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HVV-Chefin zu 49-Euro-Ticket: „Deutet vieles auf späteren Beginn hin“

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Von: Kevin Goonewardena

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Der Start des 49-Euro-Ticket zum 01. Januar 2023 wird sich auch im HVV wohl verzögern. Die Probleme sind vielfältig. Wann das Ticket nun wohl erst kommt.

Hamburg – Erst am Mittwoch wurde bekannt gegeben, dass sich Bund und Länder auf eine Finanzierung des 49-Euro-Tickets geeinigt haben. Die Frage nach der Kostenübernahme war bis zuletzt der strittigste Punkt bei den Verhandlungen um den Nachfolger des beliebten 9-Euro-Ticket. Dafür, dass es einen solchen Nachfolger geben soll, hatte sich schon während des Zeitraums des Aktionstickets ein breites Bündnis aus unter anderem Fahrgästen, Politikern und Verantwortlichen von Verkehrsverbünden ausgesprochen.

Und auch der Starttermin schien klar, nachdem der ursprünglich geplante nahtlose Übergang von einem zum anderen Günstigticket am 31. August 2022 nicht mehr zu schaffen war. Doch der als Startdatum des 49-Euro-Ticket auserkorene Termin scheint ebenfalls nicht mehr zu halten. Auch die HVV-Chefin rechnet mit späterer Einführung und zeigt sich verärgert.

Name:Deutschlandticket
Geplanter Start:01. Januar 2023
Ticket-Art:Monatsticket im Abo
Gültigkeit:bundesweit im Nahverkehr

49-Euro-Ticket ab wann im HVV gültig?„Der 01. Januar 2023 ist nicht zu halten“

Bereits am Folgetag der Einigung zwischen Bund und Ländern vermeldeten Medien, dass das 49-Euro-Ticket wohl nicht bis zum 01. Januar 2023 um zu setzen ist. Vorbestellen kann man den 9-Euro-Nachfolger im HVV allerdings trotzdem schon. Doch ob das Ticket dann auch wie geplant ab dem 01. Januar 2023 genutzt werden kann, ist fraglich.

Unter anderem auf tagesschau.de wird Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Verkehrsunternehmen (VDV), mit folgenden Worten zitiert: „Der 1. Januar ist nicht zu halten, da das Ticket finanziell nicht gedeckt ist“, so Wolff. Denn, der Verband hält die jeweils 1,5 Milliarden Euro an Mitteln, die Bund und Länder für die Implementierung des 49-Euro-Tickets zur Verfügung stellen wollen, für zu gering. Und das ist nicht der einzige Kritikpunkt.

HVV-Chefin Anna-Theresa Korbutt und Fahrkartenautomat in Hamburg.
HVV-Chefin Anna-Theresa Korbutt: 49-Euro-Ticket kommt wohl später. © Christian Charisius/dpa und Hanno Bode/Imago

49-Euro-Ticket: Breite Kritik an neuem Angebot – wann mit Einführung zu rechnen ist

Wolff spricht davon, dass „das Risiko eines höheren Verlustes sowie die erforderlichen Anlaufinvestitionen“ von der Politik „ins unternehmerische Risiko der Unternehmen verschoben“ wurde. Bei den Überlegungen seien auch die durch die Pandemie bedingten Verluste der Unternehmen und hohe Anlaufverluste nicht berücksichtigt worden. Auch die geplante monatliche Kündbarkeit des Tickets sieht Wolff als zusätzliches Risko der Verkehrsunternehmen an. Mit einer Einführung rechnet er frühestens am 01. März 2023.

49-Euro-Ticket: Verkehrsminister üben Kritik am Ticket – und rechnen mit späterer Einführung

Mit seiner Skepsis in Bezug auf das Startdatum ist der Chef der Dachorganisation von mehr als 60 deutschen Verkehrsverbänden nicht alleine. Laut RTL News rechnet auch der Rhein-Main Verkehrsverbund (RMV) nicht mit einem Deutschlandticket vor dem 01. März 2023. Und auch Politiker wie Bayern Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) und dessen Amtskollege aus Baden-Württemberg, Winfried Hermann (Grüne), äußerten bereits kurz nach der Einigung zwischen Bund und Ländern ihre Skepsis was das Startdatum des 49-Euro-Tickets angeht.

Hermann sprach gegenüber den Partnerzeitungen der Berliner Redaktionsgemeinschaft (u. a. Märkische Allgemeine) davon, dass, das 49-Euro-Ticket zum 01. Januar 2023 „wahrscheinlich nicht“ komme. In der Süddeutschen Zeitung führte Hermann zudem die nötige Umstellung der Automaten, die Anpassung von Tarifsystemen und Gremiensbeschlüsse, die trotz allem weiterhin gefasst werden müssten, an.

Wenn der Bund die von den Ländern geforderte Erhöhung der Regionalisierungsmittel verweigert, müssen wir leider „Nein“ zum Ticket sagen.

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung

In der Süddeutschen Zeitung wies der Grünen-Politiker zudem darauf hin, dass Automaten umgestellt, Tarifsysteme angepasst und Gremienbeschlüsse gefasst werden müssten. Der Minister bekräftigte im Vorfeld des Bund-Länder-Gipfels auch die alte Forderung der Länder nach einer Erhöhung der sogenannten Regionalisierungsmittel für die Infrastruktur – zusätzlich zu den Kostenzusagen des Bundes.

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HVV: Auch HVV-Chefin rechnet mit späterer Einführung und zeigt sich verärgert

HVV-Chefin Anna-Theresa Korbutt äußerte sich verärgert darüber, dass, das 49-Euro-Ticket, wohl später als geplant kommen werde. „In der Branche deutet vieles auf einen späteren Beginn. Das ärgert mich. Wenn wir die Möglichkeiten haben und die Finanzierung steht, lasst uns nicht länger warten“, so Korbutt in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Viele Partner hätten die Sorge, dass es in ihren Verbänden noch an den grundsätzlichen Voraussetzungen für ein solches Ticket mangel und die Einführung deswegen nicht zu stemmen sei. Unter anderem wegen der fehlenden Möglichkeiten, das 49-Euro-Ticket nur digital auszugeben.

HVV: Digital gut aufgestellt – Bargeldzahlung wird in Bussen abgeschafft

Ihr eigener Verband sei „auch dem Zufall geschuldet“ bereits jetzt auf die Einführung des Digital-Tickets vorbereitet. „Wir haben schon lange die HVV Card als digitale Plastikkarte. Vor über einem Jahr fingen wir damit an, auf rein digitale Abos umzustellen. Das wäre so oder so zum 1. Januar gekommen.“

Auch in anderen Bereichen ist zu sehen, dass der HVV mit Hochdruck an der digitalen Transformation arbeitet. So startete erst am 01. November 2022 eine Testphase für bargeldloses Bezahlen im Bus. Verlaufen die Test zufriedenstellend, soll ab dem 01. Februar 2023 in den Bussen der Hochbahn ausschließlich mit einer Guthabenkarte beim Fahrscheinkauf bezahlt werden können.

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