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Metronom reißt Oberleitung ab – War Kälte schuld?

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Von: Kevin Goonewardena, Johannes Nuß

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Fahrgäste werden aus einem Zug evakuiert.
Der Zug musste evakuiert werden. © André Lenthe

Aufgrund eines Oberleitungsschadens musste die Bahnstrecke zwischen Hamburg-Harburg und Hauptbahnhof gesperrt werden. War die Kälte der Grund?

Update vom 19. Dezember 2022: Dank einer erfolgreichen Reparatur der gerissenen Oberleitung konnte die Streckensperrung bereits am späten Vormittag des Sonnabends wieder aufgehoben werden. Bis dahin kam es zu zahlreichen Ausfällen und Verspätungen im Regional- und Fernverkehr. Erst im Laufe des Samstags hatte sich der Fahrplan wieder normalisiert. Laut einem Sprecher der Bundespolizei Hamburg könnten die tiefen Temperaturen der Grund für das Abreißen der Oberleitungen gewesen sein.

Erstmeldung vom 17. Dezember 2022: Hamburg – Aufgrund eines Oberleitungsschadens ist die Strecke zwischen Hamburg Hauptbahnhof und Hamburg-Harburg aktuell gesperrt. Züge der Metronom-Linien RE4/RB41 aus Bremen und Züge der Linien RE3/RB31 aus (Hannover/)Uelzen wenden daher schon in Hamburg-Harburg. Von dort haben Fahrgäste Anschluss an die S-Bahnen, unter anderem nach Hamburg Hbf. Diese verkehren mit verminderter Geschwindigkeit, weshalb es auch hier zu Fahrtzeitverlängerungen kommen kann.

Metronom reißt Oberleitung ab – Strecke zwischen Harburg und Hauptbahnhof gesperrt

Die Störung wegen der defekten Oberleitung wird vermutlich bis weit in den Samstag andauern und für umfassende Einschränkungen im Bahnverkehr rund um Hamburg-Harburg sorgen. Passagiere sollten daher mehr Zeit einplanen.

Kurz nach 23 Uhr ging am Freitagabend nichts mehr im Fernverkehr von und nach Hamburg. Der Metronom RB41 aus Bremen kommend, hatte die Oberleitung auf Höhe der Hamburger Elbbrücken/Veddel abgerissen. Teile der Oberleitung lagen auf dem Dach mehrerer Wagen. Da der Schaden auf einer Weichenanlage entstanden ist, musste die Oberleitung gleich an
mehreren Stellen geerdet werden. Nach rund zwei Stunden konnte der Metronom auf freier Strecke evakuiert werden. Die 35 Reisenden mussten über das Gleisbett in einem Reisebus ihre Reise fortsetzen. Sie kamen mit dem Schrecken davon.

Metronom reißt Oberleitung ab – Strecke zwischen Harburg und Hauptbahnhof gesperrt

Ein zweiter Metronom war auf Höhe der S-Bahnstation Elbbrücken ebenfalls von dem Oberleitungsschaden betroffen, er sollte seine Fahrt bis zum Hamburger Hauptbahnhof später fortsetzen. Ein kurz hinter dem Metronom steckengebliebener ICE konnte zum Harburger Bahnhof zurückkehren. Dort stauten sich die Züge, selbst in Maschen strandeten Passagiere, weil die Regionalbahnen nicht fuhren.

In Harburg versuchten Reisende mit Zielen im Süden, also zum Beispiel Lüneburg und Buchholz, verzweifelt Taxis zu bekommen. Die S-Bahnen führen planmäßig und konnten einige Passagiere in Richtung Hauptbahnhof aufnehmen. Gegen 1.30 Uhr hatte der letzte Passagier den verunfallten Metronom an der Veddel auf Höhe der Straße Am Moldauhafen verlassen. Der Notfallmanager der Bahn vermutet, das die Kälte der Oberleitung zu gesetzt hat, die genaue Unfallursache ermittelt die Bundespolizei. Mit der Wiederherstellung der Stromleitung soll bereits in der Nacht begonnen werden. Wie die Metronom Eisenbahngesellschaft auf ihrer Website mitteilt, werden die Arbeiten noch weit in den heutigen Tag andauern und für erhebliche Behinderungen im Bahnverkehr sorgen. TRANSPARENZHINWEIS: Dieser Artikel wurde am 19. Dezember 2022 um neue Informationen ergänzt.

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