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HVV: Flüchtlinge aus der Ukraine dürfen kostenlos fahren – gemischte Reaktionen

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Von: Kevin Goonewardena

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Der HVV erlaubt Flüchtlingen aus der Ukraine ab sofort das kostenlose Benutzen von Bussen und Bahnen im Verbund. Im Netz sorgt die Aktion nicht nur für Lob.

Hamburg – Ab sofort fahren ukrainische Flüchtlinge im gesamten Hamburger Verkehrsverbund (HVV) kostenlos Bus und Bahn. Das teilte der Verbund vor wenigen Tagen selbst mit, mehrere Medien griffen die Meldung daraufhin auf. Der Hamburger Verkehrsverbund umfasst im Wesentlichen die Metropolregion Hamburg, das sind neben der Hansestadt auch Gebiete in Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Noch hält sich die Anzahl der ukrainischen Flüchtlinge, die bereits in Hamburg eingetroffen sind, in Grenzen: Am Donnerstag berichtete die Mopo von 176 Menschen, die, die Stadt bereits erreicht hätten. Auch in Niedersachsen sind bereits erste Flüchtlinge angekommen.

Hamburg und die norddeutschen Bundesländer bereiten sich auf weitere Ankommende vor. Dass, diese nun kostenlos die Verkehrsmittel nutzen können sorgt im Netz für Kontroversen.

Name:Hamburger Verkehrsverbund (HVV)
Gründung:29. November 1965
Vorstand:Dietrich Hartmann (seit 2011)
Linien:u.a. 4 U-Bahn-, 6 S-Bahn, 8 Fähr- und 699 Buslinien

HVV: Zweiklassengesellschaft bei Flüchtlingen? Kritik auf Facebook

Denn die Aktion des HVV gefällt längst nicht allen. Die einen wollen eine Zweiklassengesellschaft zwischen Flüchtlingen verschiedener Herkunft ausgemacht haben. Etwa Marie W., die auf der Facebook-Seite des HVV meint festgestellt zu haben: „Wenn du ein weißer Flüchtling bist, darfste jetzt kostenlos HVV fahren“ und ergänzend fragt „die anderen Geflüchteten nicht?“

In einem Kommentar eines anderen Nutzers vermischt sich die Frage nach einer Zweiklassengesellschaft mit Anti-Amerikanismus, Anti-Imperialismus und einer durchschimmernden Brise Verschwörungsglauben. Er fragt „Wo waren diese Busse als 2011 Libyen oder 2013 Syrien von den USA platt gemacht wurden?“ und spielt damit auf ein Foto in der Kommentarspalte an, das einen HVV-Bus zeigt, auf dessen digitalanzeige „Stoppt den Krieg“ zu lesen ist.

„Stoppt den Krieg“ ist derzeit auf Anzeigen an Bahnhöfen und Bussen zu sehen.
„Stoppt den Krieg“ ist derzeit auf Anzeigen an Bahnhöfen und Bussen zu sehen. © Valentina Meiners

Falschmeldungen werden auf Facebook vom HVV gekontert

Auf vernünftig formulierte Kritik oder Falschbehauptungen geht das Community-Management des HVV auch ein. So stellen die Verantwortlichen klar, dass alle Flüchtlinge die sogenannte Mobilitätskarte bekommen hätten und es eben nicht nur Hilfen für bestimmte Geflüchtete geben würde. Und nicht alle haben etwas zu meckern: Vor allem durch Reactions zeigen die Nutzer, dass sie hinter der Aktion des HVV stehen und diese gutheißen.

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So können Flüchtlinge aus der Ukraine kostenlos im HVV fahren

Vorläufig bis zum 31. März 2022 können aus dem ukrainischen Kriegsgebiet geflüchtete Menschen die Verkehrsmittel im HVV nutzen, ohne vor dem Einstieg einen Fahrschein gekauft zu haben. Neben den vier U-Bahn-Linien, die von der Hochbahn betrieben werden, zählen die Züge der S-Bahn-Hamburg, die Bahnen des Betreibers AKN, aber auch der Regionalverkehr im HVV der beispielsweise durch die DB Regio oder die Metronom-Gesellschaft organisiert werden, dazu. Selbstverständlich ist die freie Fahrt auch in den rund 700 Buslinien im Netz möglich und so gar die Fährlinien sind in dem Angebot eingeschlossen.

Benötigt wird nur ein ukrainisches Ausweisdokument, also ein Personalausweis oder Reisepass. Für Kinder gilt die Nachweispflicht der Herkunft nicht. Dafür aber für nicht-ukrainische Staatsbürger, die in der Ukraine leben und sich ebenfalls auf die Flucht gemacht haben. Auch sie sind in das Angebot eingeschlossen. Dazu gehören etwa ausländische Studenten oder Arbeitnehmer. *24hamburg.de und kreiszeitung.de und sind Angebote IPPEN.MEDIA.

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