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49-Euro-Ticket lohnt sich schon ab 14 Fahrten – im HVV sparen Kunden am meisten

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Von: Kevin Goonewardena

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Nirgendwo sparen ÖPNV-Kunden nach Einführung des 49-Euro-Ticket so viel wie in Hamburg. Bereist ab der 14. Fahrt lohnt das 49-Euro-Ticket. Der große 43-Städte-Vergleich.

Hamburg – Ein Großteil der Abo-Kunden im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) wird nach der Einführung des 49-Euro-Ticket monatlich weniger Geld für die Nutzung des ÖPNV ausgeben müssen, als es aktuell der Fall ist. 70 Tarife entfallen alleine im HVV im Zuge des Launchs des 9-Euro-Nachfolgers, wie Geschäftsführerin Anna-Theresa Korbutt und Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) vergangene Woche in einer Pressekonferenz zum Stand der Vorbereitungen zur Einführung der auch Deutschlandticket genannten Monatsfahrkarte erläuterten. Das Portal testberichte.de hat nun aufgeschlüsselt, wie hoch das Ersparnis der HVV-Kunden im deutschlandweiten Vergleich ist.

Name:Hamburger Verkehrsverbund (HVV)
Gründungsdatum und -ort:29. November 1965 in Hamburg
Anzahl Linien (Auswahl):rund 600 Bus-, 8 Fähr-, 6 S-Bahn-, 4 U-Bahn-Linien
Anzahl Stationen:mehr als 10.000 (inkl. Bus)

49-Euro-Ticket: Ticket lohnt sich für HVV Kunden bereits ab 14 Einzelfahrten im AB-Bereich

Bestandsabonnenten und Neukunden sparen nach Einführung des 49-Euro-Ticket so viel Geld, dass sie im bundesweiten Vergleich damit auf Platz 1 von 43 untersuchten Städten liegen werden. Im Kernbereich HVV AB lohnt sich das Deutschlandticket bereits nach nur 14 Einzelfahrten, in Schwerin (25), Potsdam (22) und Erfurt (22) müssen Kunden und Kundinnen hingegen deutlich öfter Einzelfahrscheine kaufen, bis sich die Anschaffung des 49-Euro-Tickets rentiert hat. Bei der Bestimmung der Ersparnisse für Abo-Kunden liegt Hamburg lediglich auf dem 27. Platz. Der Grund ist simpel.

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HVV-Kunden sparen deutschlandweit am meisten – weil die Preise so hoch sind

Der HVV ist der teuerste Verkehrsverbund Deutschlands. Durch die Einführung des Deutschlandtickets können Kundinnen und Kunden des Verbands also am meisten sparen. Die Preise für Einzelfahrscheine in Hamburg sind teuer, ein 49-Euro-Ticket rechnet sich also schneller als anderswo. Auch die Abo-Fahrkarten kosten in Hamburg überdurchschnittlich viel.

Das Klimaticket Deutschland für 49 Euro  vor einer Hochbahn der hvv in Hamburg
Das 49 Euro teure Klimaticket soll der Nachfolger des beliebten 9-Euro-Tickets werden. HVV Kunden werden deutschlandweit am meisten sparen © Manfred Segerer/Wolfgang Maria Weber/imago/Montage

Weil der Abstand zwischen dem hohen Preis für Abokarten und dem Preis für das Deutschlandticket aber nicht ganz so hoch ist, wie in anderen Verbänden, kommt Hamburg hier nur auf den 27. Platz von 43. Städten. Am besten schneidet die bayrische Hauptstadt München ab: Das 49-Euro-Ticket lohnt sich gegenüber dem Einzelticket (14 Fahrten) und der Abo-Monatskarte (15 Fahrten) für die Tarifzone „München M“ am schnellsten. Aufgrund der teuren Preise sparen hingegen die HVV-Kunden mit 47,7 Prozent beziehungsweise 57,1 Prozent im Vergleich zu den Verbandspreisen 2022 respektive 2023 am meisten Geld.

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Deutschlandticket: 43 Städte untersucht – darunter auch alle Landeshauptstädte

Untersucht wurden 40 Städte über 200.000 Einwohner in Deutschland und zusätzlich mit Erfurt, Potsdam und Schwerin auch 3 Städte mit einer geringeren Bevölkerung. Damit wurde mit der Analyse auch der ÖPNV in allen 16 Landeshauptstädten abgedeckt. Die ganze Auswertung der Testberichte.de-Analyse.

Testbericht.de über das Vorgehen bei der Untersuchung der ÖPNV-Preise

„Betrachtet wurden die Erwachsenen-Preise für Einzelfahrscheine, die werktags um 8 Uhr gelten, sowie für Monatskarten für eine Person im Einzelverkauf und in der jeweils günstigsten allgemein erhältlichen Abo-Version mit monatlicher Zahlweise (bei einer Laufzeit von höchstens 12 Monaten). Sofern der Abo-Rabatt durch Freimonate gewährt wird oder anderweitig gestaffelt ist, wurde der Vergleichbarkeit halber als monatlicher Preis ein Zwölftel der Gesamtkosten für das erste Vertragsjahr angenommen.“

49-Euro-Ticket: 0 Prozent-Ersparnis in ostdeutschen Städten – und im westfälischen Münster

Neben den drei ostdeutschen Landeshauptstädte würde die Anschaffung des 49-Euro-Tickets für regelmäßige Nutzer des ÖPNV in den westfälischen Universitätsstadt Münster übrigens auch keinen Vorteil im Vergleich zu dem Kauf von Einzelfahrscheinen oder dem Abschluss eines Abos für den untersuchten Gesamttarifbereich der Stadt ergeben. Das Ersparnis hier: ebenfalls 0,00 Euro.

Deutschlandticket: Pendler profitieren am meisten – bundesweit

Mehr noch als die Menschen in den Städten profitieren auch dieser Analyse zufolge Pendler und Pendlerinnen aus dem Umland. Hier gilt die Faustformel: je mehr Tarifzonen durchquert werden, desto teurer – und desto größer das Ersparnis. Und auch Nutzer des ÖPNV in Hamburg, die bereits jetzt rabattierte Karten, etwa Studenten-, Azubi, Schüler oder Senioren-Tickets ihr Eigen nennen, profitieren in den meisten Fällen von der Einführung des 49-Euro-Ticket.

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