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Stolperfallen: Jetzt kümmert sich die Stadtreinigung um das E-Scooter-Chaos

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Von: Steffen Maas

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Wild geparkte E-Scooter und E-Bikes versperren auch in Hamburg vielen Fußgängern und Verkehrsteilnehmern die Wege. Die Stadtreinigung will jetzt dagegen ankämpfen.

Hamburg – Tausende Beschwerden, versunkene Geräte in den Gewässern der Stadt, zugeparkte Fußgängerwege – selbst, wenn man die regelmäßigen, gefährlichen Unfälle ausklammert, stehen E-Scooter für viele Hamburger noch ganz oben auf der Nerv-Rangliste. Die Stadtreinigung Hamburg (SRH) will jetzt zumindest gegen ein konkretes Ärgernis vorgehen. Sie startet ein Pilotprojekt, um dem Chaos rund um Verkehrsknotenpunkte den Kampf anzusagen und die Wild-Parkerei etwas zu sortieren.

Name:Behörde für Verkehr und Mobilitätswende
Leitung:Anjes Tjarks (Grüne)
Sitz:Alter Steinweg 4, 20459 Hamburg
Haushaltsvolumen:399 Millionen Euro (2022; geplant)

Stadtreinigung Hamburg: Kampf gegen wildgeparkte E-Scooter

Dafür werden ab sofort und bis zum 31. Dezember 2022 vier Mitarbeiter der Stadtreinigung werktags in den E-Scooter-Dienst geschickt: Stoßen die Stadtreinigerinnen und Stadtreiniger rund um die Hotspots bei U- und S-Bahnstellen auf Fahrzeuge, die andere Verkehrsteilnehmer beeinträchtigen, indem sie Wege oder Einfahrten blockieren, werden die jeweiligen E-Scooter und E-Bikes kurzerhand umgeparkt. Das Ziel ist, in der Umgebung die bestmöglichen und verkehrssichersten Abstellorte zu finden, heißt es in einer Pressemitteilung.

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E-Roller sind in Hamburg immer wieder schlecht geparkt – jetzt will die Stadtreinigung handeln. © teamwork und Lars Berg / Imago

Weil man die unhandlichen Fortbewegungsmittel aber nicht quer durch die Hansestadt schleppen will, hat man sich bei der Stadtreinigung ein Limit gesetzt: E-Scooter werden bis zu 20 Meter vom ursprünglichen Fundort bewegt, E-Bikes rund 5 Meter. Währenddessen dokumentieren die Aushilfs-Parker die Verkehrsbehinderung und den neuen Standort und schicken Infos und Fotos dann an die jeweilige Verleih-Firma.

Pilotprojekt: Kosten fürs Umparken sollen in Zukunft die Verleihfirmen tragen

Damit hilft die Stadtreinigung nicht nur den genervten Fußgängern, sondern auch sich selbst. Für deren Alltag seien die verkehrswidrig abgestellten Zweiräder nämlich auch „eine große Herausforderung“, erklärt SRH-Geschäftsführer Rüdiger Siechau: „Insbesondere bei der Erbringung unserer Reinigungs- und Entsorgungsaufgaben stoßen wir täglich auf Situationen, die uns in der Erfüllung unserer hoheitlichen Aufgaben behindern.“

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Ob sich die Situation durch den E-Scooter-Dienst merklich verbessert hat, soll dann im Anschluss an das Projekt im kommenden Jahr geprüft werden. Dann wird auch wohl die Frage der Finanzierung geklärt werden: Zunächst zahlt die Hamburger Verkehrsbehörde die Kosten des mit der Umparkerei verbundenen Mehraufwandes. In Zukunft soll diese Rechnung jedoch an die entsprechenden Besitzer und Verleihfirmen der Geräte weitergegeben werden, berichtet das Abendblatt.

E-Scooter in Hamburg: Flexible Mobilität führt zu Fluch und Segen

Dass der E-Scooter-Verkehr in den letzten Jahren so stark zugenommen hat, liegt an einer Reihe von positiven Faktoren des Fortbewegungsmittels: Die Roller sind eine gute Möglichkeit für Einzelpersonen, flexibel und preiswert im innerstädtischen Verkehr ans Ziel zu kommen. Zudem produzieren sie weder laute Geräusche noch Abgase und schonen somit Mitmenschen und Umwelt.

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Doch der große Zulauf und die Flexibilität sind jetzt jedoch Teil des Ärgernisses. Die Geräte können und werden einfach überall abgestellt – es entstehen unübersichtliche und unregulierte Situationen. Lösungsvorschläge sind nicht immer beliebt: Zuletzt konnte sich der Bezirk Bergedorf nicht zu einem Parkverbot außerhalb ausgewiesener Abstellzonen durchringen. Das Pilotprojekt der Stadtreinigung ist nun ein weiterer Ansatz, das E-Scooter-Chaos in den Griff zu bekommen.

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