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HSV-Mäzen Kühne: Schenkt er Hamburg eine neue Oper für 400 Millionen Euro?

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Von: Kevin Goonewardena

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Klaus-Michael Kühne will in Hamburg eine neue Oper bauen. Die alte Oper gefalle ihm nicht. Der Senat lehnt ab – würde sich aber über eine Schenkung freuen.

Hamburg – Der Hamburger Milliardär Klaus-Michael Kühne ist bundesweit besonders durch sein mittlerweile mehr als zehn Jahre langes Engagement für den HSV bekannt geworden. Das äußert sich, so könnte man meinen, wenn man die regionale Berichterstattung verfolgt, oft in einer Art-Hass-Liebe, zumindest aber Co-Abhängigkeit. Nun macht Klaus-Michael Kühne, der reichste unter den reichen Hamburgern, erneut deutschlandweit Schlagzeilen: Der Erbe des Logistik-Konzerns Kühne+Nagel und Anteilseigner der Reederei Hapag-Lloyd möchte der Stadt Hamburg ein neues Opernhaus bauen. Kosten: Schätzungsweise 300–400 Millionen Euro.

Name:Klaus-Michael Kühne
Geburtsdatum und -ort:02. Juni 1937 in Hamburg
Unternehmen (teilweise anteilig, Auswahl):Kühne+Nagel, Hapag-Lloyd, The Fontenay
Vermögen:rund 35 Milliarden Euro

Oper Hamburg: Kühne gefällt heutige Oper nicht – Gespräche mit Elbtower-Investor

Wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet, sind Kühnes Pläne einer neuen Oper für die Hansestadt bereits mehr als nur eine fixe Idee. Laut Angaben des Magazins habe sich der HSV-Mäzen und Betreiber des Luxushotels The Fontenay an der Alster bereits mit dem Investor René Benko getroffen. Der umstrittene österreichische Unternehmer, der zu den reichsten der Alpenrepublik gehört, stieg unter anderem bei der Galeria Kaufhof Karstadt ein und zeichnet sich für den Bau des Elbtowers am Rande der HafenCity verantwortlich.

Das Gebäude der Hamburger Staatsoper und Klaus-Michael Kühne
HSV-Mäzen Klaus-Michael Kühne will in Hamburg eine neue Oper bauen. Die bestehende Staatsoper soll nach seinem Willen abgerissen werden. Der Senat teilte den Plänen Kühne bereits eine Absage – und hat eine andere Idee. (24hamburg.de Montage) © Hanno Bode/imago & Axel Heimken/dpa

Laut Informationen des Spiegels plane Kühne in den kommenden Jahren ein neues Opernhaus zu errichten, für das die jetzige Staatsoper am Stephansplatz weichen soll. Als Grund nannte Kühne, dessen eigenes Vermögen im Zuge der Corona-Pandemie um 20 Milliarden Euro gestiegen war, dass der aus dem Jahr 1955 stammende Konzertbau keine Strahlkraft besäße, asbestverseucht sei und auch die Akustik lasse seiner Meinung nach zu wünschen übrig. Hamburg habe etwas Besseres verdient, so Kühne.

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Oper Hamburg: Senat lehnt Kühne Pläne ab – und hat andere Idee

Der Hamburger Senat hat auf den Vorstoß Kühnes bereits reagiert. Senatssprecher Marcel Schweitzer äußerte sich am Samstag, 28. Mai 2022, zu den Plänen und erteilte dabei auch gleich einem Wunsch Kühnes eine Absage. Das berichtet unter anderem der NDR.

Der Erste Bürgermeister und der Kultursenator kennen die Idee von Herrn Kühne, ein neues Opernhaus zu bauen

Marcel Schweitzer, Sprecher des Hamburger Senats

Schweitzer sagte, dass weder ein Abriss der jetzigen Oper, noch das Mietpreismodell im Zuge einer neuen Oper zwischen der Stadt und Benko, das Kühne vorschwebt, infrage käme. Bei dem sogenannten Mietpreismodell mietet ein interessierter Käufer eine Immobilie zuerst, um sie nach Ablauf eines festgelegten Zeitraums durch Zahlung eines Restbetrags zu erwerben. Der Kaufpreis wird also gestundet, eine Kreditaufnahme und damit die Zahlung von Zinsen entfällt so. „Eine Schenkung durch Herrn Kühne – beziehungsweise seiner Stiftung – nach dem Vorbild der Kopenhagener Oper wäre dagegen ein bemerkenswertes mäzenatisches Engagement“, so Schweitzer weiter. Sollte es zur Schenkung eines neuen Opernhauses durch Kühne kommen, könne das alte Operngebäude für andere Zecke genutzt werden, heißt es aus dem Senat.

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