Quarantäne und Testpflicht

Hochinzidenzgebiet, Virusvarianten- oder Risikogebiet: Welche Regeln gelten wo?

Was bedeutet es, wenn Länder als Hochinzidenzgebiete eingestuft werden? Quarantäne? Testpflicht? Bei Rückreise nach Deutschland sind viele Regeln zu beachten. 

Hamburg – Es ist Sommer und die Menschen wollen verreisen. Durch Corona wird das noch immer erschwert, denn Risiko- und Mutationsgebiete häufen sich auf der Weltkarte. Das Auswärtige Amt, das Bundesministerium für Gesundheit und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat stufen deshalb regelmäßig Länder, Staaten und Regionen als Hochinzidenz-, Virusvarianten- oder Risikogebiete ein. Spanien und die Niederlande zählen vermutlich ab heute, 23. Juli, als Hochinzidenzgebiete und Griechenland ist nun Risikogebiet.

Auch wenn in den einzelnen Ländern, wie zuletzt im reisefreundlichen Dänemark, die Beschränkungen völlig unterschiedlich sein können, gelten in Deutschland strikte Regeln für Urlauber. Das sollten Sie beim Reisen beachten.

Coronafälle Hamburgetwa 78.000 (Todesfälle 1600)
Coronafälle Niedersachsenetwa 262.000 (Todesfälle 5.800)
Coronafälle deutschlandweitetwa 3,7 Millionen (Todesfälle 91.000)
Coronafälle weltweitetwa 192 Millionen (4,1 Millionen)

Regeln für Reisende: Das ist bei Hochinzidenz-, Virusvarianten- oder Risikogebiete zu beachten

Am einfachsten ist es für Urlauber natürlich, in Länder wie Italien oder Kroatien zu reisen, wo die Einschränkngen gering sind. Wer nun trotzdem in einem riskanteren Gebiet Urlaub machen will, oder aus anderen Gründen um eine Reise dorthin nicht herumkommt, der insbesondere bei der Rückreise nach Deutschland einige Dinge beachten. Die Coronavirus-Einreiseverordnung vom 12. Mai 2021 gibt vor, dass Flugzeugreisende einer generellen Nachweispflicht unterliegen. Ohne negatives Testergebnis, Impfnachweis oder einen Genesenennachweis darf man nach Deutschland nicht einreisen.

Urlauber müssen sich an strenge Regeln und Kontrollen halten. Bei einigen Reiseländern droht sogar die Quarantäne. (24hamburg.de-montage)

Darüber hinaus müssen Einreisende die digitale Einreiseanmeldung ausfüllen und bei der Einreise nach Deutschland mit sich führen. Wer aus einem Risiko- oder Hochinzidenzgebiet einreist, muss außerdem 10 Tage in Quarantäne, Einreisende aus einem Virusvariantengebiet sogar 14 Tage. Die Quarantäne kann vorzeitig beendet werden, wenn Reisende aus einem Risikogebiet einen Test, einen Impfnachweis oder einen Genesenennachweis vorlegen können. Einreisende aus Hochinzidenzgebieten kommen nur dann um die Quarantäne herum, wenn sie geimpft oder genesen sind. Ab dem fünften Tag können sie ihre Quarantäne mit einem negativen Test beenden.

Wer aus einem Virusvariantengebiet kommt, muss außerdem beachten: Es gibt ein Beförderungsverbot für den Personenverkehr per Zug, Bus, Schiff und Flug. Man muss also selbst mit dem Auto fahren und nach Ankunft in Deutschland in eine 14-tägige Quarantäne. Diese kann auch nur Nachweise nicht vorzeitig beendet werden.

Wieso ist es riskant? So werden Länder als Risikogebiete eingestuft

Staaten oder Regionen werden in einem zweistufigen Prozess als einfaches Risikogebiet eingestuft, wie kürzlich erst Griechenland, wo nun ein Tanzverbot herrscht. Zunächst werden alle Länder betrachtet, in denen es in den letzten sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gab. Danach wird die betreffende Region betrachtet und bewertet, ob sie trotz der Inzidenzzahl ein geringes Risiko birgt. Auch Staaten mit niedrigeren Inzidenzzahlen können als Risikogebiet eingestuft werden, wenn andere Kriterien dafür sprechen, dass dort eine höhere Ansteckungsgefahr besteht wie zum Beispiel die Präventionsmaßnahmen, die das Land selbst ergreift.

Das Robert Koch Institut erklärt dazu: „Für Bewertungsschritt 2 liefert außerdem das Auswärtige Amt auf der Grundlage der Berichterstattung der deutschen Auslandsvertretungen sowie ggf. das Bundesministerium für Gesundheit sowie das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat qualitative Berichte zur Lage vor Ort, die auch die jeweils getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beleuchten.“ In Risikogebiete kann man mit Testnachweisen aktuell noch verreisen.

Besonders hohe Gefahr: Einstufung als Hochinzidenzgebiet oder Virusvariantengebiet

Die Einstufung von Hochinzidenzgebieten verläuft ähnlich. Sie Sieben-Tage-Inzidenz muss in diesem Fall höher als 200 sein. Im Anschluss wird eingeschätzt, wie groß das Infektionsrisiko aufgrund von anderen Faktoren ist. Wenn die Behörden eine besonders hohe Gefahr sehen, wird ein Staat, Land oder eine Region als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Mallorca hat aktuell eine hohe Gefahr, Hochinzidenzgebiet zu werden.

Virusvariantengebiete (Stand 23. Juli 2021)Botsuana, Brasilien, Eswatini, Lesotho, Malawi, Mosambik, Namibia, Sambia, Simbabwe, Südafrika, Uruguay
Hochinzidenzgebiete (Stand 23. Juli 2021)Ägypten, Argentinien, Bolivien, Chile, Costa Rica, Ecuador, Fidschi, Indien, Indonesien, Kolumbien, Kuba, Kuwait, Libyen, Malaysia, Mongolei, Nepal, Oman, Paraguay, Peru, Portugal inkl. der autonomen Regionen Madeira und Azoren, Russische Föderation, Seychellen, Sudan, Suriname, Syrische Arabische Republik, Tansania, Tunesien, Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland inkl. der Isle of Man sowie aller Kanalinseln und aller britischen Überseegebiete, Zypern
Risikogebiete (Stand 23. Juli 2021)Afghanistan, Algerien, Andorra, Angola, Äquatorialguinea, Äthiopien, Bahamas, Bahrain, Bangladesch, Belarus, Belize, Benin, Bhutan, Burkina Faso, Burundi, Cabo Verde, Côte d'Ivoire, Dänemark (Hovedstaden, Färöer), Dschibuti, Dominikanische Republik, El Salvador, Eritrea, Frankreich (Réunion, Französisch-Guayana, St. Martin), Gabun, Gambia, Georgien, Ghana, Griechenland, Guatemala, Guinea, Guinea-Bissau, Guyana, Haiti, Honduras, Irak, Irland (Border, Dublin, Mid-East, Mid-West, Midland), Jemen, Kamerun, Kasachstan, Kenia, Kirgisistan, Kongo DR, Kongo Rep, Korea (Volksrepublik), Kroatien (Zadar), Liberia, Madagaskar, Malediven, Mali, Marokko, Mauretanien, Mexiko, Myanmar, Nicaragua, Niederlande, Sint Maarten, Niger, Nigeria, Pakistan, Panama, Papua-Neuguinea, Philippinen, Ruanda, St. Kitts und Nevis, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Spanien inkl. der Balearen und Kanaren, Sri Lanka, Südsudan, Tadschikistan, Thailand, Timor Leste (Osttimor), Togo, Trinidad und Tobago, Tschad, Türkei, Turkmenista, Uganda, Usbekistan, Venezuela, Vereinigte Arabische Emirate, Zentralafrikanische Republik

Ein Virusvariantengebiet ist aus deutscher Sicht eine Region im Ausland, in der eine Corona-Mutation besonders häufig auftritt, wie die gefährliche Delta-Mutation, die zum Beispiel in Großbritannien für hohe Infektionszahlen sorgt. Wenn von dieser Mutation eine besondere Gefahr, etwa durch erhöhtes Ansteckungsrisiko ausgeht, dann wird ein Land als Virusvariantengebiet eingestuft. Die EInstufung nehmen das Auswärtige Amt, das Bundesministerium für Gesundheit und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat in Zusammenarbeit vor. Die ständig aktualisierte Liste der Risikogebiete gibt es auch auf der Webseite des Robert Koch Institut (RKI). * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/picture alliance/dpa & Imago Images/Panthermedia

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare