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„Ekelhaft“: Burger-King Mitarbeiter rastet aus – Kunden homophob beleidigt

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Von: Kevin Goonewardena

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Eine Journalistin dokumentiert einen homophoben Vorfall in einem Hamburger Burger King. Sie kritisiert, von den anderen Gästen im Stich gelassen zu sein.

Hamburg – Die Journalistin Ivy Haase arbeitete für den Stern und die Bertelsmann-Gruppe und betreut nun als stellvertretende Redaktionsleiterin bei Audio Alliance vor allem Podcasts aus dem Hause Gruner & Jahr in Hamburg. Nun machte sie einen homophoben Vorfall öffentlich, deren Zeugin sie in der Filiale der Fastfood-Kette Burger King an der Hamburger Reeperbahn wurde.

Name:Lesben- und Schwulenverband Hamburg (LSVD Hamburg)
Vereinszweck (u.a.):Aufklärung gegen Homophobie
Vorstand:Barbara Mansberg und Wolfgang Preussner
Kontakt:hamburg@lsvd.de

Homophobie im Burger King auf der Reeperbahn: „Das ist doch kein richtiger Mann!“

Auf ihrem Instagram-Account schildert Haase den Vorfall. Sie berichtet davon, dass sich der Mitarbeiter des Burger-Restaurants auf der Hamburger Partymeile geweigert habe, zwei junge Männer zu bedienen und diese aus dem Restaurant an der Reeperbahn geschickt habe, das sich im Stadtteil St Pauli in der Nähe der Davidwache befindet. Im Anschuss daran habe der Burger King-Mitarbeiter „10 Minuten lang noch den ganzen Laden zusammengeschrien“ schreibt die Journalistin. Dabei seien laut Haase Äußerungen wie „Das ist doch kein richtiger Mann! Ist der ein Mann oder ‘ne Frau?! Ekelhaft“, gefallen.

In einer Hamburger Burger King Filiale schmiss ein homophober Mitarbeiter zwei junge Männer raus und beschimpfte sie. Keine(r) der Gäste half ihnen
In einer Hamburger Burger King Filiale schmiss ein homophober Mitarbeiter zwei junge Männer raus und beschimpfte sie. Keine(r) der Gäste half ihnen. (Symbolbild) © Matthias Balk/John Walton/dpa/Lars Berg/imago/Montage

Niemand habe ihr geholfen, obwohl der Burger King-Laden auf der Reeperbahn zum Zeitpunkt des Geschehens voll gewesen sei, kritisiert Haase die Anwesenden in ihrem Post im Sozialen Netzwerk. Instagram Sie selbst sei daraufhin gegangen, ohne den Mut gehabt zu haben, im Burger King auf der Reeperbahn nach einem Vorgesetzten des Mannes zu fragen, der die homophoben Beleidigungen gegen die Kunden ausgesprochen habe.. In der Kommentarspalte unter ihrem Instagram-Post findet Haase Zuspruch dafür, dass sie ihre Meinung gesagt hat.

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Haase schließt ihren Post mit einem Appell an alle zukünftigen Zeugen und Zeuginnen homophober Vorfälle. „Sagt was. Seid laut. Eine Stimme ist leise, leicht von toxischer Männlichkeit – und Arschlöchern – übertönt. Springt Menschen zur Seite, die sich trauen. Zeigt Zivilcourage“, schreibt sie. Laut der Hamburger Morgenpost, de zuerst über den Vorfall im Burger King auf der Reeperbahn berichtet hat, habe Burger King den Vorfall aus dem Mai 2022 bestätigt und mitgeteilt, dass man den Fall auf der Reeperbahn bedauere: „Ein derartiges Verhalten ist für uns nicht akzeptabel und wird nicht toleriert.“ Man kläre aktuell, wie es zu dem Vorfall kommen konnte und werde Konsequenzen ziehen.

Homophobie-Vofall be Burger King zeigt: Schwulen- und Lesben auch 2022 noch nicht sicher

Trotz der Gedenktage und Feierlichkeiten, die den Problemen und die Gefahren, denen sich die LGBTQI* auch heute noch ausgesetzt sieht, eine öffentliche Präsenz geben und Bemühungen um mehr Sicherheit wie etwa der Einrichtung von Regenbogen-Parkplätzen, müssen Schwule, Lesben und andere sexuelle Minderheiten weltweit immer noch um Anerkennung und Gleichstellung kämpfen und können sich auch in Deutschland körperlicher Unversehrtheit nicht sicher sein.

Traurig, dass Dir niemand zur Seite gesprungen ist und noch viel trauriger, dass es überhaupt noch homophobe Leute gibt, man müsste doch eigentlich meinen in unserem Zeitalter wäre so eine Einstellung ausgestorben 😢🌈

Instagram-Userin linniedane stellt sich hinter @aiwieivy (Ivy Haase)

1051 Straften im Bereich der politisch-motivierten Kriminalität mit den Unterkategorien „Geschlecht/Sexuelle Identität“ UND/ODER „Sexuelle Orientierung“ hätten die Behörden 2021 in Deutschland registriert, darunter 190 Gewalttaten. Das teilt der LSVD (Lesben und Schwulen Verband Deutschland) auf seiner Homepage mit. Erfasst sind nur die Straftaten, die zur Anzeige gebracht wurden. Die Dunkelziffer der begangenen Straften dürfte also weitaus höher sein.

LGBTQI*-Community: Diese Termine solltet ihr kennen

Am 17. Mai wurde der „Internationale Tag gegen Homophobie“ gefeiert, im Juni folgt weltweit der „Pride Month.“ Auch wenn der CSD (Christopher Street Day) weltweit an anderen Terminen gefeiert wird, der Anlass der Feierlichkeiten findet sich ebenfalls im Juni: Sie erinnern an die Aufstände in der Christopher Street im New Yorker Stadtteil Greenwich Village, die ihren Anfang am 28. Juni 1969 nahmen und als sogenannter Stonewall-Aufstand (benannt nach dem Ausgangspunkt des Aufstands, der Stonewall Bar).

Hier lebt und feiert die schule Community der Hansestadt: So bunt und divers ist St. Georg

Damals setzten sich Homosexuelle und andere sexuelle Minderheiten gegen die zu der Zeit häufig stattgefunden gewalttätigen Razzien der New Yorker Polizei in den Kneipen und Bars der Community zu Wehr, die mit Misshandlungen und Willkür von der vor allem afroamerikanische LGBTQI*-Angehörige und solche lateinamerikanischer Herkunft betroffen waren. LGBTQI steht für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer und Intersexual. Der Hamburger CSD („Hamburg Pride“) findet in diesem Jahr am 6. August statt und bildet den krönenden Abschluss der sogenannten „Pride Week“.

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