel nur noch zehn im gleichen Zeitraum. Zumindest theoretisch: denn am Testtag, dem 12. Oktober waren es statt 20 Zügen nur 16. Ob von den aktuell im Fahrplan gelisteten 10 Zügen auch in der Praxis alle fahren werden, kann durchaus angezweifelt werden. Auch in die Gegenrichtung, also vom Hauptbahnhof kommend, sieht es nachmittags nicht anders aus.

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Dünner Takt zwischen Hauptbahnhof Hamburg und Harburg: S-Bahn Langzüge könnten für Entlastung sorgen

Dem Wegfall der Kapazitäten könnten der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) und die S-Bahn Hamburg durch den Einsatz von zusätzlichen Langzügen auf dem Abschnitt begegnen. Rein rechnerisch, schreibt Nahverkehr Hamburg, müssten pro Hauptverkehrszeit drei bis sechs S-Bahn-Langzüge zusätzlich auf die Strecke geschickt werden – dann wäre der Wegfall der Zug-Kapazitäten 1:1 ersetzt. Doch das ist nicht geplant.

Dabei verweisen sowohl der Metronom, als auch Start Unterelbe auf die S-Bahn als Alternative zwischen Harburg und der Hamburger Innenstadt. Doch die Strecke, auf der die Linien S3 und die Verstärkerlinie S31 verkehren, ist mit rund 160.000 Fahrgästen täglich bereits jetzt in der Hauptverkehrszeit chronisch überlastet. Immer wieder gibt es deswegen Forderungen nach einer neuen S-Bahn-Linie in den Hamburger Süden.

Brückenbauarbeiten Veddel Hauptgrund für Zugausfälle – alter Takt erst wieder 2024?

Der Grund für die massiven Einschränkungen, die wahrscheinlich noch bis Sommer 2024 andauern und nicht mit dem nächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2023 aufgehoben werden können, ist vor allem im Bau zweier Brücken auf der Veddel zu finden. Die dortigen Eisenbahnbrücken über einen Seitenarm der Elbe (Müggenburger Durchfahrt) und über die Harburger Straße nehmen täglich auf vier Gleisen 600 Züge des Fern- und Regional- und Güterverkehrs auf und müssen erneuert werden.

Abriss Brücke Veddel startet noch diese Woche – weitere Einschränkungen bis Mitte des nächsten Jahrzehnts

Bereits am 15. Dezember 2022 soll der Abriss der ersten Brücke starten. Außerdem sollen Weichen und Signaltechnik erneuert werden, schreibt die Bahn. Während der Bauarbeiten stehen statt vier nur drei Gleise zur Verfügung – die sich dann der gesamte Verkehr in dem Abschnitt teilen müssen. Und die nächsten Bahn-Projekte im Bereich Süderelbe stehen noch an – dazu gehört unter anderem der Abriss und Neubau der Süderelbebrücken ab 2028, der bis weit ins kommende Jahrzehnt hinein Experten zufolge für wahrscheinlich noch größere Einschränkungen sorgen wird.
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