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Hamburgisches Wattenmeer: Das geschützte UNESCO Weltnaturerbe

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Von: Ute Laukner

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Der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer in der Elbmündung der Nordsee ist ein geschütztes Biosphärenreservat und als UNESCO Weltnaturerbe anerkannt.

Hamburg – Das Hamburgische Wattenmeer in der westlichen Elbmündung lockt viele Tausend Besucher jedes Jahr vom Festland zu der Insel Neuwerk. Das Gebiet mit den dahinter liegenden Inseln Scharhörn und Nigehörn sowie die Insel Neuwerk gehören zu Hamburg. Durch die Anerkennung als Nationalpark genießt diese Naturlandschaft eine hohe Aufmerksamkeit bei Naturforschern und Besuchern. Um das Hamburgische Wattenmeer herum befindet sich der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.

Hamburgisches Wattenmeer – Zwei-Zonen-Schutzeinteilung
Zone 1:125,8 Quadratkilometer
Zone 2:11,7 Quadratkilometer

Dabei gibt der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer seine Geheimnisse eigentlich erst wirklich preis, wenn die Flut im Wechselspiel der Zeiten geht und die Ebbe kommt. Natürlich leben auch unter Wasser eine Menge tierische Bewohner im Meer und tief eingebuddelten Watt. Aber so, wie das Wasser das Watt freigibt, genügt ein Spaziergang, um eine neue Welt im Watt zu entdecken. Und das Überraschende, die Welt der Wattnatur sieht jeden Tag anders aus.

Die bei Ebbe trocken liegende Fläche ist durchzogen von kleinen und großen Wasserrinnsälen. Diese Priele schlängeln sich ähnlich wie Lebensadern durch das Watt. Nicht zu verwechseln sind die großen Priele mit der eigentlichen Fahrrinne der Schiffe, zum Beispiel zwischen Neuwerk und Cuxhaven in Niedersachsen. Die Priele bilden sich durch die Gezeiten jeden Tag neu. Das Watt um die Priele herum ist besonders weich. Hier besteht Einsinkgefahr und sollte somit nicht bei einer der klassischen Wattwanderungen betreten werden. Nur fachkundige Wattwanderführer kennen das Watt gut genug, um zu wissen, wo das Watt wandern Spaß macht und kein Risiko birgt.

Bei Flut und Stürmen und kritischen Situationen auf dem Meer wären übrigens auch hier die Seenotretter im Einsatz. Denn die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sind an den Küsten der Nordsee mit ihren Seenotrettungskreuzern stets einsatzbereit.

Pferdekutschen fahren zwischen der Insel Neuwerk und dem Festland durch das Watt. Die Wattwagenfahrer demonstrieren für den Erhalt des Weges
Im Hamburgischen Wattenmeer demonstrieren die Bewohner der Nordseeinsel Neuwerk und die Wattwagenfahrer mit ihren Pferdekutschen für den Erhalt des Weges über das Watt. Sie wollen verhindern, dass die Insel wegen eines großen entstandenen Priels nur noch per Schiff erreichbar sein könnte. © Sina Schuldt/dpa

Das Hamburgische Wattenmeer kämpft gegen den Klimawandel

Ein Risiko allerdings gibt es für das Wattenmeer dennoch. Denn im Laufe der Jahre haben sich manche Priele so verändert, dass sogar die vom Festland kommenden Wattwagen an so manchen mit der Zeit gewachsenen Prielen scheitern. Der Klimawandel macht vor diesem beliebten Touristenangebot keinen Halt. Während die Fachleute noch diskutieren, brauchen die Wattwagen-Unternehmen Antworten und ihre wirtschaftliche Planungssicherheit. Gar nicht so leicht zu lösen für die Politik, so ein Problem. Denn die Natur lässt sich bekanntlich nicht einfach so auf Knopfdruck bändigen.

Das Hamburgische Wattenmeer ist ein geschütztes Biosphärenreservat

Wer mehr wissen möchte, über das geschützte Biosphärenreservat, kann sich im Nationalpark-Haus Neuwerk darüber informieren. Im Zentrum der Insel und etwa 200 Meter vom Leuchtturm entfernt befindet sich das Infozentrum. Darin geben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Verein Jordsand interessierten Besuchern gerne Auskünfte zu den Ausstellungen, Gezeiten sowie der Tier- und Pflanzenwelt.

Auch die Zufahrten mit den großen hohen Wagen und den vielen Pferden macht mitunteen Probleme, teilte die Stadt Cuxhaven bereits im April 2022 den Bewohnern mit. Denn der Autoverkehr, wie in Cuxhaven in der Sahlenburger Nordheimstraße, kommt zum Stocken. Daher wird 2022 eine neue Strecke auf einem Weg im Wernerwald zwischen dem Parkplatz „Am Lohmsmoor“ und der Oskar-von-Brock-Straße getestet. Deren Ergebnisse werden zeigen, wie zukünftig die Wattwagen zum Meer und zurück kommen.

Das Hamburgische Wattenmeer braucht den nachhaltigen Schutz der Menschen

Das Hamburgische Wattenmeer in der Elbmündung der Nordsee ist für die Touristen ein beliebtes Ausflugsziel. Besonders im Sommer kommen viele Familien und suchen hier zwischen Festland und der Insel Neuwerk die Erholung. Für die Zugvögel allerdings ist das Wattenmeer nicht nur ein erholsamer Rastplatz, sondern sogar lebensnotwendig.

Hamburgisches Wattenmeer

Schon gewusst? Der geschützte und 1990 gegründete Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer beherbergt eine bunte Schar an Fischen, Vögeln und Meeressäugern. Zu den Fischen zählen beispielsweise Heringe, Schollen und Seezunge. Über 300 Vogelarten wurden außerdem bereits nachgewiesen. Darunter viele Brutvögel. Ebenso vertreten sind Säugetiere wie Robben und Schweinswale. Oft sind die Robben an den Sandbänken zu sehen.

Das Watt ist ein wahres Eldorado für Naturforscher. Kinder können sich im Wattenmeer bei einer geführten Wattwanderung am meisten über den Wattwurm freuen. Die lustigen Geschichten, warum der Wurm so kleine Schlickhügel hinterlässt, bringen die Lütten bei jeder Wattwanderung mit den Wattführern zum Juchzen.

Während die Vogelschwärme in unglaublich synchronen dichtem Miteinander aus dem Norden im Winter in den Süden ziehen und im Frühjahr wiederkehren, muss die reisende Vogelschar hin und wieder rasten. Dafür eignet sich das Watt hervorragend. Denn das Watt ist ein Nährboden von allerlei Kleingetier. Für die Vögel ist das Wattenmeer also praktisch ein frisch gedeckter Tisch mit allerlei Leckerbissen. Und das gilt nicht nur für die Möwen.

Der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer in der Elbmündung der Nordsee ist zudem ein geschütztes Biosphärenreservat und als UNESCO Weltnaturerbe anerkannt. Diese besondere Auszeichnung zeigt die wichtige Bedeutung des Wattenmeeres. Daher muss dieses Naturkulturgut unbedingt auch für weitere Generationen erhalten werden. Gemeinsame nachhaltige Entscheidungen zwischen Wirtschaft, Tourismus und Natur sind daher absolut erstrebenswert.

Hamburg: Wie das Wattenmeer entstand

Eigentlich ist die Entstehung des Wattenmeeres ganz einfach: Vor über 10.000 Jahren entstand das Wattenmeer. Als die Gletscher damals schmolzen stieg dadurch als Folge der Meeresspiegel an. Die gesamte Nordseeküste wurde somit überschwemmt. Dadurch kamen beispielsweise Sand und Pflanzen von dem Küstenstreifen des Festlandes hinein ins Meer. Heute ist die sich daraus gebildete Naturlandschaft ein geschütztes Biosphärenreservat.

Wer es genauer wissen möchte, sollte unbedingt eines der Nationalpark Wattenmeer Infohäuser besuchen. Dort, wie zum Beispiel auf der Insel Neuwerk, wird die Geschichte verständlich und fachlich für die interessierten Besucherinnen und Besucher ausführlich erklärt. Natürlich geben auch bei einer Wattwanderung die dafür ausgebildeten Wattführer ihr Wissen gern in der Gruppe weiter.

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