Katastrophe in NRW

Hochwasser: Warum hilft die Feuerwehr Hamburg nicht bei der Jahrhundertflut?

  • Sebastian Peters
    VonSebastian Peters
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Die Hamburger Feuerwehr stand bereit, um im Hochwasser-Gebiet in Blessem (Erfstadt, Rhein-Erft-Kreis) zu helfen. Doch bisher verließ sie die Hansestadt nicht. Warum?

Hamburg – Aus ganz Deutschland rücken Einsatzkräfte nach Nordrhein-Westfalen aus, auch die Polizei Hamburg war bereits im Hochwassereinsatz. Die Feuerwehr Hamburg bleibt bisher zu Hause. Aber warum? 24hamburg.de fragt bei der Behörde nach.

Hochwasser in NRW und Rheinland-Pfalz: Darum hilft die Feuerwehr Hamburg nicht im Flutgebiet

So sah Blessem am Sonntag von oben aus. Mehrere Häuser sind komplett eingestürzt. Die gesamte Ortschaft ist Sperrgebiet.

Klar ist, dass bereits mehrere Anfragen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (kurz: BBK) in Hamburg eingingen. Die Anfragen, die am Donnerstag und Sonntag bei der Feuerwehr eingingen, wurden schnellstmöglich beantwortet. Doch ein endgültiger Marschbefehl wurde bisher nicht erteilt.

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Eine Frau sitzt zwischen den Trümmern ihres Geschäftes in Stolberg.
  • Wie funktioniert die Anfrage eines Hilfsangebot?
  • Das betroffene Bundesland (Rheinland-Pfalz und/oder Nordrhein-Westfalen) stellt eine Anfrage beim Gemeinsamen Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern des BBK. Von hier wird die Anfrage an alle nötigen Stellen (Feuerwehr, Polizei, THW, etc.) weitergeleitet. Sobald die Rückmeldungen der angefragten Behörden und Hilfsorganisationen eingehen, werden die nötigen Ressourcen alarmiert bzw. erhalten einen Marschbefehl. Gemeldete Ressourcen, die am Ende nicht benötigt werden, erhalten keine Absage. Das Angebot verfällt automatisch.

Grund dafür, dass die Einsatzkräfte der Feuerwehr bisher nicht ausgerückt sind ist, dass die verfügbaren Einheiten schlicht „nicht benötigt werden“ oder andere Einheiten geografisch näher am Einsatzort liegen. Eine Einsatzkraft im Krisengebiet sagt gegenüber einem Reporter von 24hamburg.de vor Ort: „Mit kleinen Booten können wir keine großen Trümmer wegräumen. Da braucht man größeres Werkzeug.“

Fakt ist, dass die Feuerwehr Hamburg auch weiterhin für Einsätze in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen bereitsteht. Die Retter der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr stehen praktisch „in den Startlöchern“ und wollen helfen.

In der Rathausstraße in Stolberg klafft ein Riesen-Loch! Die Straße ist unpassierbar geworden.

Bei der ersten Anfrage, am Donnerstag, 15. Juli 2021, standen die ersten Einsatzkräfte bereits wenige Stunden später bereit. Weitere 100 Einsatzkräfte und 29 Einsatzfahrzeuge waren wenige Stunden später startklar, um ins Krisengebiet zu fahren. Doch das Hilfsangebot, welches bis Freitag 18 Uhr galt, wurde nicht abgerufen und verfiel. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sebastian Peters

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