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„Ich bin erschüttert“: HVV-Chefin extrem sauer wegen verschlepptem 49-Euro-Ticket

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Von: Kevin Goonewardena

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HVV-Chefin Anna-Theresa Korbutt macht Ärger über Verzögerungen bei der Einführung des 49-Euro-Tickets Luft. Hamburg wäre zum 01. Januar 2023 bereit.

Hamburg – Seit April 2021 leitet Anna-Theresa Korbutt die Geschäfte des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV). Zuvor hatte die 42-Jährige unter anderem in leitender Funktion bei der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) gearbeitet. Als Chefin des Hamburger Verkehrsverbundes – in dem 27 Verkehrsbetriebe im Jahr 2021 mehr als 600 Millionen Fahrgäste transportierten – treibt Korbutt zusammen mit Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) die Verkehrswende in der Hansestadt entscheidend voran. Schon früh positionierte sie sich pro 9-Euro-Ticket-Nachfolger. Jetzt platzte der HVV-Geschäftsführerin wegen des Nachfolgeangebots auf der Businessplattform LinkedIn der Kragen.

Name:Hamburger Verkehrsverbund
Gründungsdatum und -ort:29. November 1965 in Hamburg
Anzahl Linien (Auswahl):mehr als 600 Bus-, 8 Fähr-, 6 S-Bahn-, 4 U-Bahn-Linien
Anzahl Haltestellen:mehr als 10.000 (inkl. Bus)

49-Euro-Ticket im HVV: Streit über Preis und Einführung des 9-Euro-Ticket-Nachfolgers

Das 49-Euro-Ticket ist beschlossene Sache. Auch im HVV. Die günstige Fahrkarte, die nur im Abo erhältlich und deutschlandweit gültig sein wird, gilt als verspäteter Nachfolger des 9-Euro-Tickets, das im Sommer Millionen in Busse, Bahnen und Züge des Nahverkehrs in ganz Deutschland lockte. Die Anschaffung des 49-Euro-Tickets lohnt sich für den Großteil der Kunden im HVV, wenn auch nicht für alle. Der günstige Fahrschein rechnet sich dabei schon ab 14 Fahrten. Das Ticket kann im HVV bereits vorbestellt werden. Doch wann es endlich erhältlich sein wird, weiß bis heute niemand.

Und genau das bringt die HVV-Chefin in Rage – in Hamburg könnte das Ticket nämlich schon längst an den Start gegangen sein. Denn die benötigte Infrastruktur für den Verkauf des Tickets ist in der Hansestadt längst vorhanden. Doch die anderen Länder bremsen. Übrigens: In NRW gibt es noch vor Einführung des 49-Euro-Tickets eine besondere Ticket-Aktion im Dezember, berichtet 24RHEIN.

HVV-Chefin Anna-Theresa Korbutt und Fahrkartenautomat in Hamburg.
HVV-Chefin Anna-Theresa Korbutt: 49-Euro-Ticket kommt wohl später. © Christian Charisius/dpa und Hanno Bode/Imago

VDV-Geschäftsführer rechnet mit Start im Mai 2023 - HVV-Chefin lässt Ärger freien Lauf

Bereits während der Aktionsphase des 9-Euro-Tickets im Sommer (Juni bis August) kristallisierte sich mehr und mehr heraus, dass es einen direkten Nachfolger zu der am 31. August 2022 auslaufenden Aktionsfahrkarte nicht geben wird. Monatelang wurde nicht nur über den Preis des Nachfolgeangebots gestritten – die SPD hatte sich bereits frühzeitig für ein 49-Euro-Ticket ausgesprochen – sondern auch über ein Starttermin. Bundesverkehrsminister Volker Wissing sprach sich dafür aus, dass das Ticket Anfang 2023 auf den Markt kommt. Doch plötzlich hieß es, dass das 49-Euro-Ticket erst im Mai und damit fast ein halbes Jahr später als angedacht, erhältlich sein wird. Auslöser der Spekulationen war ein Interview des Chefs des Verbands der Verkehrsunternehmen (VDV), Oliver Wolff in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Anna-Theresa Korbutt ließ ihrer Wut nun im Netz freien Lauf.

Nein, es ist nicht vertretbar, dass der Zeitpunkt des Tickets immer weiter hinausgezögert wird. 

HVV-Geschäftsführerin Anna-Theresa Korbutt

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HVV-Chefin Korbutt Hamburg auch am 01. Januar bereit für 49-Euro-Ticket

Sie sei „erschüttert“ darüber, was der VDV gerade sage und tue, schreibt die HVV-Chefin in dem Online-Netzwerk. Wolff hatte in der FAZ gesagt, dass es noch viele administrative Punkte zu regeln gebe, bevor das Ticket an den Start gehen könne. Anna-Theresa Korbutt stellt für den von ihr geleiteten Verband klar, dass man auch zum 01. Januar 2023 bereit gewesen wäre.

Wörtlich heißt es in dem LinkedIn-Post Korbutts „Wir sind selbst Teil der Branche und wissen, was machbar ist und was nicht. Wir wären auch am 1. Januar startklar gewesen.“ Korbutt selbst hatte bereits Anfang November geahnt, dass sich die Einführung des 49-Euro-Ticket verzögern wird. Es deute vieles auf einen späteren Beginn hin, sagte die HVV-Chefin bei einer Pressekonferenz in Hamburg zum Thema. Nach den verdichteten Anzeichen dafür machte Korbutt nun via LinkedIn ihrem Ärger Luft.

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