Wunderbaum rettet Hamburg

Öko-Peter im Einsatz – Tschentscher wird zum Baum-Bürgermeister

  • Enno Eidens
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Hamburgs Bäume sind in Gefahr, doch Bürgermeister Tschentscher (SPD) kümmert sich um die grüne Stadt an der Elbe – ein Wunderbaum soll das Problem lösen.

Hamburg – Heute stehen sie da, morgen schon nicht mehr. Hamburg hat ein Baum-Problem. Allein in den letzten fünf Jahren hat die Stadt rund 3.500 Bäume verloren. Nun wird das Sorgenkind zur Chefsache: Hamburgs Erster Bürger Peter Tschentscher informiert sich bei Experten über die perfekte Baum-Taktik für eines grünes Hamburg. Hamburg nimmt sich hier offensichtlich Australien als Vorbild, dass bis zum Jahr 2050 eine Milliarde Bäume pflanzen will (siehe Video).

Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher
Geboren:20. Januar 1966 (Alter 54 Jahre), Bremen
Ehepartnerin:Eva-Maria Tschentscher (verh. 1998)
Partei:Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Amt:Bürgermeister von Hamburg seit 2018
Ausbildung:Universität Hamburg (1995), Universität Hamburg

Dabei geht es in Hamburg – anders als in Australien – nicht nur ums Klima, sondern auch um die Rettung heimischer Baumarten. So will „Öko-Peter“ Hamburgs Ruf als „grüne Stadt“ retten und ein ganz besonderer asiatischer Baum mit viel Geschichte soll dabei helfen.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher wird zum „Öko-Peter“ und rettet Hamburgs Bäume. (24hamburg.de-Montage)

Hamburg: Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) will „grüne Stadt“ mit neuen Bäumen retten

Das Selbstverständnis ist klar – „Grüne Metropole am Wasser“ will Hamburg sein und bleiben. Unter den deutschen Großstädten ab 500.000 Einwohnern ist Hamburg sogar auf Platz eins in Sachen Vegetation. 540 Quadratkilometer Grünfläche gibt es laut morgenpost.de-Recherche. Das sind 310 Quadratmeter für jeden Hamburger. Berlin und Mündchen liegen abgeschlagen auf Platz 8 und 12. Doch neben Fläche zählt natürlich auch, was dort steht. In der Innenstadt machen Bäume einen großen Teil der Vegetation. Über 223.000 Straßenbäume gibt es in Hamburg!

Doch die aktuellen klimatischen Herausforderungen machen auch Hamburgs Bäumen zu schaffen. Durch die anhaltende überdurchschnittliche Dürre der letzten Jahre leiden viele der heimischen Baum-Arten. Kastanien und Eichen kommen aus ihrem biologischen Rhythmus, tragen schon im Sommer Laub oder sterben gleich ganz ab. Die Bäume in Hamburg werden weniger. Das ist schlecht, denn ihre Funktion für die Stadtluft ist essenziell. Bäume filtern extrem viel Kohlenstoffdioxid (CO2) aus der Luft. Nun haben Hamburgs Bäume ein Problem – doch ihr Retter naht. „Öko-Peter“, Bürgermeister Peter Tschentscher, kümmert sich um Hamburgs grüne Bewohner.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher besucht Baumschule im Hamburger Süden

Am Mittwoch, 26. August besucht Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) die Baumschule Lorenz von Ehren in Hamburg-Marmstorf. Dort hat er sich laut Angaben von abendblatt.de mit dem Baumschulen-Inhaber Bernhard von Ehren über Pläne ausgetauscht, mit denen sich das Hamburger Baum-Problem lösen ließe. Dabei kamen viele Ideen zusammen. Den Anfang macht dabei ein runter Tisch, an dem alle sitzen sollen: Senat, Bezirksamt und Experten aus dem gewerblichen Gartenbau.

Das Problem liegt laut Peter Tschentscher nicht im politischen Willen, der rot-grüne Senat Hamburgs* müsse nicht überzeugt werden. Vielmehr muss das Thema auch in der Hamburger Verwaltung ankommen. Tschentscher betont, dass die Baum-Pläne auch „praktisch funktionieren“ müssen. Denn die Situation ist kritisch: Seit 2015 hat Hamburg rund 3.500 Bäume verloren. Das Gegenteil ist das Ziel. Peter Tschentscher betont Hamburgs Selbstverständnis: „Wir sind eine grüne Stadt und wollen es bleiben. Bäume haben für unsere Lebensqualität eine besondere Bedeutung, denn sie sorgen für saubere Luft und gutes Mikroklima.“

Dieser Wunderbaum soll Hamburg retten – Öko-Peter lässt sich von Baum-Experte beraten

Eine mögliche Lösung für das Baumsterben in Hamburg hat der Baumschul-Besitzer Bernhard von Ehren auch vorgeschlagen. Ein besonderer Baum soll es regeln. Der Super-Baum kommt aus Asien, hat aber auch in Deutschland einen gewissen Ruf: der Ginkgo. Laut dem Baumprofi soll diese Art deutlich widerstandsfähiger sein als heimische Arten. Eiche, Linde und Ahorn würden schon nach zwei Monaten Dürre Probleme kriegen.

Doch nicht nur Bernhard von Ehren ist Ginkgo-Lover, auch Johann Wolfgang von Goethe hat schon im Jahr 1815 über den „Ginkgo biloba“, so der wissenschaftliche Name des Super-Baumes, geschrieben. Darin ging es ihm um die symbolische Bedeutung des zweigeteilten Ginkgo-Blattes. Auch Heilkräfte werden der sehr alten Baumsorte zugesprochen. Ein Extrakt des „Ginkgo biloba“ ist in Deutschland zugelassen, um Gedächtnisschwäche, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und Ängstlichkeit zu lösen, so netdoktor.de – ein richtiger Wunderbaum, den Hamburg da bekommen könnte. 24hamburg.de behält die Bäume der Stadt im Blick.

Ein anderer Bonus für die Gesundheit kommt mit Hamburgs Saunas* – die sollen nämlich bald wieder öffnen. Das Thema Coronavirus* ist den Hamburgern aktuell deutlich wichtiger als Bäume. So bleibt der geliebte Fischmarkt weiterhin geschlossen* und das Fahren im HVV ohne Maske wird richtig teuer* – also alles deutlich drängendere Themen als Hamburgs Bäume. Die hat nun immerhin Chef-Tschentscher im Blick. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Daniel Reinhardt/Axel Heimken/Franck Robichon/Hendrik Schmidt/dpa/dpa-Zentralbild/picture alliance/EPA

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