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HVV: Auch dank 9-Euro-Ticket – wieder so viele Gäste wie vor Corona

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Von: Christian Einfeldt

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Wieder so viele Gäste wie vor Corona: Der HVV knüpft auch dank des 9-Euro-Tickets an 2019 an – das wohl erfolgreichste Jahr in der Geschichte des HVV.

Hamburg – Der HVV verbuchte immense Verluste, als 2020 die Corona-Pandemie einsetzte. In Zahlen bedeute das einen Umsatzeinbruch von 534,3 Millionen Euro (2019) auf 458,2 Millionen Euro (2020). Im Folgejahr 2021 sollte der Umsatz ein weiteres Mal einbrechen. Der Hamburger Verkehrsverbund machte nur noch einen Umsatz von 438,9 Millionen Euro. Die vergangenen zwei Jahre stellten den Hamburger Nahverkehr vor große Aufgaben

Jetzt kann die Hansestadt Hamburg aber endlich wieder mit belebten Wagons planen. „Die Fahrgäste sind wieder da“, hat Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) am Donnerstag, dem 16. Juni 2022, erklärt. Der wichtigste Programmpunkt des Tages: Die Präsentation der Jahreszahlen der Hochbahn AG.

Und die machen dem ÖPNV in Hamburg wieder Hoffnung.

Unternehmen:Hamburger Verkehrsverbund
CEO:Dietrich Hartmann (2011–)
Hauptsitz:Hamburg
Gründung:29. November 1965

HVV: 9-Euro-Ticket hebt Fahrgastzahl auf Rekord-Hoch von Juni 2019

Der HVV weiß: Der positive Umsatztrend des Hamburger Nahverkehrs ist nicht zuletzt der Einführung des 9-Euro-Tickets geschuldet. Laut Angaben des HVV wurden bislang 820.000 Tickets verkauft. Alleine in Hamburg – und die 680.000 Pendler, die HVV-Abos in Anspruch sind da noch nicht einmal mit eingerechnet. Auch sie zahlen nun Preise, die sich an das Angebot des 9-Euro-Tickets anpassen. Der Ansturm auf das 9-Euro-Ticket war schon im Vorverkauf riesengroß. Der HVV zeigte sich entsprechend überrascht – auch die erste Zwischenbilanz nach nur einer Woche fiel seitens des HVV positiv aus.

Menschen steigen in die Hamburger U3 ein.
Das 9-Euro-Ticket verschafft dem HVV eine tägliche Gastzahl von bis zu 1,6 Millionen Menschen. (Symbolbild) © IMAGO / Hanno Bode

Was Norddeutschland insbesondere seit Einführung des Billigtickets in die Karten spielt: Auch für Touristinnen und Touristen scheint der Norden nun noch attraktiver zu sein. Egal, ob Hamburg oder Sylt, wo sich seit Pfingsten Punks niedergelassen haben – im Norden gibt es genügend gefragte Adressen. Auch der bevorstehenden Kieler Woche könnte dank des 9-Euro-Tickets ein Besucher-Rekord bevorstehen.

HVV begrüßt 1,6 Millionen Menschen jeden Tag – weitere Investitionen stehen bevor

Dass der HVV nun den Maßstab aus Juni 2019 erreicht hat, sorgte auch bei Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks für Begeisterung. Schließlich beziehen sich die aktuellen HVV-Zahlen auf ein Rekord-Jahr, das laut nahverkehrhamburg.de das beste Jahr in der Geschichte des Hamburger Verkehrsverbundes war. Auch mithilfe des 9-Euro-Tickets gelingt es im Juni 2022 für 1,6 Millionen Menschen einen Anreiz zu schaffen, tägliche Strecken mit dem Hamburger Nahverkehr zu bestreiten. HVV-Vorstandschef Henrik Falk bestätigte die Zahlen und gab nach Informationen von Radio Hamburg an, dass es seit dem 1. Juni keine Beschwerden über zu volle Züge und Busse gegeben habe.

„Es gilt nun, diesen Schub zu nutzen, um noch mehr Menschen von den zahlreichen komfortablen und nachhaltigen Mobilitätsangeboten des ÖPNV zu überzeugen“, sagte Verkehrssenator Tjarks gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Mit weiteren Investitionen in den Nahverkehr möchte man das HVV-Angebot noch attraktiver machen. Ein besonderes Augenmerk wolle man insbesondere auf Pünktlichkeit und Sauberkeit legen.

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Dafür sind HVV und Hochbahn AG bereit, tief in die Tasche zu greifen: Nach Informationen des Hamburger Abendblattes stehen für das Jahr 2022 Gelder von 350 Millionen Euro im Raum, die in den ÖPNV investiert werden sollen. Anjes Tjarks zum Vorhaben: „Das Ziel ist, bis 2030 ein System zu etablieren, wo wir bei Fahrgästen 50 Prozent plus haben. Doch das bedingt, dass investiert werden muss“.

Aktuell sieht sich der HVV an einer Stelle aber auch Kritik ausgesetzt – zusammen mit dem Hamburger Senat. Dabei geht es darum, ob die geplante HVV-Linie U5 vor dem Aus steht. Eine Studie, an der eine LInken-Politikerin aus Hamburg beteiligt ist, stellt die neue Linie U5 des HVV in Frage und nennt eine Alternative.

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