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Hilfsorganisation Arche schlägt Alarm: Immer mehr Kinder in Hamburg hungern

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Von: Kevin Goonewardena

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Die Hilfseinrichtung Arche e.V. versorgt immer mehr Kinder mit Mittagessen. Gestiegene Kosten bringen Familien in existenzielle Nöte.

Hamburg – Die stark steigenden Preise für Lebensmittel und Energiekosten belasten vor allem die Menschen, die auch vor den aktuellen Mehrfach-Krisen gerade so mit ihrem Geld ausgekommen sind. Sie geraten jetzt häufig in existenzielle Nöte. Ganz besonders hart trifft es dabei Familien – immer mehr Kinder und Jugendliche sind deswegen auf die Angebote der Hilfeeinrichtungen wie etwa der Arche angewiesen.

Bis zu 30 Prozent mehr Kinder würden die Standorte der Organisation Arche aufsuchen, schätzt deren Leiter Tobias Lucht. Dem Hamburger Abendblatt sagte Lucht „Wir spüren das sehr deutlich – seit Februar, seit die Preise auf dem Höhenflug sind: Jeden Tag und jede Woche kommen neue Kinder, Jugendliche und ihre Eltern zu uns und klopfen an unsere Türen.“ In Hamburg betreibt der Verein Arche Einrichtungen in Jenfeld, Billstedt und Harburg.

Name:Gemeinde- und Missionswerk Arche e. V. (Arche)
Selbstbezeichnung:Freikirche
Art:Int. Hilfs- und Missionswerk
Sitz:Hamburg-Stellingen

Arche Hamburg: Mütter und Väter sparen bei sich selbst, damit Kinder genug zu Essen haben

In der Arbeit mit den Eltern erhalten die Mitarbeitenden der Arche auch Einblicke in die Einkommensverhältnisse der Familien. Viele kämen auch mit Nachzahlungsaufforderungen von Strom- und Gasversorgern und fragen die Arche-Mitarbeitenden, um Rat, so Lucht gegenüber der Zeitung.

„Viele Mütter und Väter sagen, sie sparen lieber bei sich selbst, auch am Essen, damit die Kinder ausreichend haben. Das bewegt uns in einer Stadt wie Hamburg, wo Arm und Reich sehr eng beieinander leben, schon sehr.“

Tobias Lucht, Leiter Arche Hamburg gegenüber dem Hamburger Abendblatt

Hilfseinrichtung Arche: Essen, Hausaufgabenhilfe, Freizeitangebote – neuerdings auch Lebensmittelspenden

Gegründet wurde die Arche 2006 nach dem Hungertod des siebenjährigen Mädchens Jessica. Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, die Eltern des Mädchens, die das Kind verhungern ließen, wurden zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt. Nicht nur ein warmes Mittagessen bekommen die Kinder und Jugendlichen an den drei Standorten in Hamburg – auch Hausaufgabenhilfe wird angeboten, das Lernen gefördert, es gibt verschiedene Sport- und Musikangebote, ein Elterncafé und teilweise auch ein Abendessen.

Marcell Jansen beim Besuch der Arche-Einrichtung in Harburg
HSV-Präsident Marcell Jansen besuchte den Arche-Standort Harburg zu dessen erstem Geburtstag im Jahr 2021. © Die Arche e.V.

Neuerdings gibt es auch Lebensmittelspenden, Lebensmittel also, die, die Kinder, direkt mitnehmen können. Die kommen inklusive Rezepte, sind für mehrere Tage und Köpfe ausreichend und entlasten die vielerorts überlasteten Hamburger Tafeln. Auch bei den Tafeln steigt die Nachfrage immer weiter an – deswegen haben die Hamburger Tafeln in der Vergangenheit zahlreiche Spendenaktionen initiiert.

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Arche Hamburg: 750 Mittagessen täglich für bedürftige Kinder

Insgesamt 100 Mitarbeitende, davon drei Viertel Ehrenamtliche, stehen hinter den Arche-Einrichtungen in Jenfeld, Billstedt und Harburg. Etwa 750 Kinder- und Jugendliche werden täglich mit Mahlzeiten versorgt. „Viele unserer Kinder kommen aus Elternhäusern, wo das Geld vor allem gegen Ende des Monats immer knapper wird – die es also tatsächlich auch brauchen, grundversorgt zu werden“, sagt Lucht.

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