Auszahlung pro Kind

Hartz IV: Corona-Bonus für Kinder – das müssen Sie für den Antrag wissen

  • Jens Kiffmeier
    VonJens Kiffmeier
    schließen

Für Hartz-IV-Familien wurde ein Corona-Bonus über 100 Euro vom Bundestag beschlossen. Kinder sollen das Geld für eigene Freizeitaktivitäten nutzen können.

Hamburg/Berlin – Pünktlich zum Beginn der Ferien hat die Bundesregierung eine zusätzliche Corona-Hilfe für ärmere Familien auf den Weg gebracht. So bekommen Kinder aus Hartz-IV-Haushalten einmalig einen Bonus von 100 Euro. Das Geld wird zusätzlich zum Regelsatz von der Bundesagentur für Arbeit ausgezahlt und darf von den Leistungsempfängern in der Grundsicherung „nach Lust und Laune“ für den Nachwuchs ausgegeben werden, sagte Familienministerin Christine Lambrecht (SPD) bei der Verabschiedung des Gesetzes. Die Auszahlung soll für die Bezieher des Arbeitslosengeldes den Angaben nach unkompliziert und unbürokratisch sein.

Finanzielle Hilfe für Arbeitslose:Arbeitslosengeld II (genannt Hartz 4)
Eingeführt:1. Januar 2005
Grundlage für ALG II:Zweites Buch der Sozialgesetzgebung

Nachdem das Bundeskabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Initiative im Mai gestartet hatte, winkte der Bundestag kürzlich den schwarz-roten Gesetzentwurf durch. Die Einmalzahlung in Höhe von 100 Euro ist dabei ein Teil des sogenannten Aktionsprogramms „Aufholen nach Corona“. Anspruch auf das Geld haben einkommensschwache Familien, die auf Hartz-IV angewiesen sind. Aber auch Empfänger von Wohngeld oder dem Kinderzuschlag sind ebenso berechtigt wie Bezieher nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Hartz IV Kinderfreizeitbonus vom Jobcenter: Auszahlung von 100 Euro ab August 2021

Die Bundesregierung geht von insgesamt 2,7 Millionen Kindern aus, die einen Anspruch auf den Freizeitbonus haben*. Bereits ab August soll das Geld fließen. Das Beste daran: Die Auszahlung erfolgt automatisch. Sprich: Die betroffenen Familien müssen in der Regel keinen gesonderten Antrag stellen. Eine Ausnahme sind nur Familien*, die ausschließlich Wohngeld ohne zusätzlichen Kinderzuschlag erhalten sowie Familien im Sozialhilfebezug. Diese Gruppen sollen den Angaben zufolge einen formlosen Antrag bei der Familienkasse stellen.

Für Eis oder Schwimmbad: Kinder aus Hartz-IV-Familien erhalten einen Freizeitbonus.

Grundsätzlich gedacht ist der Freizeitbonus für Hartz-IV-Kinder für eine schöne Ferien-, Sport- und Freizeitaktivität nach dem langen Corona-Lockdown. Es spielt dabei keine Rolle, ob das Geld für einen Ausflug, den Besuch im Freibad und Freizeitpark oder beim Eisessen ausgegeben wird. Die Entscheidung darüber ist den Eltern überlassen. Wichtig sei es aber, so betont die Bundesregierung in ihrer Mitteilung, dass die Mittel auch tatsächlich bei den Kindern und Jugendlichen ankommen.

Mit dem Programm will die Bundesregierung nun die Folgen der Corona-Krise für die Heranwachsenden abmildern. Monatelang hatten Kinderärzte und Jugendpsychologen vor den negativen Auswirkungen des Knallhart-Lockdowns gewarnt. Speziell Kinder und Jugendliche aus ärmeren Haushalten würden durch die Schließung von Kitas, Schulen, Sport- und Freizeiteinrichtungen und dem Wegfall von sozialen Kontakten leiden, hieß es. Nun mit dem Ende des Knallhart-Lockdowns sollen schöne Erlebnisse am Ende nicht am Geld scheitern.

Hartz IV Kinderbonus: Einmalzahlung soll Corona-Krise abmildern – Geld wird ohne Antrag an Familien ausgezahlt

Insgesamt hat das Bundesfinanzministerium von Olaf Scholz (SPD) für das Aufholprogramm zwei Milliarden Euro bereitgestellt. Die Mittel werden dabei aufgeteilt: Eine Milliarde Euro ist für Förder- und Nachhilfeprogramme für Schüler gedacht, die durch den langen Ausfall des Präsenzunterrichts an den Schulen große Lernrückstände aufgebaut hatten. Die zweite Milliarde ist für soziale Maßnahmen vorgesehen. Darunter fällt auch der Freizeitbonus.

Für das Kinderhilfswerk kann das aber nur ein Anfang sein. Auf den ersten Blick würden zwei Milliarden Euro nach viel klingen, sagte der Präsident der Organisation, Thomas Krüger. Doch damit würden bei allen Maßnahmen – Förderunterricht und Freizeitbonus – für jedes Kind im Durchschnitt nur 150 Euro in die Hand genommen. Das sei, so Krüger, im Endeffekt viel zu wenig. * 24hamburg.de, ruhr24.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christin Klose/dpa/picture alliance & imago/imagebroker

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare