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HVV: Mega-Geduldsprobe für Reisende – jahrelange Vollsperrungen bei der AKN

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Von: Kevin Goonewardena

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Nach dem 9-Euro-Ticket nun eine Hiobsbotschaft im HVV: Wegen einer jahrelangen Vollsperrung der AKN müssen Pendler Geduld mitbringen.

Kaltenkirchen/Hamburg – Mit der beschlossenen Einführung des 9-Euro-Tickets zum 1. Juni 2022 hatte der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) zuletzt positive Schlagzeilen geschrieben. Doch nun müssen Pendler und Pendlerinnen, die aus dem Kreis Pinneberg nach Hamburg zur Arbeit und zurück die öffentlichen Nahverkehrsmittel im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) nutzen, eine Hiobsbotschaft verkraften, die es in sich hat. Denn Nutzer und Nutzerinnen des ÖPNV im HVV müssen sich bald auf Streckensperrungen einstellen. Betroffen sind Fahrgäste der A-Linien des Betreibers AKN, der im Tarifgebiet des HVV unter anderem die Strecke nach Kaltenkirchen betreibt.

Die Geduld, die, die Fahrgäste mitbringen müssen, ist enorm: Denn wie das Fachportal Nahverkehr Hamburg berichtet, wird es im Zuge der Bauarbeiten zur Verlängerung der S21 nicht nur zu Vollsperrung der AKN-Strecke nach Kaltenkirchen kommen. Die Vollsperrung selbst muss dabei über mehrere Jahre aufrecht gehalten werden. Das sind die Gründe im Detail.

Name:Hamburger Verkehrsverbund (HVV)
Gründung:29. November 1965
Anzahl Linien (Auswahl):rund 600 Bus-, 8 Fähr-, 6 S-Bahn-, 4-U-Bahn-Linien
Anzahl Stationenetwa 10.000 (inklusive Bushaltestellen)

HVV: S21-Erweiterung eines der größten HVV-Projekte der nächsten Jahre - 120 Millionen Euro Kosten

Ab dem Jahr 2021 soll das Angebot der S-Bahn Hamburg im HVV erweitert werden. Mit Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025, so das ehrgeizige Ziel, soll die S-Bahn bis nach Kaltenkirchen fahren. Das Portal Nahverkehr Hamburg bezeichnet die Verlängerung der S21 bis nach Kaltenkirchen neben dem Neubau der S4 nach Bad Oldesloe als das größte Projekt im HVV der kommenden Jahre. Die Pläne des HVV-Verbunds sind dabei selbst nur Teil zahlreicher anderer Verkehrsprojekte in Hamburg, die den Verkehr in der Hansestadt in den nächsten Jahren neu aufstellen werden. Dazu gehören neben dem Aus- beziehungsweise Neubau von Strecken auch die Umsetzung innovativer Ideen, etwa die der autonom fahrenden S-Bahn Züge in Hamburg.

AKN Bahnhof mit Zug Henstedt-Ulzburg Schleswig-Holstein Deutschland
Ein AKN-Zug im Bahnhof Henstedt-Ulzburg im Tarifgebiet des HVV. Auch der Streckenabschnitt der AKN-Linie zwischen Kaltenkirchen und Hamburg wird in den kommenden Jahren monatelang gesperrt werden, damit Arbeiten für die Weiterführung der S21 nach Kaltenkirchen durchgeführt werden können. © Imago Images

Dass die Erweiterung der S21 bis nach Kaltenkirchen eines der größten Projekte im HVV in den kommenden Jahren ist, hat seinen Grund: Statt der einst veranschlagten Kosten von 50 Millionen Euro, wird die S-Bahn-Erweiterung im HVV nun wohl 120 Millionen Euro kosten – fast eineinhalb mal so viel, wie die ursprünglich veranschlagte Summe also. Und auch die Bauarbeiten selbst haben es in sich.

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AKN-Sperrung: 700 Masten, Arbeiten an 14 Stationen warten auf die 20.000 täglichen Pendler

Wie Nahverkehr Hamburg berichtet, werden in den kommenden Jahren rund 700 Masten an der betroffenen Strecke im HVV aufgestellt werden, neue Oberleitungen gespannt und die Bahnsteige von 14 Stationen erhöht, damit die S-Bahn-Züge auch an den Stationen halten können. Denn die Züge der S-Bahn Hamburg sind wesentlich länger als die des Betreibers AKN.

Und das bedeutet vor allem eins: Die täglich 20.000 Pendler auf der Strecke müssen in den kommenden Jahren starke Nerven und mehr Zeit als üblich mitbringen. Das trifft übrigens auch auf die Pendler zu, die im Einzugsgebiet der neuen S4 in Wandsbek leben. Denn der dortige Bahnhof wird wegen des Baus der S4 abgerissen. Doch bevor ein neuer HVV-Haltepunkt errichtet wird, müssen die Wandsbeker Fahrgäste im HVV jahrelang auf andere Verkehrsmittel ausweichen.

HVV: Die Vollsperrungen auf der AKN Strecke zwischen Kaltenkirchen und Hamburg im Überblick

Laut dem Fachportal sehen die Planungen vor, die betreffende Gesamtstrecke im HVV in vier etwa 6 bis 12 Kilometer lange Teilabschnitte einzuteilen, auf denen dann nacheinander die Bauarbeiten durchgeführt werden. Während auf dem jeweiligen aktuellen Bauabschnitt ein Schienenersatzverkehr (SEV) eingerichtet werden wird, wird auf den übrigen Abschnitten nur ein eingeschränkter Zugbetrieb durchgeführt werden können. Ab dem 16. Januar bis zum 19. August 2023 soll mit dem HVV-Streckenabschnitt zwischen Burgwedel und Ellerau der erste Teilabschnitt der AKN-Strecke für mehr als ein halbes Jahr gesperrt werden.

Direkt im Anschluss geht es am 20. August mit der Sperrung zwischen Eidelstedt und Burgwedel weiter. Erst im Juni 2024, also nach mehr als zehn Monaten, wird diese zweite Teilsperrung im Tarifgebiet des HVV aufgehoben werden.

Zwischen 30. Juni 2024 und 8. März 2025 werden im HVV zwischen Quickborn und Ulzburg-Süd Busse statt Züge fahren und ab dem 9. März 2025 bis zum 29. November des gleichen Jahres der Verkehr im vierten und letzten Abschnitt eingestellt werden: Dann wird auf dem Abschnitt zwischen Ulzburg-Süd und Kaltenkirchen im HVV gearbeitet werden. Bereits zwei Wochen nach Beendigung der Bauarbeiten im HVV soll die neue S-Bahn-Linie S21 bis nach Kaltenkirchen fahren. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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