Unterstützung für Polizei

Hat Hamburg ein Party-Problem? CDU fordert Ordnungsdienst für Chaos-Nächte

  • Susanne Kröber
    VonSusanne Kröber
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Um lärmgeplagte Anwohner vor feiernden und randalierenden Ruhestörern zu schützen, fordert die CDU jetzt einen Kontrolldienst für jeden Hamburger Bezirk.

Hamburg – Bisher zeigte sich der Juni in Hamburg von seiner sommerlichen Seite, was auch nachts riesige Menschenansammlungen in den Parks und inzwischen auch in den Wohngebieten zur Folge hatte. Die Leidtragenden sind die Anwohnerinnen und Anwohner, deren nächtliche Ruhe durch die Feiernden gestört wird.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Gegründet:500 n. Chr.
Bürgermeister:Peter Tschentscher
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)

Abhilfe schaffen will nun die Hamburger CDU. Ein Bezirklicher Ordnungsdienst soll in der ganzen Stadt eingeführt werden. „Der Bezirkliche Ordnungsdienst soll vermeiden, dass es gerade in Anwohnergebieten wie hier am Winterhuder Kai zu nächtlichen Trinkgelagen und zu extremer Ruhestörung kommt“, erklärt der CDU-Landesvorsitzende Christoph Ploß im NDR-90,3-Interview.

Party in Hamburger Parks: CDU will organisierte Unterstützung für die Polizei

Durch die Corona-Maßnahmen ist der Besuch von Clubs und Diskotheken nach wie vor nicht möglich, wer in Hamburg feiern will, weicht aktuell vermehrt auf Party-Hotspots wie den Winterhuder Kai aus. Um die Polizei bei den Kontrollen zu unterstützen, pocht Ploß auf die einzelnen Bezirke der Hansestadt. „Von daher wäre der Bezirkliche Ordnungsdienst als Ergänzung zur Polizei sehr sehr wichtig im Sinne der Ordnung und Sicherheit unserer Stadt.“

Im Hamburger Stadtpark löste die Polizei am Wochenende mehrfach Partys mit Tausenden Feiernden auf.

Ganz neu ist die Idee nicht, der Bezirk Hamburg Mitte hat gerade erst einen städtischen Kontrolldienst eingeführt. „Der neue Kontrolldienst ist die zentrale Einsatztruppe für Sicherheit und Ordnung bei Großveranstaltungen in Hamburg“, erklärte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) bei der offiziellen Vorstellung der neuen Einheit am 18. Juni. „Der Kontrolldienst sorgt nun hamburgweit dafür, dass dabei alle notwendigen Regeln und Auflagen eingehalten werden.“

Bezirklicher Ordnungsdienst: CDU ist „die Präsenz vor Ort“ wichtig

Abseits der Großveranstaltungen wird der neue Kontrolldienst bei den genervten Anwohnerinnen und Anwohnern aber nicht für Entlastung sorgen. Daher die Forderung der CDU nach dem Bezirklichen Ordnungsdienst. „Es ist nicht ein großer Polizeiaufzug, sondern es ist die Präsenz vor Ort, um auf die Einhaltung der Regeln zu achten und das halten wir als CDU für wichtig“, erläutert der CDU-Vorsitzende in Winterhude, Götz Wiese.

Von 2006 bis 2013 gab es in Hamburg bereits einen Bezirklichen Ordnungsdienst, der ergänzend zur Polizei für Sauberkeit, Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum sorgen sollte. Die SPD-geführte Regierung schaffte diesen Dienst jedoch ab. Bleibt abzuwarten, welche Chancen der Vorstoß von Christoph Ploß hat, der kürzlich mit seiner Forderung nach einem Gender-Verbot für Schlagzeilen gesorgt hatte. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Jonas Walzberg

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