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Hitzewelle in Hamburg: Hilfe für Obdachlose – Kältebus und Snack-Tüten

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Von: Steffen Maas

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Die Hitzewelle rollt auch nach Hamburg: Bis zu 35 Grad werden am Dienstag erwartet. Hilfe für Obdachlose gibt es von der Stadt, Ehrenamtlichen und Bürgern.

Hamburg – Ungewohnte Aussichten in der Hansestadt: Den Regenschirm vielleicht mal als Sonnenschirm nutzen? Das sind Fragen, mit denen sich Menschen aufgrund der Hitzewelle, die jetzt auch Hamburg erreicht, konfrontiert sehen. Doch nicht alle Bürger sind so gut vorbereitet: Damit auch die Wohnungslosen der Stadt mit der plötzlichen Hitze zurechtkommen, engagieren sich verschiedene Ehrenamtliche mit bemerkenswerten Projekten. Auch Mitbürger können helfen.

Name:Hansestadt Hamburg
Einwohner:1.904.444
Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)
Fläche:755,2 Quadratkilometer

Hitzewelle Hamburg: Kältebus rollt zur Hilfe für Obdachlose aus

Am sichtbarsten unter den vielen Hilfsprojekten in der Hansestadt Hamburg ist dabei wohl der große rote Bus des „CaFée mit Herz“. Eigentlich kümmern sich die ehrenamtlichen Projekt-Verantwortlichen mit dem „Kältebus“ in den Wintermonaten um flexible Hilfe und Transport für frierende Wohnungslose. Doch im Sommer und bei drohender Hitzewelle wird umgedacht: Denn statt vor der Kälte zu schützen, soll die jetzt als Erfrischung auf die Platten gebracht werden.

Während man im Winter quasi nonstop unterwegs ist, rückt das Team im Sommer je nach Bedarf aus – morgens bis nachmittags ist ein Sozialarbeiter am Steuer, gegen Abend helfen Freiwillige beim Verteilen von Spenden, hat Koordinatorin Christina Pillat-Prieß dem Hamburger Abendblatt erzählt. Bei den Wassertouren werden neben Trinkflaschen und Müsliriegeln auch Sonnenschutz und Kopfbedeckungen verteilt, um Obdachlose gegen Dehydration, Kreislaufkollaps und aggressive Sonnenstrahlen zu schützen.

Kältebus bei Hitze: Sach- und Geldspenden helfen dem Projekt enorm

Damit das während der Hitzewelle in Hamburg auch wirklich klappt, ist das Projekt auf Unterstützung von hilfsbereiten Menschen angewiesen: Dazu zählen natürlich die Sachspenden, die schließlich auf der Straße verteilt werden, aber auch Spenden finanzieller Art. – „weil wir dann flexibel arbeiten können, mit dem, was wir aktuell brauchen – wenn der Bus zum Beispiel auch mal in die Werkstatt muss“, so Pillat-Prieß im Abendblatt. Was finanzielle Hilfe bringt, zeigte zuletzt ein Werbe-Anhänger, der als Unterschlupf genutzt werden konnte und sich durch die Werbefläche selbst finanzierte.

Hamburg: Der Kältebus hilft Obdachlosen normalerweise gegen die winterliche Kälte. Doch diesen Sommer versorgt er Bedürftige mit Erfrischungen und Snacks.
Hamburg: Der Kältebus hilft Obdachlosen normalerweise gegen die winterliche Kälte. Doch diesen Sommer versorgt er Bedürftige mit Erfrischungen und Snacks. (Archivbild) © Christian Charisius/dpa

Doch auch ohne das „CaFée mit Herz“ als Vermittler können Bürger natürlich auf ihre Hamburger Mitmenschen und die besonders Schutzbedürftigen achtgeben. Dabei gilt: Die Tipps für das richtige Verhalten bei einer solchen Hitzewelle wendet man am besten selbst an und hat ein offenes Auge, ob Mitbürger an bestimmten Stellen Hilfe brauchen:

Was tun bei Hitze?

Ein großer Tipp ist nicht gänzlich überraschend: viel trinken. Da der Körper in der Hitze viel schwitzt und damit die Temperatur reguliert, braucht es einiges an Nachschub für den Flüssigkeitshaushalt. Erwachsene sollen im Regelfall über den Tag verteilt rund zwei Liter zu sich nehmen – bei vermehrtem Schwitzen wird aber der die Aufnahme der doppelten Menge empfohlen.

Dieser Kühleffekt des Schwitzens funktioniert am besten, wenn ausreichend Luft an die Haut kommt. Das bedeutet: Morgens am Kleiderschrank sollte der Griff zu leichten, luftigen Klamotten gehen. Zu viel Haut sollte man allerdings nicht zeigen, denn wenn die Sonne direkt auf viel Fläche des Körpers scheint, heizt sich dieser auch schneller wieder auf.

Ebenfalls heizt sich der Körper auf, wenn er eiskalte Getränke nach Verzehr auf Körpertemperatur bringen muss. Der Klassiker unter den Getränke-Tipps bei Hitze-Problemen klingt daher etwas widersprüchlich: Lieber nur leicht gekühltes oder lauwarmes Flüssiges zu sich nehmen. Auch ein warmer Tee hilft überraschend erfrischend und belastet den Magen weniger als eine eiskalte Cola.

Sonst freut sich der Magen während einer Hitzewelle über leichte Kost: Quark oder Jogurt gehen leicht runter und schmecken besonders gut. Den kann man auch ergänzen mit leckerem Obst, das wie Früchte und Salat generell zum Hitze-Speiseplan gehören sollte. Positiver Nebeneffekt: Melonen, Gurken und Tomaten helfen mit ihrem hohen Wassergehalt beim Auffüllen des Flüssigkeitshaushaltes des Körpers.

Hitzewelle Hamburg: „Snack-Tüten“ mit Essen, Getränken und leichter Kleidung

Ebenfalls intensiv engagiert und auf Spenden und helfende Hände angewiesen sind die Freiwilligen der Bürgerinitiative „Hilfe für Hamburger Obdachlose“, die für die heißen Monate und die Hitzewelle die „Snack-Tüten-Challenge“ gestartet haben: Alle zwei Wochen verteilen sie sonntags am Heidi-Kabel-Platz 1 in St. Georg die kleinen Snack-Tüten an Wohnungslose. Grundsätzlich liegt der Fokus dort auf länger haltbaren Lebensmitteln und Hygiene-Artikeln – die auch in den Sommermonaten aufgrund der hohen Belastung für den Kreislauf und das extreme Schwitzen dringend benötigt werden.

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Für den Juli und August bitten die Verantwortlichen zudem um kühle Getränke und Kleidung, die den Temperaturen angemessen ist: leichte T-Shirts, Hosen oder Sandalen. Die Spenden können per Post verschickt werden oder direkt zum Stand an den Heidi-Kabel-Platz gebracht werden, wenn die Snack-Tüten von 13 Uhr bis 15 Uhr verteilt werden.

Sehr willkommen sind auch Freiwillige, die vor Ort helfen, die Tüten zusammen mit den Wohnungslosen zusammenzustellen. Die nächsten Termine der Bürgerinitiative sind: Sonntag, 24. Juli 2022, Sonntag, 7. August 2022 und Sonntag, 21. August 2022 – weitere Infos dazu gibt es unter hamburger-obdachlose.de

Stadt Hamburg während der Hitzewelle: Bürgerhotline nutzen und Obdachlosen helfen

Auch die Stadt Hamburg ist bei der Hilfe für Obdachlose während der Hitzewelle natürlich mit im Boot. In verschiedenen Einrichtungen und in den sozialen Beratungsstellen der Bezirke arbeiten viele Sozialarbeiter durchgehend daran, Wohnungslosen die bestmögliche Unterstützung zukommen zu lassen.

Dass die Mitbürger dabei tatkräftig mithelfen können, daran erinnert die Sozialbehörde: Die spezielle Bürgerhotline für Obdachlosen-Hilfe wird statt während der Hitzewelle vorwiegend in den kalten Wintermonaten genutzt, ist jedoch auch im Sommer jederzeit erreichbar.

Hamburger Bürgerhotline – Hilfen für Obdachlose

Wer einen Obdachlosen auf der Straße sieht, der offensichtlich Hilfe braucht, kann über die Bürgerhotline Tel. 428 28 5000 die Sozialarbeiter der Bezirke und die Sozialbehörde darüber informieren.

Die Hamburger Bürgerhotline – Hilfen für Obdachlose ist montags bis freitags von 8 Uhr bis 16 Uhr zu erreichen und stärkt das bestehende Hilfsangebot der Stadt.

Wichtig: Bei akuter Gefahr (zum Beispiel: Sichtbare Wunden oder Verletzungen; Person kann nicht mehr alleine aufstehen, sich nicht verständlich machen, ist orientierungslos oder stark alkoholisiert) bittet die Sozialbehörde darum, immer die Feuerwehr/Notarzt (112) oder die Polizei (110) direkt anzurufen.

Dort eingereichte Hinweise werden sofort an die Bezirke und zuständigen Sozialarbeiter weitergeleitet. Diese kümmern sich dann umgehend um Probleme und Herausforderungen der Wohnungslosen.

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