Ab nach Schleswig-Holstein

Hamburgs Friseure: So weichen Hamburger der Corona-Testpflicht aus

  • Natalie-Margaux Rahimi
    vonNatalie-Margaux Rahimi
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Existenzangst bei Hamburgs Friseuren: Weil es in Schleswig-Holstein keine Testpflicht gibt, lassen sich viele Kunden einfach dort die Haare schneiden.

Update vom 23. April 2021, 15:00 Uhr: Hamburg – Das Haareschneiden in Hamburg ist wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nur noch mit einem negativen Testergebnis möglich. Um diese Testpflicht zu umgehen, fahren einige Hamburger nach Schleswig-Holstein. Das berichtet das Hamburger Abendblatt. Denn: Im Norden gibt es neue Frisuren auch ohne Corona-Test.

Für die eh schon angeschlagene Friseurbranche in Hamburg ist das ein Schlag ins Gesicht. Eine Friseurmeisterin aus Barmbek befürchtet, dass ihr so dieses Jahr rund 7000 Euro Umsatz entgehen. Der Junior Chef einer Friseurkette spricht bei der Abwanderung allerdings nur von Einzelfällen. Bislang ist auch unklar, wie lange Friseurbesuche in Schleswig-Holstein noch ohne Corona-Tests möglich sind.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher
Zweite Bürgermeisterin:Katharina Fegebank
Sehenwürdigkeiten:Alster, Hamburger Hafen, Speicherstadt
Vorwahl:040

Friseure in Hamburg: Testpflicht – „das ist eine Katastrophe“

Hamburg – Seit dem 6. April 2021 dürfen Hamburger im Zuge des Knallhart-Lockdowns nur noch mit negativem Testergebnis zum Friseur. Termine waren aber schon vor Bekanntwerden dieser Maßnahme reihenweise ausgebucht. Nun stehen die Kunden vor Problemen, wo am Tag des Termins einen Test machen, wenn die Testtermine nahezu ausgebucht sind. Und nicht nur für die Kunden ist das schwierig. Denn weil viele keinen rechtzeitigen Corona-Test-Termin bekommen, werden Termine im Friseursalon massenweise abgesagt. Das bringt die Friseure zur Verzweiflung.

Zugang nur noch mit tagesaktuellem negativen Corona-Test. Das gilt seit 6. April 2021 für alle Hamburger Friseursalons und sorgt bei den Betreibern für Existenzängste. „Manche Kunden erzählen, dass sie keine Testtermine bekommen, die sind ausgebucht“, klagt Sandra Plath, Friseurin aus Niendorf im Interview mit 24hamburg.de/hamburg. „Dann sagen sie ihren Termin ab und uns fehlen die Kunden. So entstehen große Lücken im Terminplan“, sagt die Friseurin.

Haarschnitt ohne Corona-Test – in Schleswig-Holstein ist das möglich. (24hamburg-Montage)

Ebenso bestätigte dies Hjalmar Stemmann, Präsident der Handwerkskammer Hamburg in einem Gespräch mit der Mopo. „Zahlreiche Friseurbetriebe klagen, dass Kunden wegen der in Hamburg geltenden Testpflicht im großen Stil Termine absagen“, sagte er. Zwar dürften die Friseure ihre Kunden vor dem Salon selbst auf das Coronavirus testen, doch klingt das leichter als getan. „Das kostet enorm viel Zeit. Meine Kunden müssten 30 Minuten früher kommen und draußen warten. Das kannst du einer 85- oder 90-Jährigen nicht antun“, sagt Sandra Plath verzweifelt.

Trotzdem appelliert Hjalmar Stemmann von der Handelskammer an die Hamburger Kunden und sagt: „Lassen Sie sich von dem Test-Wirrwarr nicht abschrecken. Es ist einfacher, als Sie denken. Halten Sie an Ihren Terminen fest und tragen Sie zum Infektionsschutz bei“. Auch in NRW gibt übrigens es bestimmte Regeln für den Friseurbesuch*, darüber berichtet wa.de.

Friseure verzweifeln an Corona-Tests: Friseurin im Interview – „Die da oben lassen uns alleine“

„Wir haben wirklich tolle Kunden, die uns nicht die Schuld geben“, erzählt Sandra Plath weiter, „Aber die da oben denken nicht nach und lassen uns mit dem Wirrwarr alleine“. Ein weiteres Problem sieht sie in der Kostenübernahme der Tests. Ihr Friseursalon bietet Schnelltests für Kunden unmittelbar vor dem Termin für 10 Euro an. „Aber die halbe Stunde Arbeitszeit, die wir dadurch verlieren, bezahlt uns niemand“, klagt sie.

Hamburger Friseure verzweifeln an Corona-Schnelltest: Viele Termine abgesagt. (24hamburg.de-Montage)

Außerdem habe ihre Chefin einen Onlinekurs für alle Mitarbeiter bezahlen müssen, damit sie die Tests an den Kunden überhaupt durchführen dürfen. „Wir mussten einen Onlinekurs machen und uns zertifizieren lassen. Ohne das würden uns Strafen drohen, wenn wir trotzdem testen“, berichtet die Friseurin. „Es ist einfach ein Wirrwarr. Zudem sind die Kunden überfordert. Viele wollen die 10 Euro für den Test nicht bezahlen und bleiben dann einfach weg“.

„Ein Test darf außerdem nicht älter als 12 Stunden sein“, erzählt Sandra Plath weiter. „Wie soll das gehen? Dann könnten wir morgens kaum Kunden annehmen, wenn wir nicht selbst testen würden“, so die Friseurin. Es habe sich durch die Corona-Krise alles verändert im Friseurberuf. „Eigentlich habe ich Friseurin gelernt und nicht Krankenschwester. Und jetzt stehe ich draußen und teste Menschen auf Corona“, sagt sie. Bleibt fast nur zu hoffen, dass die Corona-Impfungen jetzt so schnell voranschreiten, dass sich das Problem für die Friseure bald klärt. * 24hamburg.de und wa.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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