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Nur wenige Vorbestellungen: HVV-Kunden verschmähen 49-Euro-Ticket

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Von: Kevin Goonewardena, Jakob Koch

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Das 49-Euro-Ticket kommt. Wann genau, weiß selbst der HVV nicht so ganz genau. Und so sind die Vorbestellungen der Fahrgäste bislang überschaubar.

Update vom 6. November 2022, 11.30 Uhr: Die ersten Zahlen dürften für den HVV mehr als ernüchternd sein: Gerade einmal 700 49-Euro-Tickets wurden binnen der ersten 24 Stunden von Fahrgästen des HVV vorbestellt. Das berichtet das Hamburger Abendblatt. Der Verband rechne mit deutlich steigenden Zahlen, sobald das Startdatum feststehe, so eine Sprecherin. Denn der eigentlich geplante Start zum 1. Januar 2023 wackelt – das verärgert auch die HVV-Chefin: Für das 49-Euro-Ticket im HVV „deutet vieles auf späteren Beginn hin“, sagte sie in einem Interview.

Ursprungsartikel vom 4. November 2022, 9.57 Uhr: Hamburg – Das Deutschlandticket, umgangssprachlich 49-Euro-Ticket, kommt. Was schon lange geplant war, ist seit der Einigung von Bund und Ländern in der Finanzierungsfrage in dieser Woche Gewissheit. Frühestens am 01. Januar 2023 können Bürgerinnen und Bürger das 49-Euro-Ticket deutschlandweit für Fahrten im Nahverkehr nutzen.

Name:Hamburger Verkehrsverbund (HVV)
Gründungsdatum und -ort:29. Januar 1965 in Hamburg
Anzahl Linien (Auswahl):rund 600 Bus-, 8 Fähr-, 6 S-Bahn-, 4 U-Bahn-Linien
Anzahl Stationen:rund 10.000 (inklusive Bus)

49-Euro-Ticket vorbestellen: Kunden im HVV können das Deutschlandticket über Website kaufen

Vorbestellen lässt sich die für viele im Vergleich zu bestehenden Abos günstigere Monatsfahrkarte allerdings bereits jetzt. Während Bestandskunden des HVV nichts weiter tun müssen, können Neukunden das 49-Euro-Ticket schon jetzt auf der Website des Verbandes kaufen. So komme Sie in Hamburg an das 49-Euro-Ticket.

49-Euro-Ticket: Das gilt im HVV-Abo und für die ProfiCard

HVV-Kunden, die bereits jetzt im Besitz eines HVV-Abos oder einer ProfiCard sind, müssen selbst nicht aktiv werden, um das 49-Euro-Ticket ab dem voraussichtlichen Starttermin 01. Januar 2023 nutzen zu können. Bestandsabos werden, das teilte der HVV in einer Meldung mit, genau wie bei dem Vorgänger 9-Euro-Ticket, automatisch umgewandelt. Kundinnen und Kunden, die zurzeit ein Abonnement abgeschlossen haben, das günstiger als 49 Euro im Monat ist, brauchen sich keine Sorgen zu machen. Die automatische Umwandlung findet nur bei den Abos statt, deren aktueller Monatspreis bei über 49 Euro liegt. Der Großteil der Abos im HVV kostet allerdings derzeit mehr als 49 Euro im Monat. Im Extremfall lassen sich durch den Umstieg auf das 49-Euro-Ticket bis zu 2000 Euro jährlich sparen.

Der Preis aller bestehenden Zeitkarten im HVV, die teurer als das neue Angebot sind, wird automatisch auf den neuen Preis reduziert.

Aus der Mitteilung des HVV zum Start der Vorbestellung des 49-Euro-Tickets

HVV: So kommen Neukunden an das 49-Euro-Ticket – und so nicht

Bürgerinnen und Bürger, die noch nicht zu den Kunden des HVV gehören, aber Interesse an dem 49-Euro-Ticket haben, können die auch Deutschlandticket genannte Fahrkarte ab sofort und unkompliziert über die Website des HVV vorbestellen. Eine Vorbestellung über Fahrkartenautomaten, HVV-Servicestellen in Hamburg, die HVV-Apps oder andere Kanäle, über die sonst Tickets bezogen werden können, ist nicht möglich. Ob bis zum Start des 49-Euro-Ticket in Deutschland weitere Optionen der Vorbestellung im HVV geschaffen werden, ist nicht bekannt.

Passanten stehen vor Fahrkartenautomaten am Hauptbahnhof Hamburg. St. Georg Hamburg
Ein Fahrkartenautomat des HVV. Das 49-Euro-Ticket wird voraussichtlich auch am Automaten zu kaufen sein. Vorbestellungen werden allerdings ausschließlich online entgegengenommen. © Hanno Bode / Imago

Ab wann das 49-Euro-Ticket auch in Hamburg gelten soll – und wann die erste Rate fällig wird

Auch die Kunden, die bereits jetzt ein 49-Euro-Ticket vorbestellen, können, was die Zahlung angeht, beruhigt sein: Die erste Rate, so teilt es der Verband mit, wird erst mit dem 01. Januar 2023 fällig – also an dem von Politik und Verkehrsverbänden angepeilten Startdatum des 49-Euro-Tickets.

Zum Starttermin des 49-Euro-Tickets sagte Geschäftsführerin Anna-Theresa-Korbutt im Spiegel: „In der Branche deutet vieles auf einen späteren Beginn. Das ärgert mich.“ Und weiter: „Wenn wir die Möglichkeit haben und die Finanzierung steht, lasst uns nicht länger warten. Viele Partner sorgen sich, dass sie es nicht gestemmt bekommen, weil grundlegende Prozesse fehlen – etwa, um das Ticket nur digital auszugeben.“ 

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HVV: Deutschlandticket nur im Abo – Das sind die Kündigungsfristen

Anders als das 9-Euro-Ticket, das im Gültigkeitszeitraum jeden Monat erneuert werden musste, wird es das 49-Euro-Ticket nur im Abo zu kaufen geben. Gerade in der aktuellen Zeit, in der die steigende Inflation, hohe Energie- und Lebensmittelpreise und der Ukraine-Krieg die Ängste der Bürgerinnen bestimmen, dürfte die Sorge, sich mit dem Abschluss eines Abos einen weiteren Kostenposten aufzuhalsen, der möglicherweise nicht so schnell wieder abgeschüttelt werden kann, bei Vielen groß sein. Die Sorge allerdings ist unberechtigt: denn das 49-Euro-Ticket ist, wie der Verband mitteilte, monatlich kündbar.

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